Beliebte Pflanzendrinks in Hotels: Wie nachhaltig sind sie?

Nachhaltig, gesund, klimafreundlich? Beliebte Pflanzendrinks aus grünen Hotels im Check

Nachhaltig, gesund, klimafreundlich? Beliebte Pflanzendrinks aus grünen Hotels im Check
Hafermilch als nachhaltige Alternative zu Kuhmilch | ©HandmadePictures - stock.adobe.com

„Haben Sie das auch mit Hafermilch?“ Diese Frage hören nicht nur Cafébetreiber*innen, Bäckereibesitzer*innen und Verkäufer*innen in Tankstellen immer häufiger. Auch in Hotels steigt die Nachfrage nach Alternativen zur Kuhmilch. Insbesondere nachhaltige Hoteliers begrüßen diese Entwicklung, zählt doch ein zunehmender Verzicht auf tierische Produkte zum Einmaleins der nachhaltigen Hotelführung. Aber wie nachhaltig sind die einzelnen Pflanzendrinks? Und welcher passt am besten zum Kaffee? Diese und weitere Fragen beantworte ich in diesem Blogartikel.

 

Welche Pflanzendrinks gibt es eigentlich?

Ich kann mich noch daran erinnern, dass es vor ein paar Jahren vielleicht zwei oder drei verschiedene Varianten an Pflanzendrinks gab. Meist Soja- oder Mandeldrink. Seltener einer auf Haferbasis. Inzwischen kannst du in beliebige Supermärkte und Drogerien gehen und findest mindestens fünf, meist sogar mehr verschiedene Milchalternativen von unterschiedlichen Herstellern.

Am weitesten verbreitet sind nach wie vor Soja- sowie inzwischen Haferdrinks. Dazu kommen Milchalternativen auf Mandel-, Reis- und seltener Kokosbasis. Außerdem findet man in besser sortierten Läden verschiedene weitere Varianten an Nuss- und Getreidemilchalternativen, z. B. Haselnuss und Dinkel. Und es gibt Milchalternativen auf Sonnenblumen- und Erbsenbasis.

MIlchalternativen, Sojadrink, AdobeStock
Beliebte Milchalternativen | ©Inna – stock.adobe.com

 

Welche Milchalternativen werden in (nachhaltigen) Hotels am liebsten genutzt?

Wie ich eingangs schonerwähnt habe, begrüßen viele nachhaltige Hotels den Wandel im Gästeverhalten. Im STURM, einem nachhaltigen Wellnesshotel am Fuß der Rhön, stellt das Team fest, dass nicht nur Veganer*innen und lactose-intolerante Personen Kaffeespezialitäten mit Hafermilch bestellten. Diese sei der Favorit, berichtet das Team, nicht nur wegen des besseren ökologischen Fußabdrucks, sondern auch wegen der natürlichen Süße. Daher wird sie im STURM besonders gern in (veganen) Desserts genutzt. In der Baristavariante lässt sie sich außerdem gut aufschäumen und so für Cappuccino und Co. nutzen.

 

Auch auf Gut Nisdorf an der Ostsee werde, wenn dann Hafermilch angefragt, berichtet Inhaber Jürg Gloor. Auch er selbst nutze Hafermilch gern im Müsli. Nur Waffeln funktionierten mit Hafermilch nicht so richtig, erzählt er.

In den Familen-Ferienappartements können Gäste das Frühstück dazubuchen und finden dann bei Anreise eine Grundausstattung an Aufstrich, Pflanzendrink und Margarine bzw. Butter im eigenen Kühlschrank vor. Den Rest kannst du dir morgens frisch an der Frühstückstheke holen.

 

In dem niedersächsischen, familiengeführten Hotel Okelmann’s gehen inzwischen ein gutes Viertel der Kaffeespezialitäten mit einer pflanzenbasierten Milchalternative über die Theke. Meistens mit Hafermilch. Im Angebot wäre aber auch Sojadrink. Die Schwestern, die das Hotel in der 5. Generation führen, berechnen dafür natürlich keinen Aufschlag. „Wir finden die pflanzlichen Alternativen super, insbesondere Haferdrink schmeckt einfach großartig und lässt sich in der Barista-Variante auch gut aufschäumen“, erzählt Kristin Okelmann. Dann ergänzt sie noch: „Unser Haferdrink mit Bio-Hafer aus Deutschland kommt zudem noch in der Pfandflasche daher, sodass wir richtig viel Plastikmüll sparen.“

Kaffee trinken und nachhaltige Cafés – Natürlich auch mit Pflanzendrinks!
Kaffee mit Hafermilch im Café Heimatliebe | ©Okelmanns

 

