Vor einigen Monaten haben wir euch schon einmal von den Bergvölkern im Norden Thailands erzählt und euch mit zu den Black Lahu im Dorf Ban Jabo in Mae Hong Son genommen.
Damals kamen einige Rückfragen, wie man einen Besuch dort organisieren kann und welche Möglichkeiten es gibt. Deswegen stellen wir euch heute die CraftStays von DoiSter und Thai Localista vor. Sie haben einige thematische Touren erstellt, bei denen ihr die Lebensweise der Bergvölker kennenlernen und die traditionellen Handwerkskünste erlernen könnt.
Da die größeren Städte wie Chiang Mai oder Mae Hong Son zu weit entfernt waren, stellte die Bevölkerung in den abgelegenen Bergdörfern und Tälern die Dinge des täglichen Lebens größtenteils selbst her. Jeder Mann, jede Frau und jede Familie etwas anderes und dann wurde getauscht – ob Körbe, Messer, Kleidung oder Werkzeuge, die Vielfalt ist groß. Noch heute stellen sie diese Produkte her und verdienen damit einen großen Teil ihres Einkommens. Inzwischen haben sich einige Dörfer im ‚Mae Hong Son Community Based Tourism Network‘ zusammengeschlossen und öffnen sich für Reisende, die Lust haben, die traditionelle Handwerkskunst zu erlenen.

Mehr als ein Mode-Statement
In den Bergdörfern der Region Mae Hong Son leben verschiedene ethnische Gruppen, wie die Lahu, die Karen, die Lawa, die Lisu und die Hmong. Das Design der von ihnen hergestellten Produkte unterscheidet sich, am deutlichsten ist das bei der Kleidung zu erkennen. Die Kleidung ist ein Teil der sozialen Identität: Sie zeigt nicht nur die Zugehörigkeit zur Gruppe, sondern auch den Status: so tragen bei den Karen zum Beispiel Mädchen und ledige Frauen ein weißes Kleid, nach der Hochzeit wechseln sie zu einer schwarzen Bluse und einem Rock. Jungs und Männer hingegen tragen traditionell ihr Leben lang rote Shirts.
Die Methoden werden noch heute von Mutter zu Tochter weitergegeben, denn die Muster und Farben sind weiterhin sehr beliebt. Neben dem Weben der Stoffe, spielt auch das Färben eine richtige Rolle: Dabei werden nur natürliche Methoden verwendet und Pflanzen, Samen, Beeren, Rinde aber auch Erde und Steine für die farbenfrohen Garne verwendet. Jedes Dorf hat dafür seine ganz eigenen Rezepte und Techniken. Nicht nur die Art der Kleidung, sondern auch die jeweils verwendeten Farben und Muster haben eine Bedeutung. Im Gespräch mit den Dorfbewohnern könnt ihr also jede Menge spannende Infos zur Kultur erfahren.


In Mae Hong Son traditionelles Kunsthandwerk erlernen
Nicht nur die Kleidung stellen die Dorfbewohner selbst her: Aus Teak, Bambus und ‚Mai So‘ (Gamari) schnitzen sie zum Beispiel Möbel, Besteck, Tee-Becher und Mörser – inzwischen nicht mehr nur für den Eigengebrauch, sondern auch zum Verkauf an Besucher. Das Wissen über das Schnitzen geben die Bewohner dabei gerne in Workshops an die Gäste weiter, genauso wie ihre Kenntnisse zum Schmieden von Messern, Schwertern und Werkzeugen. Übrigens spielen gerade die Schwerter auch für den Glauben einiger Bergvölker eine wichtige Rolle. Die Lawa beispielsweise legen kranken oder leidenden Menschen ein Schwert unter das Kopfkissen, dass das Unglück vertreiben soll. Die Karen dagegen verbieten jegliche Art von Messerschmiedeaktivitäten, wenn ein Dorfbewohner stirbt – aus Angst vor dem Geist, der zurückkommen und sie heimsuchen könnte. Auch das Herstellen von Silberschmuck ist ein Erlebnis, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet. In einigen der Dörfer könnt ihr auch traditionellen, wie modernen Schmuck kaufen.
Na, habt ihr jetzt Lust bekommen, eine Tour zu buchen? Besonders empfehlen können wir euch die „Karen Natural-dyed Hand-woven Fabrics Route“, bei der ihr nicht nur die Kultur der Karen, sondern auch die besonderen Web- und Färbetechniken kennenlernt und dabei mehr über die Bedeutung der Muster und Farben erfahrt. Wenn ihr verschiedene Dörfer und Handwerke erleben möchtet, ist die „Lawa Crafts Route“ genau das Richtige für euch: Von der Herstellung des Silberschmucks in Ban La-up, über das natürliche Färben und Weben in Ban Pa Pae bis hin zu Einblicken in Glauben und die Verbindung zur Kleidung in Ban Dong zeigt sie verschiedene Aspekte der Lawa-Kultur. Wichtig ist bei allen Besuchen und Touren nur, dass ihr ein bisschen Zeit mitbringt, denn wie DoiSter so schön sagt: „Um so länger du bleibst, umso stärker werden deine Gefühle sein.“
Übrigens könnt ihr nicht nur an den Touren teilnehmen, sondern einzelne Dörfer besuchen oder einen ganz individuellen Plan mit DoiSter und/oder Thai Localista erstellen. Ihr könnt euch natürlich auch direkt an das Thailändische Fremdenverkehrsamt vor Ort in Mae Hong Son wenden und dort Hilfe bei der Buchung bekommen. Wichtig ist, dass ihr mindestens eine Woche vorher Bescheid gebt, da sich die Dörfer auf euren Besuch vorbereiten. 🙂

Anfragen und Buchungen
Tourism Authority of Thailand (TAT), Mae Hong Son Office,
Tel. +66 5361 2982-3
Thai Localista & DoiSter
Weitere gemeinschaftsbasierte Touren in die Bergdörfer Mae Hong Sons können über Tour Merng Thai gebucht werden.
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