Wie oft hast du schon ein Souvenir gekauft/verschenkt, das am Ende doch nur Staub gesammelt hat? Ein Mini-Eiffelturm „made in China“, ein Kühlschrankmagnet oder anderer Urlaubs-Krimskrams, der nur aus Höflichkeit nicht weggeworfen wird? Laut einer Opodo-Umfrage kaufen 97 % der Tourist*innen Reiseandenken. Doch nicht alle Mitbringsel bringen einen Mehrwert oder erzählen wirklich über das Land, aus dem sie stammen. Wir werfen einen kritischen Blick auf Souvenirs, zeigen dir aber auch, wie es besser geht!
Warum können Souvenirs ein Problem sein?
Wie der WWF Schweiz 2025 berichtete, werden jedes Jahr Millionen von Seepferdchen für Souvenirs getötet. Dabei stehen sie auf der roten Liste als gefährdet (vulnerable). Darüber hinaus konfisziert der Zoll jährlich viele weitere exotische Souvenirs, wie Korallenschmuck, Lederwaren aus Reptilien, Schnitzereien aus seltenen Hölzern und sogar Elfenbein!
Auch Sand und Muscheln als Urlaubs-Mitbringsel sind keine gute Idee, wie wir in den verlinkten Insights genauer erklären.
Neben den (geschützten) Naturmaterialien bestehen die meisten Souvenirs mittlerweile aus Kunststoff und werden als billige Massenware produziert. Also noch mehr Plastik für diese Welt und eine Fertigung in Fernost. Das heißt, die „Locals“ deiner Urlaubsregion sind an der Herstellung gar nicht beteiligt (es verdient lediglich der/die Verkäufer*in).

Darum sind essbare Souvenirs (oft) besser
Anstatt mehr und mehr Dinge anzuhäufen, ist unser Vorschlag: Kaufe essbare Souvenirs! Damit ersparst du deinen Liebsten (und dir selbst) die Frage danach, ob ihnen das Geschenk gefällt und wo Platz dafür ist. Und falls es nicht schmeckt? Dann ist es trotzdem irgendwann aufgebraucht und steht nicht auf alle Ewigkeit im Schrank.
Übrigens: Laut dem Hilton Trend Report 2026 sind essbare Souvenirs voll im Trend. Beim “grocery store tourism” geht es sogar genau darum: in das Alltagsleben der Menschen eintauchen und den “Geschmack des Landes” erleben.
Doch sind essbare Souvenirs automatisch nachhaltig? Natürlich nicht. In dem oben zitierten WWF-Artikel wird auch über problematische Lebensmittel wie Stör-Kaviar oder Knochenwein berichtet. Es gibt aber viele Lebensmittel, die regional sind und z. B. vom Bundeszentrum für Ernährung als nachhaltig eingestuft werden.
Wir haben uns im Netzwerk der Green PearlsⓇ Unterkünfte umgehört und stellen dir hier essbare Souvenirs vor, die wirklich aus dem Land kommen und in Handarbeit und mit regionalen Zutaten entstanden sind.
Ideen für Lebensmittel-Mitbringsel aus dem Urlaub

#1 Marmelade aus Paris und von der Ostsee
Mitten im 12. Arrondissement von Paris produziert „Confiture Parisienne“ Marmeladen in Kupferkesseln nach traditionellen Methoden. Verwendet werden unter anderem französischer Rübenzucker und Früchte ohne künstliche Zusätze.
Kaufen kannst du die Marmeladen direkt im Flagship-Store in Paris oder in ausgewählten Concept Stores.
Auch an der Ostsee wird eingekocht: Im SANDnature am Timmendorfer Strand bereiten die Frühstücksköche Franz und Elvis hausgemachte Marmeladen zu – darunter natürlich auch Sanddornmarmelade. Die kleinen orangefarbenen Früchte sind typisch für die deutsche Küste und bringen das Urlaubsfeeling mit nach Hause.
Pariser Honig von den Dächern der Stadt
Aber noch mal zurück nach Paris. Ein weiteres süßes und vielleicht auch ungewöhnliches Mitbringsel ist Honig aus urbaner Imkerei. Bienenstöcke stehen auf Dächern berühmter Gebäude wie der Opéra Garnier oder dem Musée d’Orsay. Der Honig gilt wegen der vielfältigen Stadtvegetation als besonders aromatisch.
Das Hotel Le Pavillon Paris unterstützt ein Bienen-Projekt und erhält dafür eigenen Honig aus der Provence, den du beim Frühstück serviert bekommst. Das kleine Boutiquehotel im 7. Arrondissement ist übrigens ein echter Geheimtipp. Es liegt mitten in der Stadt (fußläufig zu Eiffelturm, Seine und weiteren Sehenswürdigkeiten), ist durch den begrünten Innenhof aber eine echte Ruheoase.
#2 Honig aus den Green Pearls® Hotels

