Nachhaltigkeit und Fliegen – geht das ? - GREEN TRAVEL BLOG

Nachhaltigkeit und Fliegen – geht das ?

Nachhaltigkeit und Fliegen – geht das ?
© Alejandro / AdobeStock

Als Informationsplattform und Kommunikationsagentur für nachhaltigen Tourismus werden wir oft gefragt, wie wir es verantworten können auch mit Hotels und Destinationen zu arbeiten, die nur über das Flugzeug erreichbar sind. Das ist sicherlich eine berechtigte Frage und ebenso Kritik, wenn man als Firma eine nachhaltige Entwicklung in der Touristik voranbringen möchte.

Wie immer im Leben gibt es aber auch hier zwei Seiten. Wenn Nachhaltigkeit sich ausschließlich auf C02, den Klimawandel, unsere Ökosysteme und das Artensterben bezieht, dann müssten wir ganz klar dafür plädieren, dass jeder nur Urlaub im eigenen Land machen darf und das mit möglichst minimalen Auswirkungen auf die Umwelt.

Nachhaltigkeit hat aber auch einen sozio-ökonomischen Faktor. Die Touristik ist die drittgrößte Dienstleistungsindustrie weltweit, laut Welttourismusorganisation (WTO) sind ca. 120 Millionen Menschen weltweit direkt im Tourismus beschäftigt. Das bedeutet, wir haben auch eine Verantwortung den Menschen in den Urlaubsländern gegenüber, die vom Tourismus leben. Wie der Volksmund so schön sagt: Reisen bildet, dient der Völkerverständigung und weitet den Horizont. Was würde passieren, wenn wir alle morgen zu Hause blieben, nur im eigenen Land Urlaub machen und andere Länder nicht mehr bereisten? Ist das die Lösung?

Ganz klar tragen Flugreisen entscheidend zu den ausgestoßenen Emissionen bei und wer regelmäßig fliegt schadet der Umwelt in erheblichem Maße. Dazu verstärkten günstige und häufige Flüge das Thema Overtourism: Städte wie Amsterdam, Venedig, Rom und viele, viele mehr – sie alle leiden unter unkontrollierten Touristenströmen. Bis zum Jahr 2030 rechnet man mit einem Anstieg der Touristenzahl auf 1,8 Milliarden Gäste pro Jahr. Das sind Zahlen, die aufhorchen lassen und erschrecken!

 

© EduardSV / AdobeStock
© EduardSV / AdobeStock

 

Was also tun um den CO2 Ausstoß zu verringern, und dennoch zu reisen?

Wenn die Lösung nicht darin liegt, dass wir alle dem Reisen entsagen, oder Verbote aufgestellt werden, kann es nur in einer massiven Verhaltensänderung liegen. Nur wenn wir die Natur und die Umwelt achten, unser Reiseverhalten diesem Umstand anpassen, den Menschen in den Ländern mit Achtung und Respekt begegnen, und die Artenvielfalt von Flora und Fauna schützen, hat unser Planet eine Überlebenschance.

Das Buzz Word ist Slow Travel, es geht nicht um das Abhaken möglichst vieler Reiseziele oder um das schönste Instagram-Foto, sondern diese einzigartigen Plätze zu entdecken, mit allen Sinnen, genußvoll und langsam. Wir können uns dafür entscheiden, nur einmal im Jahr – oder gar alle paar Jahre – in den Urlaub zu fahren, anstatt mit Billigfliegern Kurztrips um die Welt zu machen. Und wenn das Flugzeug dabei das Mittel der Wahl ist, weil es die Erfüllung des eigenen Traums ist, eine weit entfernte Destination zu bereisen, dann muss der Aufenthalt in eine sinnvolle Relation zu den Emissionen gestellt werden und der Flug sollte kompensiert werden.

 

Tanzen Hivesters
Traditionelle Tänze lernen – bei einem Ausflug mit HiveSters in Thailand, so geht gemeinschaftsbasierter Tourismus © HiveSters

 

An vielen Zielorten kann man sich mit öffentlichem Verkehrsmittel fortbewegen, so lernt man sein Zielland auch besser kennen. Es gibt weltweit mittlerweile viele Unterkünfte, die einer nachhaltigen Philosophie folgen. Die Partnerhotels von Green Pearls® legen dabei den Fokus nicht nur auf den Schutz der Umwelt, sondern die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, auch im Bereich der nachhaltigen Bildung. In vielen Ländern lohnt es sich bei kleinen Start-ups zu buchen, die gemeinschaftsorientierten Tourismus anbieten, so stellt man sicher, dass das Geld auch bei den Menschen vor Ort ankommt.

Auch das Datum der Reise hat einen Einfluss: Wähle ich Ziele bewusst in der Nebensaison, vermeide ich die Touristenströme und trage für die Menschen vor Ort zu einem entspannteren Leben bei. Und auf kurzen Strecken auf die Schiene oder Bus umzusteigen, sei es innerhalb Deutschlands oder am Urlaubsort, sollte immer die erste Wahl sein.

Das CO2 lässt sich mit einer Umweltabgabe nicht neutralisieren aber kompensieren. Der Reisende zahlt einen zusätzlichen Betrag zum Flugticket und unterstützt damit konkrete Klimaschutzprojekte. Noch besser finden wir es sich an Projekten vor Ort zu beteiligen. Viele Green Pearls Partner bieten Projekte an, bei denen sich Gäste einbringen können.

Es liegt an jedem einzelnen von uns das eigene Verhalten zu hinterfragen und Dinge zu ändern.

 

Gefällt dir der Artikel? Teile ihn!

 

Nachhaltigkeit und Fliegen    Nachhaltigkeit und Fliegen



1 thought on “Nachhaltigkeit und Fliegen – geht das ?”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert