Hast du auch einen Ort, den du in jeder Stadt anschauen musst? Es geht nicht um die klassischen Sehenswürdigkeiten oder so etwas, sondern vielmehr um alltägliche Orte. Gehst du zum Beispiel in jedem Urlaubsort, ins Heimatmuseum oder in Kirchen. Oder führt für dich kein Weg an der Bäckerei vorbei? Bei mir sind es Bibliotheken. Die einzigartige Atmosphäre, die trotz unterschiedlicher Länder und Kulturen doch immer ähnlich ist, macht beinahe süchtig. Die Liebe zu Büchern und zum Wissen, die die Menschen an diesen Orten teilen, ist greifbar. Geht dir das so? Dann freu dich darauf, einige der schönsten Büchereien in Europa mit diesem Blog zu besuchen und außerdem einen Blick in die Bibliotheken unserer nachhaltigen Hotelpartner zu werfen.
Wissensspeicher, Ruhepol und lebendige Geschichte
Bibliophilie, [die]: vom altgriechischen βιβλίον biblíon „Buch“ und φιλία „Freundschaft Liebe“; übersetzt, also „Liebe zum Buch“); bezeichnet das Lieben und Sammeln von schönen, seltenen oder historisch wertvollen Büchern.
Bibliotheken sind viel mehr als Orte, an denen Bücher aufbewahrt werden. Oftmals sind sie gleichzeitig auch ein Arbeitsort, ein Treffpunkt von Menschen aller Altersklassen, Herkünften und sozialen Schichten und bieten Raum für Lesungen und andere Veranstaltungen.
Bibliotheken und Nachhaltigkeit
Leihen ist nachhaltiger als kaufen. Klar, kaum etwas kommt an den Geruch eines neuen Buches heran oder an das Gefühl, zum ersten Mal die Seiten aufzuschlagen, doch wie viele Bücher kaufen wir, um sie einmal zu lesen und anschließend festzustellen, dass wir es vermutlich nie wieder lesen werden. In der Bibliothek kannst du dir Werke ausleihen (oder vor Ort lesen) und wenn sie dir dann wirklich gefallen, kannst du immer noch eine Ausgabe kaufen.
Auch für Reisende sind Bibliotheken immer ein Anlaufpunkt. Insbesondere auf Langzeitreisen sind sie eine Konstante bei ständig wechselnden Aufenthaltsorten. Sie bieten einen Aufenthaltsort, Strom und meist auch W-LAN 😉
Allerdings sind viele Bibliotheken auch einfach aufgrund ihrer Schönheit einen Besuch wert und haben damit mancherorts den Status einer Sehenswürdigkeit. Die Bibliothek des Trinity Colleges in Dublin zum Beispiel. Oder die Stiftsbibliothek im Kloster St. Mang bei Füssen.
Sehenswürdigkeit: Bibliothek
Klosterbibliothek St. Mang
Nur wenige Minuten vom nachhaltigen Hotel Das Rübezahl entfernt liegt das Kloster St. Mang. Benannt wurde es nach dem heiligen Magnus, der die Geschichte der Stadt Füssen mit zahlreichen Wundertaten geprägt hat.
Das ehemalige Benediktinerkloster wurde knapp 100 Jahre nach seinem Tod im 9. Jahrhundert gegründet und beherbergt unter anderem eine wunderschöne Bibliothek. Diese kannst du bei einem Museumsbesuch bestaunen! Ausleihen kannst du in dieser historischen Bibliothek allerdings nichts. Das musst du dann auf die kleine, aber feine Bibliothek im Hotel Das Rübezahl verlegen.
Klosterbibliothek Maria Laach
Ebenfalls eine Klosterbibliothek und doch ist die Geschichte eine andere. Im Kloster Maria Laach hatte es natürlich auch von Anfang an eine Bibliothek gegeben, doch mit dem Aufheben der Abtei Anfang des 19. Jahrhunderts wurde auch die damalige Bibliothek aufgelöst. Nur ein Bruchteil der Maria Laacher Handschriften konnte bis heute lokalisiert werden.
Mit den Jesuiten zogen auch wieder Bücher ein. Zunächst bauten sie jedoch einen neuen Bibliotheksraum, der sich sowohl an klösterlicher Architektur als auch am zeitgenössischen Stil orientierte.