Honig ist eines der beliebtesten essbaren Souvenirs überhaupt. Viele Hotels arbeiten inzwischen mit lokalen Imkereien zusammen oder betreiben eigene Bienenstöcke.
Besonders bekannt dafür ist das APIPURA hotel rinner in Südtirol, dessen Seniorchef passionierter (Wander-)Imker ist. Im Hotel dreht sich vieles um die Biene – vom Honigbuffet, über die Einrichtung in Waben-Optik bis zur sogenannten Api-Wellness mit Luft aus dem Bienenstock. Im Hotelshop findest du die komplette Auswahl der Bioland zertifizierten Bio-Honige. Besonders beliebt als Souvenir ist laut der Gastgeberfamilie Rinner der Wabenhonig.
Wabenhonig gilt als besonders naturbelassen, da er weder geschleudert noch erhitzt wird. Die mit Honig gefüllten Waben werden direkt aus dem Bienenstock entnommen und können inklusive des Bienenwachses gegessen werden.
Auch weitere Green Pearls® Hotels bieten eigenen Honig oder Produkte regionaler Imker*innen an:
- Hotel Klosterbräu, Seefeld Tirol (Österreich)
- Schloss Lerchenhof, Kärnten (Österreich)
- SCHWARZWALD PANORAMA, Bad Herrenalb (Deutschland)
- Hotel Weihrerhof, Südtirol (Italien)
- Hotel Das Rübezahl, Allgäu (Deutschland)
- Hotel Luise, Erlangen (Deutschland)
Im SCHWARZWALD PANORAMA stammen die Produkte beispielsweise von Imker Karl Nofer, dessen Bienen den Naschgarten des Hotels bestäuben.
Honig gegen Bienensterben?
Der Trend zu hoteleigenem Honig und eigenen Bienenstöcken entstand vielerorts in der Zeit, als weltweit intensiv über das sogenannte „Bienensterben“ berichtet wurde. Dass sich seitdem mehr Menschen mit Imkerei, Blühflächen und bienenfreundlichen Gärten beschäftigen, wird von vielen Naturschutzorganisationen wie NABU grundsätzlich positiv bewertet.
Gleichzeitig wird heute stärker differenziert: Die Honigbiene gilt als Nutztier und ihr Bestand ist durch die Betreuung durch Imker*innen vergleichsweise stabil. Deutlich stärker unter Druck stehen vielerorts Wildbienenarten, denen Lebensräume und Nahrung fehlen. Projekte wie naturnahe Hotelgärten, vielfältige Blühflächen oder der Verzicht auf Pestizide können daher vor allem auch Wildinsekten zugutekommen.
#3 Hausgemachte Sirupe aus den Alpen

Im Naturhotel Outside in Osttirol stellt Seniorchef Sepp Ganzer selbst Sirupe her – etwa aus Lavendel, Holunder, Wiesensalbei, Schafgarbe, Brennnessel oder Pfefferminze. Perfekt für Sommerlimonaden mit dem Geschmack der Alpen zu Hause.
Auch im Hotel Bella Vista in Zermatt gehören hausgemachte Sirupe zu den beliebtesten Mitbringseln. Dort gibt es zusätzlich ein selbstgebackenes Früchtebrot, das sich als Mitbringsel eignet.
Im Hotel Weihrerhof in Südtirol werden ebenfalls Sirupe hergestellt. Besonders beliebt ist der Holunderblütensirup. Das Rezept dafür hat uns das Hotel übrigens verraten. Du findest es hier: Holunderblütensirup vom Hotel Weihrerhof
#4 Schüttelbrot aus Südtirol

Knusprig, würzig und extrem haltbar: Schüttelbrot ist typisch für Südtirol. Früher wurde das Brot oft nur einmal im Monat gebacken und anschließend getrocknet, damit es lange lagerfähig blieb.
Alexandra Huber vom My Arbor Hotel in der Nähe von Brixen berichtet, dass Schüttelbrot traditionell mit Speck gegessen wird. “Oder es wird in Milch eingeweicht”, sagt sie. “Das ist sozusagen eine Art historische Müslivariante”.
Das My Arbor in Südtirol empfiehlt Schüttelbrot aus der Profanter Naturbackstube. Bäcker Benjamin Profanter beschäftigt sich intensiv mit traditionellen Getreidesorten und handwerklicher Brotherstellung und war auch schon im Interview auf unserem Blog.

#5 Schwarzwälder Kaffee-Mischung für Zuhause
Im SCHWARZWALD PANORAMA entstand gemeinsam mit dem Röster Ettli eine eigene Bio-Kaffeemischung. Die Mischung besteht aus 80 % Arabica und 20 % Robusta und wird im hoteleigenen „Lädle“ verkauft.
#6 Olivenöl aus Kroatien
Auf der kroatischen Insel Iž gehört Olivenöl zu den beliebtesten Mitbringseln aus dem Hotel Korinjak. Das vegetarisch ausgerichtete Hotel zeigt, wie vielseitig die kroatische Küche auch ohne Fleisch sein kann. Pflanzliche Fette wie Olivenöl spielen in vielen mediterranen Ernährungsformen eine wichtige Rolle und gelten als gesünder und klimaschonender als tierische Fette.
#7 Ligurische Oliven aus Italien
Im Relais del Maro in Ligurien können Gäste viele der Frühstücksprodukte direkt kaufen – darunter Olivenpaste, eingelegte Oliven, Marmeladen, Cremes oder Olivenöl.
Besonders bekannt ist die Region für die kleine Taggiasca-Olive. Sie gilt als aromatisch, erinnert geschmacklich leicht an Mandeln und ist typisch für Ligurien.
Passend dazu empfehlen wir auch unseren Artikel zum Urlaub während der Olivenernte.

# 8 Müslis und Nussmischungen aus Bayern
Das Gesundheitshotel Klosterhof Alpine Hideaway & Spa hat kürzlich seinen Hotelshop um hausgemachte Müslis, Marmeladen und Nussmischungen erweitert.
Nachhaltigkeitstipp: Gerade bei Nüssen lohnt sich ein Blick auf die Herkunft: Walnüsse, Haselnüsse oder Esskastanien wachsen auch in Teilen Deutschlands und Österreichs und können eine regionale Alternative zu weit gereisten Importnüssen sein.
Die heimischen Nusssorten werden im Herbst geerntet und sind dann oft auch auf Wochenmärkten erhältlich.
#9 Spezialitäten vom Stanglwirt

Im Bio- und Wellnessresort Stanglwirt in Tirol gehören hofeigene Lebensmittel fest zur Philosophie des Hauses. Die Landwirtschaft ist nach EU-Bio-Richtlinien zertifiziert und umfasst Wiesen, Almen und Kuh-Stallungen rund um das Resort.
Produziert werden unter anderem Milchprodukte, Käse, Fleisch- und Wurstspezialitäten. Viele Wege bleiben dadurch kurz: von der Alm oder dem Stall geht’s direkt in die Hotelküche.
Kaufen kannst du die essbaren Souvenirs im Bauernladen des Hotels.
#10 Prämierter Tee aus Peru
Solltest du in Peru urlauben, so wirst du dort mehrere Tee- und Kaffeeanbauplantagen finden. Im Inkaterra Machu Picchu Pueblo Hotel ist der Teeanbau ein Herzensprojekt des Hotels. Es wird Grün- und Schwarztee aus über 100 jahre alten Camellia-sinensis-Teepflanzen gewonnen. Das Anbaugebiet liegt auf 2.050 Metern Höhe.
Bei den Teas of the World Awards (AVPA, Frankreich) 2025 erhielt der Inkaterra-Grüntee eine Gourmet-Medaille und der Schwarztee Bronze.

Kräutertee aus kleiner Gärtnerei
Auch Kräutertees sind ein schönes Geschenk. Leicht, haltbar und schön zu verpacken. Das Hotel Okelmann’s in Warpe, Niedersachsen, empfiehlt Bio-Kräutertees der kleinen Gärtnerei „Kraut & Blüten“ aus Westen an der Aller. Dort werden Kräuter seit 2019 auf einem Feld zwischen Apfelbäumen angebaut und von Hand verarbeitet.
Die Gärtnerei arbeitet EU-bio-zertifiziert und stellt Teemischungen, Kräutersalze und Gewürze in kleinen Mengen her. Die Verarbeitung erfolgt direkt vor Ort – viele Wege werden sogar mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Die Produkte gibt es unter anderem direkt im Concept Store vom Hotel Okelmann’s.
#11 Äpfel und Apfelsaft vom Bodensee

Der Bodensee zählt zu den wichtigsten Apfelanbaugebieten Deutschlands. Besonders zur Apfelblüte im Frühjahr oder während der Ernte im Herbst lohnt sich eine Reise.
Mitten zwischen den Obstbäumen liegt das Naturresort Gerbehof. Dort stammen die Äpfel und der Apfelsaft direkt aus der eigenen Bioland-Landwirtschaft – ein Mitbringsel, das eng mit der Region verbunden ist und viele Vitamine enthält.
Fazit
Mit essbaren Souvenirs bringst du etwas mit, das geteilt, probiert und erlebt werden kann. Ein Glas Honig aus Südtirol, Kräutertee aus Niedersachsen oder Olivenöl von einer kleinen Insel in Kroatien erzählen oft mehr über eine Reise als jeder Kühlschrankmagnet.
Speichere den Artikel auf Pinterest.




