Nachhaltig waschen und putzen - GREEN TRAVEL BLOG

Nachhaltig waschen und putzen

Nachhaltig waschen und putzen
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Habt ihr euch eigentlich schon mal Gedanken über die Nachhaltigkeit von Wäsche gemacht? Jährlich landen alleine in Deutschland mehr als 600.000 Tonnen Waschmittel im Abwasser. Dazu kommen mehr als 250.000 Tonnen Weichspüler und Waschhilfsmitteln wie Hygienespüler.

Jahr für Jahr steigt diese Menge weiter an. Nicht alle Inhaltsstoffe der Waschmittel bauen sich in der Kläranlage ab. Viele sind giftig für Wasserorganismen und können in unsere Flüsse, Seen und auch ins Meer wandern. Deshalb gilt: Für die Umwelt ist es besser, wenn ihr so wenig Waschmittel wie möglich verwendet. Das Gleiche gilt übrigens für Reiniger und Spülmittel.

Aber was sind diese gefährlichen Stoffe, und was könnt ihr dagegen tun? Konservierungsstoffe, Duftstoffe, Füllstoffe, Tenside und Mikroplastik– das sind die Umweltsünder in Waschmitteln und Co. nach denen ihr auf den Etiketten Ausschau halten solltet.

Checking Labels in the Supermarket, Avoiding harmful chemicals
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Konservierungsstoffe findet ihr vorrangig in flüssigen Reinigern. Besonders die antibakteriellen Stoffe können dabei problematisch werden, denn die töten auch die guten Bakterien im Klärwerk ab. Gelangen sie dann ins Grundwasser, schädigen sie zudem die dort lebenden Mikrolebewesen.

Unerforschte Auswirkungen

Eine große Belastung ist auch Mikroplastik. Da die Filteranlagen diese kleinen Teilchen nicht vollständig herausfiltern können, werden die Plastikpartikel in die Umwelt gespült. Jährlich sind das fast 977 Tonnen Mikroplastik. Einen Teil davon nehmen wir über unsere Nahrung selbst wieder auf, da das Plastik im Klärschlamm und Meer landet. Die Langzeitfolgen davon sind noch nicht erforscht.

Interessanter Fakt: Mikroplastik ist nicht nur häufig in Waschmitteln und Reinigern, sondern löst sich beim Waschen auch aus eurer Kleidung. Es gibt Wäschesäcke die das verhindern und so das Grundwasser schützen und die Umweltbelastung weiter verringern.

Um die schädlichen Auswirkungen auf die Natur (und eure eigene Gesundheit) zu verhindern, solltet ihr versuchen biologisch abbaubare und zertifizierte Reiniger zu verwenden. Unsere Green Pearls Partner haben ein paar Tipps, wie das in ihren Hotels und Ferienhäusern funktioniert.

Einen guten Rundum-Plan hat das Gut Nisdorf für euch: Statt Flüssigwaschmittel verwenden sie ökologisches Waschpulver. Stärkere Verschmutzungen werden vorher mit Gallseife oder Panamarinde behandelt. Die Wäsche könnt ihr im Anschluss aufhängen, damit spart ihr die Stromkosten des Trockners. „Im Sommer trocknen wir die Handtücher und Bettlaken draußen im Garten“, erzählt Gastgeberin Sabine Stange. Ein netter Nebeneffekt ist dabei der frische Wäschegeruch über dem Hotel an der Ostsee.

Biologisch abbaubare Reiniger

Eure Reinigungsmittel sollten ebenfalls alle biologisch abbaubar sein. Besen, Handfeger und Schrubber möglichst aus Holz, die Kehrschaufel aus Metall. Ebenfalls ein guter Tipp um Reiniger einzusparen? „Für die Reinigung der Apartments stehen kleine Hochdruckreiniger zur Verfügung. Das spart neben den Reinigungsmitteln auch Zeit.“

Damit sind die meisten Punkte in der Waschküche und dem Haus schon abgedeckt. Aber denkt mal an die Küche: In den meisten Haushalten findet sich am Spülbecken ein Kunststoffschwamm oder eine Bürste. Während ihr die Bürste zwar hin und wieder in die Spülmaschine stellen könnt, um sie sauber zu halten, braucht es gerade beim Schwamm regelmäßig Ersatz, da sich dort sonst die Bakterien tummeln.