(Noch) Unterschätzte Alternative: Erbsendrink

Weitere Experten aus der Hotellerie Branche bestätigen den Trend, den unsere Partner-Hoteliers wahrnehmen. Zudem weisen sie auf die pflanzenbasierte Alternative aus Erbsen in. Der hohe Fettgehalt der Hülsenfrüchte mache Erbsendrink besonders cremig, während der hohe Proteingehalt beim Aufschäumen für einen stabilen Schaum sorge. Geschmacklich habe zumindest ich die Erfahrung gemacht, dass die Unterschiede zwischen den Marken sehr groß sind. Einige treffen meinen Geschmack, andere gar nicht. Hier heißt es also: Ausprobieren! Oder, so wie ich, bei Hafermilch blieben 😀

 

Die beliebtesten Pflanzendrinks im Nachhaltigkeitscheck

Nachdem du nun die gesamte Bandbreite der Milchalternativen kennst, fragst du dich wahrscheinlich, welcher davon nun am nachhaltigsten ist. Und am gesündesten. Und am klimafreundlichsten. Denn darum geht es vielen Menschen, die auf Kuhmilch verzichten. Ich habe mich für dich mal in das Thema reingelesen und fasse dir das in einer Grafik zusammen:

 

Wie nachhaltig sind Pflanzendrinks im Vergleich zu Kuhmilch? Die Grafiken zeigen es dir! (Kuhmilch schneidet sowohl bei den Treibhausgasemissionen, als auch bei Land- und Wassernutzung und Überdüngung am schlechtesten ab)
Pflanzendrinks im Nachhaltigkeitscheck | ©Green Pearls®

 

Wie du siehst schneidet Kuhmilch überall am schlechtesten ab. Beim Wasserverbrauch unterscheiden sich verschiedene Quellen. Hier liegen gern auch Mandel- und Reisdrinks je nach Studie und Art der Berechnung vorn. Übrigens auch ein Grund, warum du diese Drinks eher in Maßen genießen solltest. Vor allem Mandeln stammen oftmals aus dem trockenen Kalifornien. Wenn also Mandeldrink, dann achte darauf, dass die Mandeln aus Europa und möglichst aus organischem Anbau stammen.

Lokal ist bei uns in Deutschland meist nur eine Milchalternative: Haferdrink. Hafer kann hier bei uns problemlos angebaut werden, verbraucht relativ wenig Wasser und hat durch die Regionalität keine langen Transportwege. Vom Umweltaspekt her ist also Haferdrink die umwelt- und klimafreundlichste Wahl. Auch andere, lokal angebaute Pflanzen wie Erbsen oder auch Lupinen sind daher eine nachhaltige Alternative.

 

Warum ist Kuhmilch schlecht fürs Klima?

Dass Kuhmilch klimaschädlicher ist als pflanzliche Alternativen liegt übrigens daran, dass die Kuh durch ihre Verdauung Methan produziert. Außerdem werden Landflächen zur Viehhaltung und zum Futtermittelanbau genutzt. Diese Flächen fallen für die Produktion pflanzlicher Nahrungsmittel weg.

Falls du jetzt an die letzte Diskussion zu Hause über Sojadrinks, Viehfutter und Co. denkst, dann behalte im Hinterkopf, dass Soja, das als Sojadrink oder -joghurt bei dir auf dem Tisch landet, häufig aus europäischem Anbau stammt. Der Regenwald wird vor allem für das Soja abgeholzt, dass die Tiere zu fressen bekommen, sowie für Weideflächen.

 

Wie gesund sind Pflanzendrinks?

Diese Frage steht nach der Nachhaltigkeit ziemlich weit oben in sämtlichen Artikeln. So richtig einig ist man sich aber nur über den Fakt, dass Pflanzendrinks zum allergrößten Teil aus Wasser bestehen und prinzipiell nicht gesundheitsschädigend sind. Selbst der natürliche Zuckergehalt in Hafermilch ist kein Problem, wenn man diese nicht literweise trinkt.

Worauf du beim Kauf achten solltest: Manche Hersteller fügen ihren Pflanzendrinks zusätzlichen Zucker hinzu. Diese solltest du meiden. Auch werden Pflanzendrinks gern mit Mineralien und Vitaminen angereichert. Hier musst du für dich selbst entscheiden, ob das für dich okay ist, oder ob du lieber drauf verzichtest. Bei einer ohnehin ausgewogenen Ernährung brauchst du die Zusätze aus den Pflanzendrinks jedenfalls nicht 😉

 

Nachhaltigkeitstipp: Pflanzendrinks Selbermachen

Die meisten Pflanzendrinks und Milchalternativen kannst du ganz einfach selbst machen. Für Hafermilch beispielsweise kommt auf einen Teil Haferflocken 9 Teile Wasser. Das alles kommt mit einer Prise Salz und je nach Geschmack einem Süßungsmittel deiner Wahl in den Mixer. Dann drückst du alles entweder durch ein Mulltuch oder gießt es einfach durch ein Sieb (wenn dich ein paar Flöckchen nicht stören). Etwas (veganes) Proteinpulver macht den Haferdrink stabiler. Ähnlich gehst du bei Nussmilch vor.

Und noch ein Tipp: Den Trester kannst du perfekt für Kekse oder Aufstriche verwenden!

