Darf man im Wald Musik hören?

Darf man im Wald Musik hören?

Darf man im Wald Musik hören?

Beim Picknicken auf einer Lichtung, beim Wandern in einer Gruppe oder am Badesee – nur wenige von uns haben noch nie im Wald Musik gehört. Doch hast du dich schon einmal gefragt, ob das überhaupt erlaubt ist? Und welche Auswirkungen die Beschallung auf die Tierwelt hat? BILD: Pixabay

 

Musik im Wald – wie ist die rechtliche Lage?

Grundsätzlich ist das Hören von Musik im Wald nicht verboten. Aber:

Wälder in Deutschland gelten als Erholungsräume. Wer andere Personen oder die Tierwelt durch das Musikhören massiv stört, macht sich unter Umständen strafbar. Halte also, um auf der sicheren Seite zu sein, die Lautstärke auf einem normalen Niveau.

Zu beachten ist außerdem, dass die Regelungen von Bundesland zu Bundesland und in Naturschutzgebieten unterschiedlich sein können. Gerade in letzteren gilt fast immer ein komplettes Verbot, um die Tierwelt nicht zu stören. Solche Zonen sind aber in der Regel durch Schilder gekennzeichnet. Achte beim Spazierengehen oder bei der Suche nach einem gemütlichen Plätzchen deshalb immer darauf, wo du dich gerade befindest.

Aber auch unabhängig von der rechtlichen Lage: Keiner von uns hört gerne die Musik anderer Leute. Ob es nun strafbar ist oder nicht, gerade im Wald, wo man hingeht, um dem Lärm der Stadt zu entkommen, sollte jeder von uns Rücksicht auf andere nehmen.

 

Der Einfluss auf das Tierreich

Dies gilt insbesondere auch aus Rücksicht auf die eigentlichen Bewohner des Waldes: die Wildtiere. Lauter Lärm schreckt sie auf und kann je nach Art erheblichen Stress verursachen, wie diese Metastudie zeigt. Auch die Kommunikation zwischen den Tieren einer Art oder mit anderen wird gestört, wie Biologin Angela Stöger erklärt. Das kann sich beispielsweise auf das Paarungsverhalten auswirken oder sogar zur kompletten Vertreibung führen. Beispiele:

  • Singvögel und Amphibien wie Frösche nutzen ihre Töne um Partner zu finden – laute Musik kann ihren Gesang übertönen
  • Fledermäuse orientieren sich bei ihrer nächtlichen Jagt über Echoortung – laute Musik in der Nacht beeinträchtigt sowohl ihre Orientierung als auch ihr Jagtvermögen
  • Rehe und Hirsche sind Fluchttiere und sehr gute „Lauscher“. Unnatürlicher Lärm versetzt sie in Stress und vertreibt sie.

Natürlich handelt es sich bei den meisten dieser Effekte um Langzeitwirkungen. Dennoch solltest du dich fragen, was passieren würde, wenn alle im Wald laut Musik hören würden. Oder wie du dich fühlen würdest, wenn sich jemand in dein Wohnzimmer setzen und lauthals Death Metal auflegen würde. Vor allem, wenn du bedenkst, dass viele Tiere viel mehr auf ihren Gehörsinn angewiesen sind als wir Menschen und dass dieser auch viel feiner entwickelt ist.

Deshalb lautet mein Fazit: Reduziere die Musik im Wald auf ein absolutes Minimum, benutze Kopfhörer oder lass es am besten ganz bleiben. Schließlich gehen wir in den Wald, um dem Lärm zu entkommen, nicht, um ihn zu produzieren.


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