Cleaning with a Luffa Sponge, Zero Waste, Gut Nisdorf
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Statt eines Kunststoffschammes kann man hierfür auch einen biologisch abbaubaren Schwamm nehmen: den Luffa-Schwamm. Luffa ist ein Kürbisgewächs, und wird heutzutage auch gerne in der Körperpflege eingesetzt. Nach der Verwendung in Bad oder Küche kann der Schwamm einfach kompostiert werden.

Oma’s Hausmittelchen verwenden

Auch bei alten Hausmitteln könnt ihr euch bedienen. Das traditionsorientierte Okelmann’s Team aus Warpe benutzt wo es nur geht Zitronensäure, Essig und Backpulver. Ein typisches Einsatzgebiet hierfür sind Kalkflecken und Verschmutzungen im Bad und in der Küche.

Einfache Verkalkungen am Wasserhahn oder -becken lassen sich mit Zitronensäure oder Essig ganz leicht wegschrubben. Auch im Wasserkocher oder der Kaffeemaschine sind die alten Hausmittel praktisch. Zitronensäure mit etwas Wasser aufkochen und der Kalk ist weg.

Bei hartnäckigeren Verschmutzungen könnt ihr das Backpulver mit dem Essig oder der Zitronensäure mischen. Besonders gut funktioniert diese Mischung auch um dreckige, helle Stoffschuhe wieder sauber zu bekommen.

Innovative Reiniger mit vielen Einsatzmöglichkeiten

Das thailändische Tongsai Bay verwendet ebenfalls einen ganz natürlichen Reiniger. Dafür greift das Hotel auf eine besondere Rezeptur zurück. Sie mischen dafür Backpulver, Wasser, Essig und Ananas-EM. EM sind effektive Mikroorganismen. In EM leben eine Vielzahl verschiedener Mikroben (Hefen, Milchsäure- und Fotosynthesebakterien) in Symbiose. Diese sind vielseitig einsetzbar – unter anderem zum sauber machen.

Diese werden im Tongsai Bay selbst hergestellt. Und zwar aus Fruchtschalen und anderen organischen Stoffen die fermentieren. Auch das Berghotel Rehlegg im Allgäu verwendet EM zum Putzen, und zwar von EM-Chiemgau. Falls ihr den ökologischen Allrounder einmal testen wollt, könnt ihr ihn also auch einfach dort oder bei einem anderen Händler bestellen.

Sustainable Cleaning, Eco-friendly products, AdobeStock
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Es gibt sogar Berichte, dass gewisse EM sich positiv auf die Gesundheit von Menschen und Tieren auswirken können. Abgesehen davon werden sie auch in der Landwirtschaft und Gartenpflege eingesetzt. Mehr zum Thema gesunde Gärten findet ihr hier.

Regionale Händler unterstützen

Wem das alles zu kompliziert ist, der kann natürlich auch auf normale, zertifizierte Ökoreiniger aus dem Handel zurückgreifen. Teilweise könnt ihr damit sogar die Wirtschaft bei euch vor Ort unterstützen. Das Naturhotel Aufatmen im Tiroler Leutasch zum Beispiel bestellt seine Reiniger direkt beim Produzenten Hollu – und der ist gerade einmal 15 Kilometer vom Hotel entfernt.

Dieses regionale Denken findet sich auch in der Küche des österreichischen Hotels wieder: Auf Lebensmittel mit langen Transportwegen und unnötig viel Auswahl wird hier bewusst verzichtet. Familie Pfeiffer reduziert bewusst auf die wesentlichen Elemente – egal ob beim sauber machen oder beim Kochen.

Unverpackt-Läden sind übrigens eine tolle Alternative um umweltfreundliche Reiniger zu kaufen – mit dem Bonus, dass hier die Verpackung sogar komplett entfällt. Schaut doch mal, welche Produzenten und Geschäfte es in eurer Nähe gibt! Und jetzt bleibt uns nur noch zu sagen: Viel Spaß beim Frühjahrsputz!

 

Auch Naschen geht nachhaltig! Ihr wollt wissen wie? Schaut doch mal hier vorbei: SCHOKOLADE: NACHHALTIG NASCHEN

 

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