Zubereitung von Nussmilch - Abseihen der Milch durch einen Milchbeutel
Pflanzendrinks selbermachen | ©Madeleine Steinbach – stock.adobe.com

 

Anwendung und Tipps zum Ersetzen von Kuhmilch

Prinzipiell kannst du Kuhmilch immer 1 zu 1 durch einen Pflanzendrink deiner Wahl ersetzen. Dein Geschmack entscheidet. Inzwischen gibt es auch gute Alternativen für Sahne, Creme Fraiche, Joghurt und Co. Im Endeffekt kommt es immer darauf an, was dir schmeckt. Falls du aber gerade erst startest, kommen hier meine Empfehlungen, nachdem ich selbst seit einigen Jahren auf Kuhmilch und die meisten Kuhmilchprodukte verzichte:

 

Beim Kochen: Wenn es geschmacksneutral sein soll, kommen Soja-Produkte (mit europäischem Soja) in den Topf. Meistens greife ich aber auch hier zur Hafersahne. Für Dips und Co finde ich Sojajoghurt gut, da er eher an den säuerlichen Quark-Geschmack kommt, als andere Sorten.

Im Kaffee: Haferdrink sowie Nussdrinks; auch andere getreidebasierte Milchalternativen sind lecker. Wenn du es zum Beispiel nicht ganz so süß magst, kommt vielleicht Dinkeldrink für dich in Frage.

Beim Backen: Hier nutze ich tatsächlich einfach das, was ich gerade da habe. Meist also Hafermilch. Behalte da dann im Hinterkopf, dass Hafer schon eine natürliche Süße mitbringt, und du den Zuckergehalt evtl. etwas reduzieren solltest.

Übrigens: Auch im STURM entstehen die meisten Desserts mit Hafermilch. Zum Beispiel die Schoko-Nuss-Brownies. Von denen hat uns das Team des nachhaltigen hotels in der Rhön sogar das Rezept verraten:

Rezept für Vegane Schoko-Nuss-Brownies

Vegane Schoko-Nuss-Brownies

Schokoladig, saftig und durch die Nüsse mit dem perfekten Maß an Crunch – Diese Brownies überzeugen nicht nur Veganer*innen! | Für eine 22x30 cm Backform
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Backzeit 25 Minuten
Gesamtzeit 55 Minuten
Gericht Dessert, Kuchen
Küche Vegan

Zutaten
  

  • 270 g Mehl
  • 120 g Zucker
  • 50 g Kakaopulver
  • 1 Mark einer Vanilleschote
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Natron
  • 150 ml Hafermilch
  • 125 ml neutrales Öl z.B. Sonnenblume oder Raps
  • 125 ml Ahornsirup
  • 200 g gehackte Zartbitterschokolade evtl. etwas zusätzlich für einen Guss
  • 150 g Nüsse

Anleitungen
 

  • Mische Mehl, Zucker, Kakao, Vanillemark, Natron und Backpulver in einer Schüssel.
  • Anschließend gibst du die flüssigen Zutaten (Hafermilch, Ahornsirup und Öl) hinzu und verrührst alles gut.
  • Zum Schluss kommen noch die Schokostückchen und (grob gehackten) Nüsse dazu.
  • Wenn du diese untergehoben hast, füllst du den Teig in eine Backform (ca. 22x30 cm) und bäckst die Brownies für etwa 25 Minuten bei 200°C Ober-/Unterhitze.
  • Wenn du möchtest, kannst nach dem Abkühlen noch einen Guss über die Brownies geben. Dafür schmilzt du einfach Schokolade, rührst eventuell etwas Kokosöl oder anderes Pflanzenfett hinein und gibst die Mischung über deine Brownies.
Keyword Brownies, Schokolade, Schokoladenkuchen, Vegan

 

Unser Fazit zu Pflanzendrinks

Das Thema rund um die Nachhaltigkeit von Pflanzendrinks im Vergleich zu Kuhmilch ist komplex, weil wie immer in der Landwirtschaft viele Komponenten mit hineinspielen. Da ist die Landnutzung, der Wasserverbrauch, die Umweltbelastung, und, und, und. Allerdings halte ich es für falsch bei dem Thema in „Whataboutism“ abzurutschen. Natürlich bringt es mehr, auf Rindfleisch zu verzichten, als auf Kuhmilch. Und ja, der Kaffee, in den ich meine Hafermilch schütte, hat eine schlechtere Umwelt- (und Sozial-)bilanz, als ein Glas Kuhmilch. Aber hey, Baby-Steps sind besser als gar keine. Und wer Hafermilch anstelle von Kuhmilch verwendet, achtet wahrscheinlich auch auf fair produzierten Kaffee. So wird es zumindest in nachhaltigen Hotels gemacht, und daran können wir uns ja auch zu Hause ein Beispiel nehmen.

 


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Nachhaltige Pflanzendrinks im Nachhaltigkeitscheck + die beliebtesten Pflanzendrinks in nachhaltigen Hotels

Wie nachhaltig sind Hafermilch und Co. wirklich?


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