Das Selfie gehört zu den Urlaubsfotos, die auf Instagram mit am häufigsten geteilt werden. Immerhin beweist es, dass man tatsächlich an den wunderschönen Orten war, von denen man erzählt. Doch wenn ein Fotospot plötzlich viral geht, kann das für Natur und Anwohner*innen zum Problem werden – wie aktuell in den Dolomiten. Unsere Green Pearls® Partner zeigen dir Selfie-Spots mit Wow-Faktor, die noch nicht überlaufen sind. Und unsere Bildredaktion gibt zudem Tipps, wie wirklich gute Selfies gelingen.
Instagram auf Reisen: Die Instagramability von Orten
Für das Phänomen, Orte danach zu beurteilen, wie gut man sie auf Instagram und anderen sozialen Medien teilen kann, gibt es inzwischen einen Begriff: Instagramability. Ob ein Ort „insta-worthy“, also es wert ist, auf Instagram geteilt zu werden, richtet sich nicht nur danach, wie schön er ist, sondern auch wie gut man ihn oder sich selbst dort in Szene setzen kann. Das kann positiv sein, hat aber auch negative Auswirkungen, die wir besonders als Reisende, die nachhaltiger unterwegs sein wollen, nicht außer Acht lassen sollten.
Gefahren eines Instagram-Ortes
Wie schnell aus einem Geheimtipp ein überlaufener Fotospot werden kann, zeigte der inzwischen als „Instagram-Gumpen“ bezeichnete, natürliche Infinity Pool am Königsbach-Wasserfall im Nationalpark Berchtesgaden. Der kleine Naturpool oberhalb des Königssees wurde 2021 durch Social Media weltweit bekannt. Tausende Fototourist*innen kamen. Abseits der offiziellen Wege entstanden rund drei Kilometer Trampelpfade; Vegetation wurde zertreten und Müll, Feuerstellen sowie illegales Campen belasteten das Gebiet. Jetzt ist das Gebiet bereits seit fünf Jahren gesperrt und laut der Nationalparkverwaltung erholt sich die Vegetation „langsam, aber beständig“. Ende Oktober 2026 wird ein Gremium verschiedener Institutionen über den erneuten Zugang zum „Instagram-Gumpen“ entscheiden.
Unser Tipp: Der Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa in der Nähe des Nationalparks bietet selbst jede Menge besonderer Selfie-Spots. Der freie Blick auf die bayerischen Berge, z. B. von der Suite, Terrasse oder sogar von der Badewanne in einer der Spa Suiten aus, ist eben an sich schon eine tolle Kulisse.
Warteschlangen für das perfekte Selfie in den Dolomiten

Rund um berühmte Motive wie die Drei Zinnen sorgen im Sommer zunehmend enorme Besucherzahlen für lange Warteschlangen und eine aufwendige Besucherlenkung. Seit 2026 ist daher beispielsweise die Zufahrt zur Auronzohütte auf täglich 800 Autos begrenzt und muss vorab reserviert werden.
Um dir einen Eindruck davon zu geben: Hier kannst du auf Instagram die Warteschlange für ein Selfie vor den Drei Zinnen sehen sowie die Warteschlange für ein Foto mit einem riesigen Krapfen.
Laut den oe24-Nachrichten sei das Problem, dass Besuchergruppen häufig nur kurz blieben (eben für das gewünschte Foto) und dadurch nur wenig Umsatz brächten. Es ginge den Selfie-Besucher*innen weder um eine Wanderung noch um die Natur, sondern lediglich den digitalen Beweis, dort gewesen zu sein.
Im Gespräch mit den Hoteliers des Paradiso Pure.Living Vegan Hotel auf der Seiser Alm inmitten der Dolomiten, erklärten die Inhaber uns, dass sie die Zufahrtsbeschränkungen begrüßten. Gleichzeitig wissen sie natürlich um die Besonderheit ihres Standorts.
“Unser Standort ist umgeben von einigen der bekanntesten Gipfel der Dolomiten: Sassolungo, Sasso Piatto, Santner, Seceda und Fermeda sowie der Marmolada. Natürlich machen unsere Gäste viele Selfies; einfach weil man die landschaftliche Schönheit der Dolomiten unmöglich übersehen kann.” – Paradiso Pure.Living Vegan Hotel
Als Gast des Hotels bekommst du übrigens eine Sondergenehmigung, die ausschließlich für den Tag deiner An- und Abreise gilt, um auf die über 2.000 Meter hohe Hochalm zu fahren. Ansonsten bist du dort oben eh besser zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs.

