Habt ihr schon einmal von den vielen verschiedenen Bergvölkern gehört, die in Thailands Norden leben? Sie tragen so wohlklingende Namen wie Lisu, Karen oder Lahu und obwohl sie sich deutlich voneinander unterscheiden, haben sie eines gemein: sie haben sich ihre traditionelle Lebensweise erhalten.
Kultur, Spiritualität und die einzigartige Natur prägen ihr Leben, das dem der westlichen Konsumgesellschaften so fern ist. Heute nehmen wir euch mit zum Volk der Black Lahu, die unter anderem in der thailändischen Provinz Mae Hong Son Zuhause sind.
Das Bergvolk der Lahu
Die Lahu sind eine ethnische Minderheit, die ursprünglich aus China und Tibet kommen. Heute leben sie in den Bergen in Nordthailand genauso wie in den Grenzgebieten in Burma, Laos und weiterhin in China. Die Lahu, die in Mae Hong Son, Chiang Mai und Chiang Rai zu Hause sind, unterteilen sich in vier Stämme: Die Black Lahu, die Yellow Lahu, die Red Lahu und die She-Leh. Geprägt sind die Namen durch die charakteristische Kleidung – bei den Black Lahu ist das passenderweise eine Art schwarzer Umhang, der von cremefarbenen Streifen unterbrochen ist. Die Ärmel sind in kräftigen Rot- und Gelbfarben gehalten.

Der Luxus einer Begegnung
Einige der Dörfer haben sich dem Tourismus im Rahmen von gemeinschaftsbasierten Projekten geöffnet und freuen sich, euch ihre Traditionen und Lebensweise zu zeigen. So zum Beispiel Ban Jabo: Wie viele der Lahu-Dörfer sind auch hier die Häuser auf Stelzen gebaut und die Dächer mit Palmblättern bedeckt. Wer hierher kommt, sollte keinen Luxus erwarten, denn die Dörfer und ihre Bewohner sind arm. Bei einem Besuch liegt der Luxus in den Begegnungen mit den Menschen, ihren Traditionen – und in der atemberaubenden Natur, die man hier in aller Stille genießen kann! Deswegen solltet ihr auch dem „Noodle Shop“ am Ortseingang unbedingt einen Besuch abstatten, denn von seiner Terrasse aus genießt ihr einen wunderschönen Panoramablick über die bewaldeten Berge.


Herzliche Willkommenskultur
Die Black Lahu sind ein herzliches Volk: Schon kurz nach der Begrüßung lädt uns eine Frau in ihr Zuhause ein, zeigt uns wie sie lebt, ihre Küche und ihr traditionelles Gewand. Zwar brauchen wir einen Übersetzer, um sie zu verstehen, die Freundlichkeit können wir aber auch ohne ihn spüren. Zu erleben gibt es in Ban Jabo allerhand: Wir treffen Mr. Jaha und lernen von ihm, wie die kleinen Glücksbringer aus Palmblättern hergestellt werden, die bei den Black Lahu direkt am Hütteneingang aufgehängt werden. Ein schönes Souvenir für Zuhause! Mr. Jaha nimmt uns mit in eine andere Hütte, eine Art Werkstatt, in der er das traditionelle Blasinstrument „Nor-Ku-Ma“ herstellt. Beim gemeinsamen Musizieren mit anderen Dorfbewohnern stellen wir fest: Auch bei der Musik ist der chinesische Einfluss hörbar.
In einer Höhle vor unserer Zeit
Neben den verschiedenen Kunsthandwerken und den spannenden Einblicken in die Kultur der Black Lahu, solltet ihr auch noch Zeit für die Natur einplanen. Trekkingtouren sind hier oben im Norden sehr beliebt (zu Recht J) und nicht wenige Reisende besuchen Ban Jabo nur als Zwischenstopp bei einer Mehrtagestour. Doch egal wie lange die Wanderung sein soll: Trittsicherheit und festes Schuhwerk bzw. eine gute Ausrüstung sind wichtig, denn insbesondere nach Regenfällen sind die Wege schwer zu begehen.

Definitiv einen Besuch wert ist übrigens die „Holzsarg-Höhle“. Zu ihr kommt ihr, wenn ihr von Ban Jabo aus über einige klapprige Brücken und Holzleitern den Berg hinauf wandert. Klingt anstrengend – und ist es auch –, aber es lohnt sich, denn oben in der Höhle liegen Särge aus Teakholz, die teilweise bis zu 2000 Jahre alt sein sollen und von einem Nomadenstamm hierhergebracht wurden.
Wir könnten noch weiter von dem besonderen Aufenthalt im Dorf Ban Jabo und unseren Erlebnissen schwärmen, aber vielleicht reicht es ja für einen ersten Eindruck. Ein Besuch hier und vor allem die Begegnungen mit den Black Lahu und die Ausblicke auf die eindrucksvolle Natur haben uns definitiv besonders beeindruckt und werden uns noch lange im Gedächtnis bleiben!
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