Die heutige Bibliothek bzw. deren Inhalt stammt jedoch aus den Jahren nach 1892, nachdem die Jesuiten das Gebiet verlassen mussten und das Kloster zwei Jahrzehnte später wieder von den Benediktinern übernommen worden war. Inzwischen musste ein alter Kuhstall die Bibliotheksfläche erweitern. Etwa 260.000 Bücher haben im Kloster Maria Laach ihr zu Hause und können in den riesigen Magazinen mit den Galerien und Wendeltreppen bestaunt werden. Da die Bibliothek Teil eines aktiven Klosters ist, kannst du sie nur nach vorheriger Anmeldung und mit einer Führung besichtigen. Es lohnt sich aber auf jeden Fall!
Übrigens: Wenn du vom Norden oder Westen zum Lifestyleresort zum Kurfürsten in Bernkastel-Kues anreist, dann fährst du beinahe am Kloster Maria Laach vorbei. Von dort ist es dann noch eine knappe Stunde mit dem Auto bis zum Hotel, von wo aus du den Rest der Moselregion erkunden kannst.
Bibliothèque nationale de France in Paris
Als Bücherliebhaber befindet man sich in Paris ja ohnehin im siebten Himmel mit den zahlreichen kleinen Buchläden und Cafés. Einen Besuch in der französischen Nationalbibliothek in der Rue de Richelieu solltest du dir trotz all der Ablenkung dennoch nicht entgehen lassen. Im 17. Jahrhundert entstand sie aus einem Zusammenschluss mehrerer Gebäude, darunter das Palais Mazarin und die Galerie Mansart. Heute werden über 30 Millionen Schriftstücke, Bücher und Dokumente aus der Vergangenheit und der Gegenwart darin aufbewahrt. Darüber hinaus findest du dort auch Drucke, Fotografien, Briefe, Münzen und Musik.
Wenn du bei deinem Besuch in Paris im nachhaltigen Hôtel Le Pavillon übernachtest, kannst du die Nationalbibliothek perfekt in einen Stadtrundgang einbauen. Von dort sind es nur gute 30 Minuten zu Fuß über die Seine, am Louvre vorbei und entlang des Jardin du Palais-Royal. Und schon stehst du davor. Du kannst Führungen durch die Bibliothek und das dazugehörige Museum buchen. Die Besichtigung an sich ist aber kostenfrei (Stand: 29. November 2022). Für die Lesesäle brauchst du allerdings einen Lese-, Kultur- oder Recherchepass.
Stiftsbibliothek Sankt Gallen
Sie gehört zu den ältesten und schönsten Bibliotheken der Welt! Ein Muss also, wenn du in der Schweiz oder rund um den Bodensee unterwegs bist. Mehr als 170.000 Bücher und Manuskripte werden hier aufbewahrt, darunter frühmittelalterliche Schriften, der wohl älteste, gezeichnete Bauplan der Welt und das älteste deutsche Buch: Eine Handschrift der Nibelungen-Saga. Oh, und eine Mumie hat die Bibliothek auch.
Besonders beeindruckend ist die barocke Architektur der Bibliothek. Nicht umsonst gilt sie als eine der schönsten Bibliotheksbauten der Welt. Der Prunk des Barocks wird dich im ersten Moment vermutlich erschlagen. Aber vergiss darüber nicht, auch die Details anzusehen, wie den jahrhundertealten Tannenholzfußboden oder die einzelnen Malereien und Bilder, die zum Beispiel die Wissenschaftspflege des Klosters darstellen.
Wenn du am Bodensee Urlaub machst, wirst du um einen Besuch in Sankt Gallen vermutlich eh nicht herumkommen. Vom nachhaltigen Hotel im Schloss Wartegg aus sind es nur wenige Minuten, aber auch von der deutschen Seeseite aus, bist du nicht lang unterwegs. Und eine Fährfahrt über den See gehört ja sowieso dazu 😉 In Deutschland heißt dich das Naturresort Gerbehof willkommen und lädt ein, dich nach dem Prunk und dem Protz wieder auf die Natur zu besinnen. Ein willkommenes Kontrastprogramm.

