Die Grillsaison ist in vollem Gange und es vergeht kaum ein Tag, da riecht es nicht von irgendwoher nach Grillgut und Holzkohle. Und da es ja immer ein wenig bewusster und nachhaltiger geht, haben wir bei den Profis aus den Green Pearls® Partnerhotels nachgefragt, welche Trends du dieses Jahr unbedingt probieren solltest und was du beim Grillen beachten kannst.
Inhaltsverzeichnis
Die meistgestellten Fragen rund um Grillen und Nachhaltigkeit
Welcher Grill ist die beste Wahl?
Welche Kohle verwendest du am besten?
Gibt es Alternativen zu Holzkohle beim Grillen?
Testergebnis: Welche Holzkohle-Alternative grillt am besten?
Wo darf man überhaupt grillen?
Der größte Hebel liegt auf dem Rost
Tipp 1: Entscheide bewusst, was auf den Grill kommt
Grillen wie im Urlaub: Inspirationen aus Hotels mit BBQ-Abenden und nachhaltiger Agenda
Fazit: Der bewusstere Grillabend beginnt lange vor dem Anzünden
Endlich wieder Grillsaison!

Grillen gehört für viele zum Sommer wie Eis und Badesee. Man sitzt zusammen, genießt lange Abende im Freien und lässt sich Zeit beim Essen.
Doch Grillabende haben auch Schattenseiten. Rauch belastet die Luft, Einwegprodukte verursachen Müll und zurückgelassene Essensreste können Tiere anlocken. In trockenen Sommern steigt zudem die Brandgefahr erheblich, besonders dann, wenn man nicht daheim im Garten grillt, sondern in der freien Natur.
Aber wir wollen dir nicht den Spaß am Grillen verderben! Mit ein paar bewussten Entscheidungen lassen sich viele negative Auswirkungen einfach vermeiden.
Die meistgestellten Fragen rund um Grillen und Nachhaltigkeit
Welcher Grill ist die beste Wahl?
Wer einen neuen Grill kaufen möchte, stellt sich oft die Frage: Gas, Holzkohle oder Elektro? Was uns bei der Recherche überrascht hat: Die Unterschiede bei den Emissionen sind kleiner als viele vermuten.
Eine Untersuchung des TÜV Rheinland kam zu dem Ergebnis, dass sich die CO₂-Emissionen verschiedener Grillarten nur gering unterscheiden. Die Werte lagen je nach Modell zwischen rund 17,5 und 18 Kilogramm CO₂-Äquivalenten pro Nutzungsszenario. Bezüglich Produktion und Transportweg sind Gas- und Holzkohlegrills laut einer allgemeinen Marktanalyse als gleichwertig zu betrachten. Beim Verbrennen von Holzkohle werden Kohlenmonoxid, Feinstaub und CO2 freigesetzt, weshalb der Holzkohlegrill von vielen als umweltschädlicher eingestuft wird. Die TÜV-Reinland-Untersuchung bestätigt dies jedoch nicht.
Hier wollen ir die verschiedenen Grilltypen noch mal einordnen:
- Einweggrill: Absolut die schlechteste Wahl. Wenn es eine Grillvariante gibt, die du vermeiden solltest, dann ist es diese. Die Aluminiumschalen werden nur einmal genutzt, verbrauchen unnötige Ressourcen und hinterlassen am Ende Müll, der in vielen Fällen nicht einmal ordentlich getrennt und recycelt wird (schließlich landen Einweggrille, wenn überhaupt, im nächsten Restmülleimer).
- Kugelgrill: Durch den geschlossenen Deckel arbeitet er effizienter als viele offene Grills. Wenn du auf Holzkohle und Raucharomen nicht verzichten willst, ist dies generell eine gute Wahl.
- Gasgrill: Gasgrills lassen sich schnell starten und präzise regulieren. Dadurch wird nur so viel Energie eingesetzt, wie tatsächlich benötigt wird. Allerdings basiert das benötigte Flüssiggas meist auf fossilen Rohstoffen wie Propan oder Butan.
- Elektrogrill: Ein Elektrogrill produziert vor Ort weder Rauch noch offene Flammen. Wird er mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben, kann dies eine interessante Option sein – besonders auf Balkonen oder in dicht besiedelten Wohngebieten (Achtung: Überprüfe unbedingt, ob das Grillen bei dir auf dem Balkon erlaubt ist!).
- Infrarotgrill: Infrarotgrills erreichen hohe Temperaturen in kurzer Zeit und erzeugen kaum Rauch. Sie sind allerdings vergleichsweise teuer und eignen sich vor allem für Terrassen oder Gärten.
- Solargrills: Sie nutzen gebündelte Sonnenenergie und kommen so ohne Strom oder Brennstoff aus. In der Praxis sind die Modelle aber derzeit noch Nischenprodukte für Technikbegeisterte. Die Auswahl ist klein und Erfahrungsberichte sind bisher begrenzt.
Welche Kohle verwendest du am besten?

Wenn es der Holzkohlegrill sein soll, dann lohnt sich ein genauer Blick auf die Verpackung. Eine Untersuchung vom WWF und dem Thünen-Institut zeigte, dass in vielen Grillkohle-Produkten Holz aus tropischen oder subtropischen Regionen enthalten war. Für Verbraucher*innen ist die Herkunft häufig nicht sofort erkennbar.
Der WWF empfiehlt daher Bio-Grillkohle mit FSC-Zertifizierung oder Naturland-Zertifizierung zu kaufen. Weiterhin kannst du auf das DIN-Prüfzeichen DIN EN 1860-2 achten. Das DIN-Siegel garantiert zwar keine nachhaltige Herkunft, stellt aber sicher, dass keine problematischen Zusätze wie Kunststoffe oder Erdöl enthalten sind.
Gibt es Alternativen zu Holzkohle beim Grillen?
Ja, es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Alternativen zu Holzkohle und einige schneiden überraschend gut ab. Ein Praxistest des Fernsehsenders Kabel Eins verglich klassische Holzkohle mit Kokosbriketts, Olivenbriketts und Rebstöcken. Dies sind alles Abfallprodukte (z. B. Olivenkerne als Rückstände der Olivenölproduktion usw.), welche dann als Brennmaterial für den Grill noch einen Verwendungszweck finden.
Für den Test (hier zu sehen auf YouTube) wurden vier identische Grills befeuert und dann damit Würstchen und Nackensteaks gegrillt.
Testergebnis: Welche Holzkohle-Alternative grillt am besten?

Das Ergebnis: Die klassische Holzkohle erhitzte sich am schnellsten (in 13 Minuten), doch wurde die Hitzeentwicklung bei den Kokosbriketts und Olivenbriketts als gleichmäßiger empfunden. Testsieger waren die Kokosbriketts, da sie eben eine “lange und gleichmäßige Hitze” liefern und vergleichsweise günstig sind. Die Rebstöcke entwickelten mit Abstand den meisten Rauch und es musste häufig nachgelegt werden. Diese überzeugten demnach nicht.
Hotels, die einen eigenen Wald besitzen, wie z. B. das Naturresort Gerbehof am Bodensee, verfeuern vor allem ihre eigenen Holzreste: “Gegrillt wird nur mit eigenem Holz – ohne Holzkohle und sonstigem”, sagt Gastgeberin Ursula Wagner. Außerdem sei in dem Bio-Hotel auch beim Grillen “selbstverständlich alles bio einschließlich der Gewürze von Sonnentor”.
Wo darf man überhaupt grillen?
Die Regeln unterscheiden sich weltweit und oft sogar regional. Mach es dir einfach und grille nur an ausgewiesenen Grillplätzen! Empfindliche Naturräume und offene Feuer in Waldnähe während der Trockenperioden sind absolut tabu. Willst du bei dir daheim grillen, achte auch da auf örtliche Regeln, vor allem, wenn du zur Miete wohnst. Gerade in engen Wohngebieten und auf Balkonen ist das Grillen nicht immer oder nur in Maßen erlaubt.

