In den letzten Monaten wurde das Thema Fliegen immer häufiger thematisiert und insbesondere Langstreckenflüge stark kritisiert. Daneben spielen aber auch weitere Tourismustrends in der Debatte um mehr Nachhaltigkeit eine große Rolle: Overtourism und Kreuzfahrten stehen ebenfalls im Fokus.
Vor einiger Zeit schon haben wir uns hier auf dem Green Travel Blog mit der Vereinbarkeit von Fliegen & Nachhaltigkeit auseinandergesetzt und auch mit Overtourismus beschäftigen wir uns immer wieder. Bei all den Negativbeispielen und Bedenken gerät manchmal in Vergessenheit, dass Tourismus durchaus eine Menge positiver Einflüsse haben kann. Deshalb stellen wir euch heute ein paar Projekte vor, die das Land und die Menschen vor Ort unterstützen.
In Bangkoks Nang Loeng Gemeinde längst vergessene Traditionen erhalten
Besonders berührt uns die Geschichte von Grandma Kanya: Sie lebt in der Nang Loeng Gemeinde in Bangkok und liebt es auch im hohen Alter noch zu tanzen. Das Viertel zählt zu den ‚disappearing communities‘, also den verschwindenden Gemeinschaften der Stadt. Grandma Kanya ist eine der wenigen Menschen, die das traditionelle, thailändische Lakhon Chatri noch beherrschen – eine Kombination aus Gesang und Tanz, die schon seit dem Königreich von Ayutthaya von Generation zu Generation weitergegeben wird. Doch wie überall verlieren auch hier die Traditionen an Bedeutung und für die heutigen Jugendlichen der Nang Loeng Gemeinde spielen Hip Hop und Popkultur eine größere Rolle als Lakhon Chatri. Grandma Kanya freut sich daher umso mehr, dass sie über die Einbindung in einen Ausflug des Tourenanbieters HiveSters regelmäßig Besuch von Touristen bekommt, die sich für ihre Kultur interessieren und denen sie die den traditionellen Tanz beibringen kann.


Gemeinschaftsbasierter Tourismus mit HiveSters
Neben den Einblicken in die kleine Gemeinde kocht ihr bei der Tour durch den Nang Loeng Bezirk auch mit der „Street Food Mama“ typische Thai-Gerichte und lernt wie die ebenfalls traditionellen Puder-Girlanden Pang Puang hergestellt werden. Auch das ist übrigens eine aussterbende Tradition. Der Anbieter HiveSters hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Reisenden eine andere Art des Reisens zu zeigen und ermöglicht Touristen authentischere Einblicke. Gleichzeitig können die Einheimischen so nicht nur ein weiteres ökonomisches Standbein aufbauen, sondern auch die ihnen wichtigen Traditionen erhalten. Dadurch, dass die Kultur plötzlich wieder im Mittelpunkt steht, gewinnt sie außerdem an Attraktivität für jüngere Einheimische. Eine Win-Win Situation für alle 🙂


Zu Besuch bei einer Gastfamilie in Tung Dap
HiveSters ist aber natürlich nicht der einzige nachhaltig aufgestellte Tourenanbieter in Thailand, denn das Land unterstützt gemeinschaftsbasierte Angebote besonders stark. Das Dorf Tung Dap an der Andamanenküste zum Beispiel wurde ebenfalls bereits für seinen einzigartigen Ansatz ausgezeichnet. Hier spielen vor allem die Vereinbarkeit von sanftem Tourismus und dem Schutz lokaler Traditionen und der Kultur eine große Rolle.
Wie das konkret aussieht? Tung Dap ist eine ländliche Gastfamilieninitiative – und ihr könnt als Gäste ins Dorf kommen und dort bei Familien unterkommen. Ihr nehmt so am Leben der Bewohner teil, von Angeln über Gemüseanbau, von Kultur bis Kunsthandwerk ist hier so einiges dabei. Wichtig ist hierbei auch, dass die Einnahmen durch den Tourismus bei den Einheimischen selbst landen. Ihr sammelt dafür besondere Erfahrungen und gewinnt außergewöhnliche Einblicke in die Kultur.
Organisiert wird der Aufenthalt von Andaman Discoveries, die seit dem verheerenden Tsunami 2004 vielen Gemeinden bei der Umsetzung von gemeinschaftsbasierten Tourismusprojekten unter die Arme greifen.

Worauf kommt es an?
Die beiden Beispiele zeigen, welche Alternativen es zum klassischen Tourismus gibt. Ja, Langstreckenflüge sind niemals nachhaltig. Aber dabei sollte nie vergessen werden, dass viele Länder und Regionen vom Tourismus abhängig sind, da dieser ein erheblicher Wirtschaftsfaktor ist. Wichtig ist allerdings, dass das Geld tatsächlich bei den Menschen vor Ort ankommt und sie unterstützt werden.
Wie immer gilt also auch hier: Lieber seltener fliegen und sich dafür vor Ort mehr Zeit nehmen und wirklich besondere Erfahrungen machen, die Einblicke in Land und Leute geben und den Horizont erweitern. Welche Angebote ihr vor Ort bucht, spielt darüber hinaus eine große Rolle – ob es die Unterkunft oder Ausflüge sind. Besonders gemeinschaftsbasierte Angebote sind dafür perfekt, denn hier unterstützt ihr die Einheimischen und sie garantieren euch eine außergewöhnliche Erinnerung!
Hier findet ihr übrigens weitere Tipps für nachhaltigeres Reisen:
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