Weihnachtsbräuche und Traditionen vom Hotel Gut Nisdorf

Weihnachtsbräuche, woher sie kommen und wie sie entstanden sind

Weihnachtsbräuche, woher sie kommen und wie sie entstanden sind
©-Adobe-Stock-Di-Studio

Oft denken wir, dass alle unsere Bräuche, gerade wenn es um Weihnachten geht, sehr alt sind. Wir haben uns schlaugemacht und ihr werdet erstaunt sein, was wir so über Weihnachtsbräuche herausgefunden haben.

Lange vor Christi Geburt hat man am 21. Dezember die Wintersonnenwende gefeiert, also die längste Nacht des Jahres. Das Fest wurde in vielen europäischen Kulturen zelebriert. Man feierte die Geburt des Lichtes im Winter und diese Symbolik nutzten im 4. Jahrhundert römische Päpste und Kaiser, als sie das Christentum zur Staatsreligion machten. Man gedachte fortan nicht mehr der Geburt des Sonnengottes am 25. Dezember, sondern der Geburt Jesus Christus. Wer aber nun glaubt, dass heidnische Weihnachtsbräuche einfach umgedeutet wurden, der irrt. Der Grund war ein einfaches Rechenbeispiel, die Verkündigung des Engels Gabriels an Maria addiert mit neun Monaten, ergo war der Geburtstermin der 25. Dezember.  

 

Weihnachtsbaum und brauche

©AdobeStock/prescott09

 

Weihnachtsbräuche: Seit wann stellen wir eigentlich Weihnachtsbäume auf?

Erst ungefähr zu Beginn des 19. Jahrhunderts stellten sich Menschen Weihnachtsbäume in ihre Wohnzimmer. Vorher schmückte man sie im Freien, ähnlich den Maibäumen.

Es waren zumeist Protestanten, die ihre Weihnachtsbäume innen aufstellten, für die Katholiken stand die Krippe im Mittelpunkt. Der Baum hing von der Decke, Kerzen gab es keine, weil Wachs viel zu teuer war. Die Ersatzstoffe Stearin und Paraffin wurden erst Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden und sorgen seitdem für das stimmungsvolle Licht an Weihnachten. Um 1531 tauschte Martin Luther, der nicht an die Heiligenverehrung glaubte, das engelhafte Christkind gegen den heiligen Nikolaus als Überbringer der Geschenke aus.

Und woher kommt dann der Weihnachtsmann, werdet ihr vielleicht fragen? Der ist noch nicht so alt. Erwähnt wurde er das erste Mal um 1835 von Hoffmann von Fallersleben und seinem bekannten Weihnachtslied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Auch in den Vereinigten Staaten ist es Santa Claus, der die Geschenke bringt und nicht das Christkind.

 

Adventskranz©Adobe-Stock Maren Winter
©Adobe Stock/Maren Winter

 

Weihnachtsbräuche: Adventskalender und Kranz 

Der Adventskranz und die Adventszeit gehen auf das Jahr 1839 zurück. Damals baute der Hamburger Erzieher Johann Hinrich Wichern einen Holzkranz mit 23 Kerzen, um seinen Zöglingen im „Rauhen Haus“ das Warten auf Weihnachten zu verkürzen. Jeden Morgen wurde nun bis Weihnachten eine Kerze entzündet. Erst viel später, nämlich um 1900 schmückten nur noch vier Kerzen den grünen Kranz. Kurze Zeit später druckte ein Münchner Unternehmer Adventskalender, auf die Kinder im frohen Erwarten des Festes 24 bunte Bildchen kleben konnten. Erst viele Jahrzehnte später entstand der Adventskalender mit Schokolade, wie wir ihn heute kennen.

Während man heute Weihnachten im Kreise seiner Familie feiert, war das Fest im Mittelalter öffentlich mit Weihnachtsmärkten, Umzügen und Krippenspielen. DieWeihnachtsbräuche haben sich seitdem leicht verändert.Seit dem 18. Jahrhundert hat die Bedeutung der Familie zugenommen und Weihnachten hat sich zu einem wichtigen Fest innerhalb dieser entwickelt. Und wenn die Kinder brav waren, wurden sie beschenkt.

Auch wenn unser Blog dieses Mal etwas länger ist, wollen wir Euch die wunderbare Weihnachtsgeschichte des Gut Nisdorf, die uns Sabine Stange, heutige Besitzerin des Bio- und Familienhotel Gut Nisdorf, gesendet hat, nicht vorenthalten.

 

Weihnachtsbräuche im Gut Nisdorf

Wir leben und arbeiten in einem alten Gutshaus. Die Geschichte dieses Ortes reicht mehr als 700 Jahre zurück. Von den letzten Gutsbesitzern der Familie von Zansen-Osten-Rewoldt gibt es eine schöne Beschreibung des Weihnachtsabends. Sie ist von einer Familienangehörigen wie folgt aufgeschrieben worden:

 

Die Weihnachtsgeschichte des Gut Nisdorf 

Gut Nisdorf, Archivbild
@Familienferienanlage Gut Nisdorf GmbH

„Wann es das erste Mal war und wieso, weiß ich nicht, jedenfalls war plötzlich der weihnachtliche Schauplatz nach Nisdorf verlegt. Und im Laufe der Jahre kamen sie alle aus Nord und Süd und West, die zur großen Familie gehörten, um sich unter dem Nisdorfer Tannenbaum zu versammeln.