Rücksicht auf Tiere und Natur
Essensreste in der Natur zurücklassen? Bitte nicht. Fleisch und Fisch können Ratten und Schädlinge anlocken und sind für Wildtiere aufgrund der vielen Gewürze ein ohnehin gesundheitliches Risiko. Auch Knochen (insbesondere von Geflügel) bergen eine Gefahr, da sie schnell splittern. Gib also auch deinen Haustieren keine Knochen vom Grillgut!
Wickle die Reste am besten in Zeitungspapier und entsorge sie über den Restmüll. Dass du auch den anderen Müll entsorgen musst, ist jetzt müßig zu erwähnen. Am besten für die Natur ist es, wenn du einfach gar nichts zurücklässt. Siehe hierfür auch unser Insight: Darf ich Obstschalen in die Natur werfen?
Musik hören in der Natur?
Wir wollen jetzt nicht zum/zur Spaßverderber*in werden, doch auch mit dieser Frage haben wir uns schon beschäftigt: Darf man im Wald Musik hören? Spoiler: Man darf, aber besser wäre es, es sein zu lassen. (Im verlinkten Artikel erfährst du, warum)
Und wohin mit der Grillasche?
Noch ein Punkt, der sehr wichtig ist: die Grillasche. Sie muss eine ganze Nacht oder am besten 24 Stundenruhen, um vollständig auszukühlen. Am besten du schichtest sie zwischendrin immer mal um, damit sich keine Glutnester bilden. Vollständig ausgekühlt gehört sie dann in den Restmüll. Öffentliche Grillplätze sollten für die Grillasche einen ausgewiesenen Platz haben.
Der größte Hebel liegt auf dem Rost

Wenn du besonders ressourcenschonend grillen möchtest, ist allerdings nicht so sehr die Grilltechnik entscheidend, sondern das, was auf dem Grill liegt.
Studien (z. B. von TÜV Rheinland) zeigen, dass der überwiegende Teil der klimarelevanten Emissionen eines Grillabends durch die Lebensmittel selbst verursacht wird.
Tipp 1: Entscheide bewusst, was auf den Grill kommt
Besonders emissionsintensiv sind Lebensmittel wie:
- Rindfleisch
- Grillkäse
- und andere stark verarbeitete tierische Produkte.
Günstiger sind pflanzliche Grillalternativen, beispielsweise:
- Gemüse
- Tofu
- Oder pflanzenbasierte Würstchen
Fisch und Geflügel haben ebenfalls geringere Umweltauswirkungen als Fleisch (insbesondere Rindfleisch), allerdings solltest du hier ganz besonders auf Herkunft, Haltung, Fangmethode etc. achten.
Wenn Fleisch für dich nach wie vor zum Grillgenuss gehört, dann merke dir einfach: Je weniger, desto besser. Und dann eben auch in Bio-Qualität. Vielleicht verzichtest du auch einfach bei den Beilagen auf zusätzliche Tierprodukte?
Und: Gib Fleischalternativen einfach mal eine Chance. Das Slowfood-Hotel Schloss Lerchenhof in Kärnten hat eine eigene Landwirtschaft mit Schweinen und Gemüseanbau. Trotzdem gibt es auf dem Grill auch Tofu. “Unser hausgemachter Tofu ist richtig berühmt”, schwärmt Gastgeber Johann Steinwender. “Über dem Holzfeuer entfaltet er sein ganz eigenes Aroma.”
Tipp 2: Grillen ohne Alufolie

