Wusstest Ihr, dass in Deutschland ca. 80 kg Lebensmittel pro Kopf jedes Jahr im Müll landen. Das belastet die Umwelt, denn sowohl bei der Herstellung als auch beim Entsorgen werden Ressourcen verbraucht. Oberste Priorität ist die Vermeidung von Essenabfällen. Das funktioniert am besten, wenn man mit Einkaufsliste einkauft und nur das mitnimmt, was tatsächlich gebraucht wird. Das ist auch für den privaten Verbrauch nicht immer einfach und noch schwieriger bei unseren Hotels. Lasst Euch von unseren Green Pearls® Hotels inspirieren und erfahrt in unserem Blog, wie man Essensreste vermeidet und wenn sie anfallen, wie man sie kreativ wiederverwerten kann.
Genießerhotel Die Forelle
Auf unsere Frage inwieweit Essensreste entstehen, antwortet Hannes Besitzer und Küchenchef des Genießerhotel Forelle: „Schon auch – ist ja nicht vermeidbar – nur haben wir uns zum Prinzip gemacht, alles was wir wegwerfen möchten noch einmal in dessen Nutzung zu überdenken. So entstanden schon viele coole Zutaten.“

Vor ungefähr zehn Jahren hat sich Hannes für die „Importautarkheit“, entschieden, was bedeutet so viel wie möglich, auf den Import von Waren zu verzichten und gleichzeitig die „Wegwerf Vorgänge“ neu zu überdenken in Richtung Wiederverwertung. In der Küche der Forelle ist man kreativ und die Mitarbeiter überlegten sich alternative Verwendungsmöglichkeiten. So kam es, dass Obst- und Gemüseschalen, die früher im Bio-Müll landeten, heute getrocknet und pulverisiert am Frühstücksbuffet eine neue Verwendung gefunden haben – und die Gäste lieben es! Aus Äpfeln wird Apfelmehl für das Frühstücksmüsli und aus den Schalen von Erdäpfeln wird Erdäpfelmehl; der perfekte Genuss mit Frischkäse. Und so findet jeder Gemüserest eine neue Bestimmung und vielfach ist es eine super Deko – als Pulver – für etliche Gerichte wie z. B. ein Kohlgericht mit Kohlstaub.
SCHWARZWALD PANORAMA
Im SCHWARZWALD PANORAMA entstehen dank sehr guter Planung und optimierten Prozessen kaum Essensreste. Die Buffets sowie der Brunch sind vom Ablauf so getaktet und organisiert, dass weniger Speisereste anfallen, als dies bei der klassischen Vorgehensweise der Fall ist. Beim Frühstücksbuffet wird alles in Weckgläsern portioniert. Das hat den positiven Effekt, dass sich die Gäste nicht so viel nehmen, sondern lieber, je nach Hunger öfter ans Buffet gehen. Ein weiterer Schritt zur Optimierung ist die Anpassung der Prozesse in der Küche sowie die Auswahl der Speisen an die Belegung. Alle Lebensmittel werden nach Möglichkeit wiederverwendet. So werden zum Beispiel gekochte Eier zu Eiersalat zubereitet und in einer Reste Box mit nach Hause genommen. Essensreste, die unvermeidbar sind aufgrund von Hygienevorschriften, finden in der Bio oder Speiserestetonne noch eine Verwertung, indem sie zu Biogas vergoren werden.


Tongsai Bay
Das seit 30 Jahren nachhaltig agierende Tongsai Bay auf Koh Samui zeigt eindrucksvoll, wie man Essenreste sinnvoll verwenden kann. Im Spa dient der Bodensatz des morgendlichen Kaffees als Körperpeeling und macht die Haut glatt und weich. Die Reinigungsmittel werden aus fermentierten Ananasschalen hergestellt. Schalen und Reste von anderem Obst und Gemüse, gebrauchte Zitronengrasstrohhalme sowie Fischgräten werden ebenfalls fermentiert und anschließend als Dünger im Biogarten verwendet. Die Essensreste, für die keine weitere Verwendung gefunden wird, werden einer Schweinefarm und einem Hunde- und Katzenheim auf Koh Samui übergeben.
Biohotel Sturm

Das Biohotel Sturm ist seit 2011 zertifiziertes Biohotel und zudem Mitglied bei BIO HOTELS und Slow Food Deutschland. Es werden ausschließlich Bio-Lebensmittel verwendet, die direkt aus der Rhön oder von umliegenden Regionen, wie dem Thüringer Wald stammen. Durch die Bioküche fällt kaum Müll an. Die Essenreste von den Tellern der Gäste werden in der Biotonne entsorgt, Abfälle, die in der Küche entstehen, werden kompostiert. Zur Vermeidung von Essenresten werden kleine Portionen ausgegeben, die Gäste sind eingeladen jederzeit nach einem Nachschlag zu fragen.
Hotel Inkaterra Machu Picchu Picchu Pueblo

Recycling von gebrauchtem pflanzlichem Speiseöl (AVU) durch das Machu Picchu Pueblo HOTEL. Das Inkaterra Machu Picchu Pueblo Hotel (IMPPH) und El MaPi,byInkaterra (EM), haben eine erfolgreiche Partnerschaft mit AJE und der Gemeinde Machu Picchu Pueblo, installiert. Das gebrauchte Öl wird als Ganzes verarbeitet und in Biodiesel und Glyzerin umgewandelt, die als Basis für Seife verwendet werden können. Außerdem sind das Dorf, Hotels und lokale Restaurants eingeladen, sich an diesem Recycling zu beteiligen, indem sie ihr eigenes gebrauchtes Speiseöl zur Anlage bringen und so die Verunreinigung des Vilcanota-Urubamba-Flusses, in den sie es früher abführten, verhindern.
Persönlicher Green Pearls® Tipp
Wir hoffen, wir konnten Euch einige Anregungen geben. Zusammengefasst ist der erste Schritt die Planung und der zweite die Verwertung. Noch ein Tipp von der Autorin. Obst und Gemüse, das nicht mehr ansehnlich aber nicht angeschimmelt ist, lässt sich einfrieren und wunderbar zu einem Smoothie verwerten.
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Danke für den Beitrag. Wirklich spannend, dass durch die intelligente Entsorgung von Speiseresten neue Produkte entstehen können. Besonders gut gefällt mir die Umwandlung pflanzlichem Speiseöl zu Seifen.