Die Festtafel reichte von einem Ende bis zum anderen (der Saal ist 80 qm groß) und Willis rührende O-Beine mussten viel laufen (Willi ist der Diener Wilhelm). Aber sie liefen nie, sondern bewegten sich ruhig vorwärts, und doch – wie groß auch die Zahl der Gäste war, er war beizeiten fertig mit decken, er hatte die Zimmer gemütlich warm. Wenn die Clausdorfer (ein Dorf 10 km entfernt) gar auch noch die Nacht blieben, da war das „Hotel“ voll besetzt und die Chaiselongues und das Badezimmer dienten als Schlafstelle. Alles genoss das Zusammensein und doch- nicht da rein, da ist Aussprache! Wie oft hörte man das und wich ehrfurchtsvoll zurück. Und Tränen fließen, um gleich darauf Lachen Platz zu machen. Gereiztheit und übergroße Zärtlichkeit wechselten in bunter Folge – über allem aber engste Familienverbundenheit! Alle geschart um den Mittelpunkt- um „unsre Ömi“, wie wir sie alle nennen (Therese von Zansen-Osten Rewoldt). Sie präsentierte an der Tafel mit leuchtenden blauen Augen und hielt am Silvestertag die Ansprache, die alle andren Augen feucht werden ließ.

… Immer schien der Höhepunkt erreicht und immer wurde es noch schöner. Großmutter gab ihr Bestes und auch die Jugend gab ihr Bestes in buntesten kabarettistischen Aufführungen, ja, bei so begabten Enkeln: Albrecht lieferte die Musik und Humor, Elisabeth Dichtung, Darstellung und Tanz, Kurt brachte die mondäne Note hinein und vollendeten Tanz, Joy´s malerisches Talent entwarf die schönsten Bühnenbilder. Und so entstand alljährlich ein Programm, das sich in der Öffentlichkeit hätte sehen lassen können, von allen „Alten“ voll Spannung erwartet und von den „Jungen“ mit viel Freude dargeboten. Keiner war sicher vor uns – der Stallmacher am wenigsten. Er baute Kulissen, – er legte die „Rampenbeleuchtung“, er spannte Leinwand und beriet uns Junge fachmännisch. Und Wilhelm wusste immer, wo die ausgefallensten Dinge zu finden waren, und der Gärtner trug seine schönsten Blattpflanzen herbei. Ja, auch hier wars eine große Familie.

Wenn dann die erste Januarwoche einen Gast nach dem andern wieder entführte, da wusste aber Großmutter, dass ein jeder ins eigene Heim von der Wärme und dem Weihnachtszauber viel mit sich nahm, davon er noch lange in herrlicher Erinnerung zehrte…

Ich finde, es ist eine schöne Beschreibung, wie es in der pommerschen Provinz zuging. Therese von Zansen-Osten-Rewoldt war bis 1931 Gutsherrin und wurde 90 Jahre alt. Sie hatte 5 Kinder, diese hatten auch 3 bis 4 Kinder. Nur um deutlich zu machen, wie viele Leute hier waren.

Die Knechte und Mägde wurden in einer separaten Weihnachtsfeier mit der Gutsherrin beschenkt. Die Kinder bekamen nichts, wenn sie über das Jahr keinen Knicks oder Diner machten, wenn Therese bei ihnen vorbeikam.

Therese von Zansen-Osten-Rewoldt war aber gerecht!“

Im nächsten Teil stellen wir Euch die Bräuche in Thüringen und dem Piemont vor.

 

Weiterlesen: URLAUB FÜR KLEIN UND GROSS – NACHHALTIGE ANGEBOTE FÜR DIE GANZE FAMILIE

 

GEFÄLLT DIR DER ARTIKEL ÜBER WEIHNACHTSBRÄUCHE? TEILE IHN!

Weihnachtsbräuche  Weihnachtsbräuche


Related Posts

Nachhaltiger Urlaub mit Kindern

Nachhaltiger Urlaub mit Kindern

Im hektischen Schul- und Arbeitsalltag kommt die Zeit für ein ruhiges und entspanntes Miteinander als Familie schnell mal zu kurz. Immerhin gibt es mit Hausaufgaben, Haushalt und den Hobbys von Groß und klein immer was zu tun. Ein Urlaub mit allen zusammen kann da Abhilfe […]

Ein Hotel für alle: Ankommen und loslassen im Gut Nisdorf

Ein Hotel für alle: Ankommen und loslassen im Gut Nisdorf

Der Kopf ist voll mit To-dos für die nächste Woche, das Abendessen muss noch gekocht werden, den Kindern ist mal wieder langweilig und Zweisamkeit mit dem Partner ist sowieso Mangelware – höchste Zeit, ein paar Tage im Bio-Familienhotel Gut Nisdorf zu verbringen!



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert