Die Römer kamen weit herum – ob als Soldaten, Händler, Handwerker oder Politiker. Auf (mal mehr, mal weniger) befestigten Straßen zogen sie durch halb Europa, gründeten Städte, badeten in heißen Quellen und genossen das Leben inmitten beeindruckender Baukunst. Kein Wunder also, dass man sich auch heute noch an vielen Orten ein kleines bisschen wie ein Römer fühlen kann. Ob beim Wandern auf den antiken Trassen, beim Entspannen in Thermen oder beim Erkunden archäologischer Schätze – das römische Erbe ist erstaunlich lebendig und präsent.
Ich selbst bin vor Jahren von Köln nach Jerusalem gezogen – und war überrascht, wie viele verbindende Elemente es zwischen diesen beiden Welten gibt. Denn das Römische Reich hat rund um das Mittelmeer einen Kulturraum geschaffen, dessen Einfluss bis heute erkenn- und erlebbar ist.
Rom – der Ursprung eines Weltreichs

Die unendliche Stadt muss einfach am Anfang stehen, wenn man über das Römische Reich spricht. Aus einem kleinen Stadtstaat wuchs Rom zu einem gewaltigen Imperium heran, das sich über drei Kontinente erstreckte.
Ein Macht-Zentrum für über tausend Jahre
Mit der Gründung Roms im Jahr 753 v. Chr. begann die Zeitrechnung des Römischen Reichs, das ganze 12 Jahrhunderte (!) andauerte und verschiedene Epochen hatte. 476 n. Chr. ging das Weströmische Reich unter und in Europa brach das Mittelalter an. Das Oströmische Reich existierte sogar noch bis 1453 als Konstantinopel unter islamische Herrschaft fiel.
Rom war eine Millionenstadt mit ausgeklügeltem Wasser- und Abwassersystem, befestigten Straßen und einer funktionierenden Feuerwehr – im 1. Jahrhundert nach Christus. Noch heute zeugen zahlreiche Monumente in Rom vom einstigen Glanz dieser Stadt: das Kolosseum, das Pantheon, das Forum Romanum, die Caracalla-Thermen oder die Via Appia – sie alle lassen erahnen, wie hoch entwickelt und kultiviert das Leben im antiken Rom war.
Du musst aber nicht nach Rom reisen, um den Geist der Römerzeit zu spüren. Ganz im Sinne der “Second Cities”-Bewegung gibt es auch viele andere Orte in Europa, die ihr römisches Erbe bis heute bewahren. Und das in unmittelbarer Nähe zu unseren nachhaltigen Hotelpartnern 🙂
Auf den Spuren der Römer in Europa

Eintauchen in die Welt der Römer: Die Römerstadt Aguntum bei Lienz
Ganz in der Nähe des Naturhotels Outside in Osttirol liegt die Römerstadt Aguntum – ein faszinierender archäologischer Park mit angeschlossenem Museum. Aguntum wurde unter Kaiser Claudius (41 – 54. n. Chr.) zu einem Municipium (einer Stadt) erklärt. Hier kannst du in das Alltagsleben der Römer eintauchen: Mosaike, Schmuck, Werkzeuge und Alltagsgegenstände erzählen von einer längst vergangenen Epoche. Die Ausgrabungen haben zudem Teile der Stadtmauer freigelegt. Weiterhin gibt es das Atriumhaus (Wohnhaus mit offenem Innenhof), das Handwerksviertel, eine große Therme, sowie ein Macellum, ein kreisrundes Marktgebäude.
Highlights sind unter anderem:
- das rekonstruierte Impluvium – ein Wasserbecken im Atriumhaus
- interaktive Stationen, die Geschichte lebendig machen
- Führungen, Veranstaltungen und ein Aussichtsturm mit Blick auf die Ausgrabungsstätte
Wandern wie ein römischer Legionär

Das Römische Reich wurde zu Fuß erobert – kein Wunder also, dass gut ausgebaute Wege und Straßen ein Markenzeichen der Römer waren. Eine davon führt noch heute über den Ritten in Südtirol: der sogenannte Römerweg, den uns das APIPURA hotel rinner empfohlen hat.
Fun Fact: Für ihre weiten Wege erfanden die Römer fortschrittliches Schuhwerk. Die berühmten Römersandalen gehörten zur Standardausrüstung der Soldaten (welche übrigens nur Männer waren, weshalb wir uns das Gendern sparen). Die Form und Anzahl der Riemen zeigten sogar den Rang an. Heute empfehlen wir dir für den Römerweg aber lieber moderne Wanderschuhe (am besten natürlich von nachhaltigen Marken 😉).
Der Weg selbst gilt als historische Umgehungsstrecke für die unwegsame Eisackschlucht. Spurrillen von Fuhrwerken und die Bezeichnung „Römerweg“ deuten auf seine lange Geschichte hin – selbst wenn nicht klar belegt ist, ob hier römische Truppen marschierten. Sicher ist allerdings, dass der Römerweg im Mittelalter von Kaisern und Königen auf dem Weg nach Rom genutzt wurde. Der rund 10 Kilometer lange Wanderweg führt dich an einer Reihe von Sehenswürdigkeiten und den berühmten Erdpyramiden vorbei. Definitiv toll, wenn du gern Naturerlebnisse und historische Sehenswürdigkeiten verbindest!