Der nächste “Standard”, der für viele immer noch ganz selbstverständlich zum Grillen gehört, ist Alufolie. Dabei ist Aluminium eigentlich viel zu kostbar, um einfach als Wegwerfprodukt abgerollt und gleich wieder weggeschmissen zu werden. Inzwischen gibt es zahlreiche Alternativen, die wirklich gut und zweckmäßig sind:
- wiederverwendbare Grillkörbe
- Grillgitter (benutze ich z. B. ständig; Es ist verschließbar und mit Griff zum Wenden – einfach genial!)
- Grillplatten aus Gusseisen
- Edelstahl-Schalen
- Grillpfännchen
- Gemüseblätter als natürliche Verpackung
Tipp: Wenn du Maiskolben grillst (diese vorher im Schnellkochtopf vorgaren oder vorgegart kaufen), kannst du die Maisblätter nutzen, um darin Fisch, Gemüse oder Pilze mit Kräutern und Gewürzen einzuwickeln und direkt auf den Grill legen. Ein Grillkorb ist meiner Meinung nach zwar praktischer, aber wenn du einen coolen Hingucker für die Party möchtest, ist das auf jeden Fall originell.
Grillen wie im Urlaub: Inspirationen aus Hotels mit BBQ-Abenden und nachhaltiger Agenda

Spricht man mit Green Pearls® Hotels über aktuelle BBQ-Trends und worauf sie beim Grillen achten, so fällt auf, dass viele Hotels beim Grillen ähnliche Schwerpunkte setzen:
- weniger Technik, mehr Handwerk
- bewusster Umgang mit Brennmaterial
- Verzicht auf Einwegprodukte
- kreative vegetarische und vegane Alternativen
Regelmäßige Grillabende findest du z. B. im Schloss Lerchenhof. Hier gesellen sich die Gastgeber*innen gern zu den Gäste zum “Grillen unterm Apfelbaum”. Wichtig ist ihnen vor allem, dass alles traditionell bleibt, ohne Technik, Thermometer oder digitale Hilfsmittel.
Mein Tipp: Weniger Technik, mehr Handwerk. – Johann Steinwender, Schloss Lerchenhof
BBQ-Donnerstag
Im Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa in Bayerisch Gmain wird den ganzen Sommer über jeden Donnerstagabend mit den Gästen gegrillt. Der BBQ-Treffpunkt ist auf der Terrasse und oft wird es hier sehr gesellig.
Ihr Tipp: “Zeit und Geduld ist ein wichtiger Faktor beim Grillen. Die solltest du auf jeden Fall mitbringen!”
BBQ-Samstage mit dem Smoker

Auch das SCHWARZWALD PANORAMA in Bad Herrenalb hat Grillabende im Sommer fest in den Speise- und Eventplan für die Gäste integriert. Hier werden am 1. und 3. Samstag im Monat die Smoker angeheizt.
Im Zuge der Zero-Waste-Strategie des Hauses steht auf dem Grillbuffet alles in wiederverwendbaren Gläsern. Gegrillt werden nicht nur BBQ-Klassiker (Fleisch) sondern auch Gemüse – alles in Bioqualätit, was dem Bioland-GOLD-zertifiziertem Hotel sehr wichtig ist.
“Unsere Küchenprofis experimentieren gern und bereiten traditionelle Gerichte neu – auch in Veggie-Edition” – SCHWARZWALD PANORAMA
Fazit: Der bewusstere Grillabend beginnt lange vor dem Anzünden
Wer nachhaltiger grillen möchte, muss nicht auf Genuss verzichten. Kleine Entscheidungen können bereits einen Unterschied machen:
- hochwertige Kohle statt Billigware
- wiederverwendbares Zubehör statt Einwegprodukte
- mehr Gemüse und pflanzliche Alternativen
- respektvoller Umgang mit Natur und Mitmenschen
Und zum Abschluss noch eine Slowfood-Weisheit: Nicht die Menge macht das Erlebnis besonders, sondern die Aufmerksamkeit, mit der wir es genießen.
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