Buchausleihe: Bibliothek
Mal abgesehen davon, dass jede Bibliothek auf ihre Art und Weise schön ist, würde man die allermeisten davon nicht als Sehenswürdigkeit bezeichnen. Sie sind vor allem ein Ort, an dem du Bücher ausleihen kannst. Auch viele Hotels bieten dir als Gast eine kleine Auswahl an Büchern an, die du dir für den Aufenthalt leihen kannst. Darunter sind oft die Werke regionaler Autoren, Sachbücher über die Historie und die Sehenswürdigkeiten deines Urlaubsorts, sowie praktische Bücher wie Wanderführer oder Guides. Im Hotel Das Rübezahl findest du darüber hinaus natürlich auch das Märchen vom Rübezahl 😉
Auch im HUBERTUS Mountain Refugio gibt es neben belletristischen Werken eine Auswahl an speziellen Büchern zu den Themen des Hotels: Achtsamkeit, Detox, Architektur und Yoga. Im niedersächsischen Hotel Okelmann’s wählen die beiden Hotelchefinnen die Bücher nach dem aus, was sie selbst gern lesen. So finden sich neben den Themen Yoga, Achtsamkeit und Spiritualität auch Bücher über Ernährung, Gesundheit, Garten und Natur in der kleinen Bibliothek des Hauses. Die Bücher dürfen außerdem mit nach Hause genommen werden, falls du es nichts schaffst, sie in den Ferien durchzulesen.
Wenn du im Maslina Resort auf der kroatischen Insel Hvar Urlaub machst, kannst du in der dortigen Bibliothek eine persönliche Auswahl des Hotelbesitzers entdecken. Dabei handelt es sich vor allem um Bücher über Kunst, Kultur und Reisen auf Englisch, Französisch und natürlich Kroatisch.
Tauschregale oder “Sharing is Caring”
Eine besondere Form der Bibliothek sind sogenannte Büchertauschregale oder Book Swaps. Das Prinzip ist simpel und nachhaltig: In einem öffentlichen Schrank findest du verschiedene Bücher, die andere Menschen dort hingestellt haben. Du suchst dir eines aus und nimmst es mit. Im Gegenzug stellst du ein Buch von dir in den Schrank. Aber keine Sorge, falls du gerade keines zur Hand hast: Oftmals werden mehr Bücher hingebracht als mitgenommen.
Im Kurpark Bad Herrenalb im Süden Deutschlands gibt es so ein öffentliches Bücherregal. So kannst du dich direkt vor deinem Parkbesuch mit neuem Lesestoff eindecken.
Ebenfalls in Bad Herrenalb liegt das SCHWARZWALD PANORAMA. Das Team dort hat die Idee aufgenommen und für ihre Mitarbeitenden adaptiert. Im internen Bereich gibt es eine Tauschbox, mit deren Hilfe Kleidung, Bücher und andere Gegenstände ein neues zu Hause finden.

„Blind Date with a Book“
Vielleicht kennst du das Prinzip schon aus dem Buchladen deines Vertrauens. Beim Blind Date with a book kaufst du ein in Papier verpacktes Buch, auf dem lediglich eine kurze Anmerkung zum Genre oder der erste Satz steht. Du siehst also kein Cover und kannst auch keinen Klappentext lesen und lässt dich so vielleicht auf Bücher ein, die du sonst niemals in die Hand genommen hättest.
Im Weihrerhof hat das Team um Hotelchef Klaus Pichler diesen Ansatz für ihre Hotelgäste aufgenommen. Neben den Bestsellern in der Hausbibliothek (die übrigens alle vorher von der Chefin des Hauses gelesen worden sind), können sich Gäste dort auf ein Blind Date einlassen. Ein Hinweis ist lediglich eine kurze Notiz von einem Mitarbeitendem oder der Hoteliersfamilie. Coole Idee!
Verpackt sind die Bücher in Packpapier, was leicht recycelt werden kann;)
Rückzugsort: Bibliothek
Wie schon am Anfang angedeutet sind Bibliotheken aber noch viel mehr als Buchausleihen. Sie sind Rückzugsorte und Orte der Stille und Erholung. Bibliotheken sind natürliche Räume der Stille. Dort kannst du dich von der Hektik der Reise zurückziehen und die Erlebnisse verarbeiten.
Im Hotel Bella Vista in Zermatt kannst du dabei mit den Bildbänden und Bergführern noch einmal deine Wanderungen Revue passieren lassen. Vielleicht spielt ein anderer Gast währenddessen auf dem Klavier und untermalt die entspannte Stimmung mit Klängen.
Im Schloss Wartegg kannst du dich im Lesezimmer mit einer Tasse Tee niederlassen und entweder den Ausblick auf den Sonnenaufgang genießen. Oder du nutzt den unmittelbaren Zugang zur Ostterrasse, um die ersten Sonnenstrahlen des Tages direkt auf der Haut zu spüren.
Bibliotheken sind magische Orte. Sie erhalten Wissen, konservieren es und geben es weiter. Dafür werden Räume geschaffen, die mehr sind als Aufbewahrungsorte. Schau bei deiner nächsten Reise in die Bibliothek deines Urlaubsortes. Vielleicht wirst du überrascht 🙂