Nach der Wanderung kannst du im Wellnessbereich vom APIPURA hotel rinner entspannen – hier steht z. B. ein Whirlpool oben auf dem Dach. Weiterhin ist das Hotel berühmt für seine Bio-Küche und den eigenen Bio-Honig. Wusstest du, dass Honig ein wichtiger Bestandteil der römischen Küche und Medizin war?
Wellness à la Roma – Baden wie im Altertum

Die römische Badekultur war und ist bis heute legendär. Öffentliche Thermen waren nicht nur Orte der Hygiene, sondern auch soziale Treffpunkte, Orte der Muße und des Genusses. Ob Frigidarium (Kaltbad), Tepidarium (Laubad) oder Caldarium (Heißbad) – das Baden war ein Ritual, bei dem Körper und Geist gleichermaßen auf ihre Kosten kamen.
Auch heute kannst du diesem uralten Erbe nachspüren – zum Beispiel im Hotel Das Rübezahl im Allgäu. Viele Gäste kommen wegen des Blicks auf das berühmte Schloss Neuschwanstein. Doch wer sich für die Geschichte der Region interessiert, entdeckt gleich nebenan einen viel älteren Schatz: die Römervilla am Tegelberg.

Nur etwa 4 Kilometer vom Hotel entfernt liegt die Ruine einer römischen Villa rustica (Landhaus) aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Besonders spannend: das ausgegrabene Badehaus mit originalen Mosaiken, farbigen Fresken und gut erhaltener Struktur. Das kleine Frigidarium (Kaltbad) mit Tonnengewölbe und Rundbogenfenster wurde in der Archäologischen Staatssammlung München rekonstruiert – vom Original hat man einst bis zum Füssener Schlossberg blicken können.
Die Überreste sind heute direkt an der Talstation der Tegelbergbahn kostenlos zugänglich – ein wunderbares Ausflugsziel, wenn du römische Geschichte hautnah erleben möchtest und danach richtig eingestimmt bist, um Wellness wie ein Römer zu genießen.
Im nachhaltigen Hotel Das Rübezahl kannst du ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes in die römische Welt eintauchen. Die Therme Romana im textilfreien Wellnessbereich ist eine Hommage an die antike Badekultur – und wurde vom Gastgeberteam ganz bewusst im Geist dieser Geschichte gestaltet. In stilvollem Ambiente mit Naturmaterialien und warmem Licht kannst du entschleunigen, schwitzen und baden – ganz so, wie es schon die Römer*innen vor 2000 Jahren genossen haben.
Fazit: Vergangenheit erleben – und bewahren
Wenn du dich auf die Spuren der Römer begibst, reist du nicht nur in eine ferne Vergangenheit, sondern auch zu den Ursprüngen unserer heutigen Kultur. Straßen, Thermen, Architektur – vieles, was das Römische Reich geprägt hat, begegnet dir noch heute im Alltag.
Aber: Historische Stätten sind mehr als faszinierende Fotomotive. Sie sind wertvolles Kulturerbe – und damit ein wichtiger Teil nachhaltigen Reisens. Denn Nachhaltigkeit bedeutet auch, bestehende Schätze zu schützen, kulturelles Wissen weiterzugeben und mit Verantwortung zu reisen.
Indem du römische Ausgrabungen besuchst, trägst du direkt zum Erhalt bei – ob durch Eintrittsgelder, Aufmerksamkeit oder deine Wertschätzung. Viele dieser Orte, wie die Römervilla am Tegelberg, sind frei zugänglich und leben davon, dass Menschen wie du sie entdecken und respektvoll erleben.
Also: Riemen festziehen (oder Wanderschuhe schnüren 😉) und los geht’s – auf den Spuren eines der faszinierendsten Reiche der Geschichte. Du wirst überrascht sein, wie lebendig Geschichte heute noch sein kann.
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