Instagram auf Reisen oder Reisen für Instagram?
Wie oft warst du schon an einem Ort, nur um ein Foto davon zu machen? Besonders bei berühmten Sehenswürdigkeiten erwischen wir uns immer wieder dabei, nur hinzugehen, um ein Häkchen auf der virtuellen Liste zu machen. Wirklich genießen tun wir den Aufenthalt auf dem Markusplatz in Venedig oder vor dem Pariser Eiffelturm nicht. Schließlich ist man dort umgeben von jeder Menge anderer Touristen, die gerade dabei sind ein Selfie zu machen 😉
Zum nachhaltigen Reisen gehört auch ein nachhaltiger Umgang mit den sozialen Medien. Orte nur kurz zu besuchen, um DAS Selfie zu machen und dann direkt weiterzureisen, ist nicht besonders nachhaltig. Es bringt den Menschen vor Ort nämlich gar nichts. Im schlimmsten Fall hinterlässt man nichts als negative Effekte auf die Wirtschaft, die sozialen Strukturen oder die Umwelt.
Was kannst du dagegen tun?
Gehen wir einmal davon aus, du hast bei einer Wanderung einen besonders schönen Ort entdeckt. Vielleicht einen natürlichen Pool, eine verzauberte Lichtung oder einen Felsen mit traumhafter Aussicht. Du willst dein Erlebnis natürlich auf Instagram teilen und schon diesem Moment, kannst du etwas tun:
- Um den Ort zu schützen, solltest du auf eine genaue Koordinaten- oder Ortsangabe verzichten.
- Wenn du selbst einen Instagram-Hotspot besuchst, riskiere nichts für ein Foto. Bleib auf den Wegen und halte Abstand zu brüchigen Kanten.
- Selbstverständlich sollte sein, dass du deinen Müll wieder mitnimmst. Vielleicht sammelst du sogar etwas mehr ein und hinterlässt den Ort schöner als zuvor?
Auch hier bei bekannten Spots gilt: Wenn du das Foto postest, nutze nicht die genaue Ortsangabe, selbst wenn du denkst, dass es eh keinen Unterschied macht. So trägst du nicht selbst zu weiteren Bekanntwerdung bei und teilst trotzdem deine Reiseerinnerung mit deinen Followern.
Unsere Alternative: Die schönsten Selfie-Spots bei Green PearlsⓇ Unterkünften
Den Hotels und Ferienhäusern im Green PearlsⓇ Netzwerk ist ein respektvoller Umgang mit der Natur wichtig, wie die zahlreichen Konzepte rund um Zero-Waste, Kreislaufwirtschaft, natürliche Baumaterialien und Bio-Kulinarik zeigen. sie haben uns auch ihre beliebtesten, originellsten und schönsten Selfie-Spots verraten, die natürlich eines nicht tun: die Natur zu zerstören.
So gelingt dir das perfekte Urlaubsselfie: Tipps und Tricks für Instagram auf Reisen
Egal ob bekannter Spot, Hotellobby oder selbst gefundener Geheimtipp: Für das perfekte Selfie braucht es nicht viel. Vielleicht ist es dir sogar ganz egal, wie es am Ende aussieht und du möchtest einfach nur eine Erinnerung festhalten (oder deine daheimgebliebenen Lieben wollen ein Lebenszeichen). Dennoch kannst du dein Selfie mit ein paar einfachen Tricks auf ein neues Level heben, ganz ohne Beautyfilter und Retusche.
2. Achte auf deinen Hintergrund
Nichts ist blöder, als wenn man im Nachhinein feststellt, dass im Hintergrund ein Bauzaun oder Absperrband steht, oder sich jemand auf einer Sonnenliege aalt. Wirf also einen kurzen Blick hinter dich und richte dich im Zweifel noch einmal neu aus, damit du wie hier das Matterhorn wunderbar im Hintergrund hast. | ©Hotel Bella Vista Zermatt


