Warst du schon einmal im Süden Italiens, genauer gesagt in Kampanien? Seit dem Frühjahr 2022 gibt es dort eine grüne Perle, das A‘ Cràpa Mangia. Ein Landgut in Castellabate im Cilento Nationalpark mit einem spektakulären Blick übers Meer und auf die gegenüberliegende Amalfiküste. Ende Dezember habe ich es besucht und freue mich in diesem Blog eine der spannendsten Gegenden Italiens vorstellen zu dürfen.
Kampanien und Cilento
Kampanien gehört zu den schönsten Regionen in Süditalien und steht für kilometerlange, traumhafte Strände, leckeres Essen und eine reiche Geschichte. Wenn du Natur und Kultur liebst und gerne gut isst, bist du hier genau richtig. Insbesondere der Süden ist bekannt für seine unberührte Natur, darunter der Parco Nazionale del Cilento e Vallo di Diano, einer der größten Naturparks Italiens mit atemberaubenden Landschaften, Wäldern und kristallklaren Flüssen. Hier Du kannst du stundenlang Wandern, Radfahren und Tiere beobachten.
Auch die Geschichte ist faszinierend. Es gibt soviel zu entdecken, dass man genau überlegen muss, was man sich gerne anschauen möchte. Wir haben uns die Tage zwischen Natur und Kultur aufgeteilt und immer mal wieder bei strahlendem Sonnenschein und 20 Grad einfach den Blick auf Meer genossen und die vielen Eindrücke sacken lassen.
Unsere Kulturtipps für Kampanien im Winter
Elea-Velia
Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist das antike griechische Theater in Elea-Velia. Die Hafenstadt war einst ein bedeutender Ort für die Philosophie und die Wissenschaft. Unter anderem lehrte hier der Philosoph Parmenides. Wegen der Verlandung liegt die Stadt heute etwa einen Kilometer vom Meer entfernt und gehört zum modernen Küstenort Ascea.
Paestum
Ein weiteres Highlight ist die antike Stadt Paestum. Sie beherbergt drei beeindruckende Tempel aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., die zu den besterhaltenen griechischen Tempeln auf dem italienischen Festland zählen. Die Tempel sind ein wichtiger Teil der Geschichte der Region und ein Muss für jeden, der die Geschichte und Kultur des Cilento erkunden möchte.
Herculaneum
Wir haben uns in diesem Urlaub gegen Pompeji und für den Besuch des Herculaneum entschieden. Das Herculaneum ist besser erhalten als Pompeji, nicht so touristisch und bedeutend kleiner. Die Stadt war Teil des römischen Reiches und ist für seine Geschichte, Kunst und Architektur bekannt.
Die Überreste der Stadt lagen für mehrere Jahrhunderte unentdeckt unter der Erde, bis man 171O bei Ausschachtarbeiten im Bereich der Stadt Resina die ersten Teile der alten Stadt entdeckte. Der Bourbonenkönig Karl III. von Neapel ließ ab 1738 systematische Ausgrabungen vornehmen. Um 1942 war ein Großteil der heute zu besichtigenden Stätte freigelegt. In den letzten Jahrzehnten wurden die Forschungen vor allem im Bereich des antiken Strandabschnitts vorangetrieben. Seitdem wurden viele interessante Funde gemacht, darunter Wohnhäuser, Tempel, Theater und Thermen, die ein faszinierendes Bild von dem Leben in der antiken Stadt zeichnen.
Wir waren fasziniert von den erhaltenen Wandmalereien und Mosaiken, die einzigartige Einblicke in die Kunst des antiken Roms bieten. Die Wände der Wohnhäuser waren oft mit farbenfrohen Bildern geschmückt, die Landschaften, mythologische Szenen und andere Sujets zeigen.
Tipp: Nehmt euch einen Führer*in vor Ort, dann könnt ihr richtig in die Geschichte eintauchen.
Neapel – Eine Stadt voller Leidenschaft
Die Hauptstadt Kampaniens ist weltweit bekannt für ihre Sehenswürdigkeiten, ihre leckere Küche und farbenfrohe Kultur. Die Stadt am Golf von Neapel hat eine bewegte Vergangenheit, die bis in die Antike zurückreicht.
Wir haben uns dieses Mal das historischen Zentrums angesehen, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Du findest hier viele kleine Kirchen, barocke Palazzi, antike Wohnhäuser und die größte Kirche Neapels, den Dom San Gennaro. Er ist bekannt durch die alljährlichen Messen für das sogenannte Blutwunder.
Was hat es damit auf sich? Jedes Jahr am Festtag des Stadtpatrons San Gennaro versammeln sich die Gläubigen im Dom und hoffen, dass sich das Blut des Heiligen in der Ampulle verflüssigt. Es bedeutet Glück für die Stadt, bleibt es aus, wird das als schlechtes Omen gewertet.
Für meinen Geschmack war es im Stadtzentrum zu voll – trotz Winter – und ich freue mich das nächste Mal die etwas ruhigeren Stadtteile wie Chiaia, Mergellina und natürlich die schöne Strandpromenade zu erkunden.
Kulinarik Tipp für Neapel
Ein besonderes Highlight der Stadt ist die Kulinarik. Pizza, Pasta oder frische Meeresfrüchte sind nur einige der Köstlichkeiten, die man hier genießen kann. Die neapolitanische Küche ist für ihre simple, aber köstliche Zubereitung bekannt.
Gegessen haben wir in der Locanda Veccio Gesu, die von drei jungen Italienern betrieben wird. Neapolitanische Küche at ist best und kein bisschen touristisch – sehr zu empfehlen.
Ob man die neapolitanische Küche genießt, die Kunstwerke bestaunt oder den Vesuv erkundet – Neapel ist ganz sicher ein unvergleichliches Reiseziel.

Die Amalfi Küste
Amalfi – Ein malerischer Küstenort in Süditalien
Natürlich durfte auch ein Besuch der berühmten Amalfiküste nicht fehlen. Die Küstenstraße ist landschaftlich wunderschön, aber sie ist sehr schmal und wer Angst hat auf engen Straßen, sollte lieber mit dem Bus fahren. Unser Ziel ist Amalfi, aber auch die Orte dazwischen sind hinreißend und alle üppig weihnachtlich geschmückt.
Amalfi liegt an einer Klippe über dem Tyrrhenischen Meer und bietet einen atemberaubenden Ausblick auf das Meer und die umliegenden Berge.
Eines der bekanntesten Wahrzeichen von Amalfi ist die Kathedrale von Amalfi, die im neunten Jahrhundert erbaut wurde. Du erreichst sie über die kleinen Gassen. Das Herz des Ortes ist die Piazza del Popolo. Wir haben uns dort in einer kleinen Bar einen Cappuccino bestellt und uns vom Trubel mitreißen lassen.
Tipp: Probiere unbedingt den Limoncello, der dort aus den Amalfi Zitronen hergestellt wird.

Ravello
In den Bergen aber wie immer mit diesem unvergleichlichen weiten Blick auf Meer liegt Ravello. Was gibt es zu sehen?
Villa Rufolo: Eine beeindruckende Villa aus dem 13. Jahrhundert mit einem atemberaubenden Garten und einer spektakulären Aussicht auf das Meer.
Kloster Sant’Antonio: Ein Kloster aus dem 12. Jahrhundert, das heute als Museum dient und ein wichtiger Ort für Kunst- und Kulturveranstaltungen ist.
Piazza del Vescovado: Der Hauptplatz von Ravello mit einer Kirche aus dem 11. Jahrhundert, einem Palast und einer herrlichen Aussicht auf das Meer.
Kirche San Giovanni del Toro: Eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert mit wertvollen Mosaiken und einer imposanten Architektur.
Belvedere Punta Paradiso: Ein Aussichtspunkt mit einem atemberaubenden Blick auf die Amalfiküste und das Meer.
In Ravello finden jedes Jahr auch das Ravello Festival und das Wagner-Festival statt, bei denen Besucher Musik- und Theateraufführungen in historischen Gebäuden genießen können.
Für Positano, Capri und Ischia hat unsere Zeit schlicht nicht gereicht, aber wie sagt man so schön, aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Die Amalfiküste gehört ganz sicher zu den schönsten Küsten Italiens, mir persönlich gefällt die Küste südlich besser, sie ist authentischer und weniger touristisch. Mehr davon im nächsten Blog.
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