Glücksgefühle und Sonnenschein: der Winter im Maira-Tal - GREEN TRAVEL BLOG

Glücksgefühle und Sonnenschein: der Winter im Maira-Tal

Glücksgefühle und Sonnenschein: der Winter im Maira-Tal
© Hanna Bossmann

Nach neun Stunden Fahrt halten wir mit unserem Auto endlich auf dem kleinen Parkplatz an der Kirche im italienischen Borgata Superior an.

Nur wenige Minuten später sehen wir auch schon, wie Sagna Rotonda-Besitzer Giovanni mit seinem Geländewagen mit Schneeketten die Straße entlang fährt um uns einzusammeln  – und die Aufregung und Vorfreude auf unsere Auszeit fernab jeglichen Trubels steigt! 

Schon im letzten Sommer waren wir hier im Maira-Tal im Piemont zu Besuch und direkt begeistert. Jetzt im Winter wieder zu kommen, ist aber doch noch etwas ganz anderes: Wann wird man schließlich schonmal vom Gastgeber mit Schneeketten abgeholt, weil man wegen Schnee und Eis nicht mehr selbst zur Ferienwohnung fahren kann? 

 

Weiterlesen: Zurück zur Einfachheit und zur unberührten Natur: Das Eco-Dorf Sagna Rotonda

 

Schneeschuhwandern im Valle Maira Piemont
Mit den Schneeschuhen wandern wir an kleinen Weilern vorbei bis zum Bergkamm – und genießen von dort die beeindruckende Aussicht auf das Valle Maira und das Nachbartal. © Hanna Bossmann 

 

Die Ruhe unberührter Berggipfel 

Unser Appartement ist dieses Mal Civico 2, theoretisch für eine vierköpfige Familie ausgestattet, wir machen es uns hier zu zweit bequem 🙂 Vom Hauptweg kommt man über einen schmalen, freigeschaufelten Pfad in die Wohnung, innen ist es wunderschön gemütlich und Gastgeberin Teresina hat sogar schon den Kamin für uns angemacht. Dazu begrüßt uns das Valle Maira mit Sonnenschein und blauem Himmel – nach den eher grauen letzten Wochen in Deutschland eine wahre Wohltat! Deswegen packen wir auch als allererstes unsere Spikes für die Wanderschuhe aus und machen einen Spaziergang durch die verschneite Umgebung des Sagna Rotonda. Wir  genießen die Stille der Natur, die atemberaubende Aussicht auf die Berge und merken, wie sich dieses besondere Glücksgefühl gepaart mit einer großen Portion Entspannung einschleicht. Es war definitiv die richtige Entscheidung, nach Weihnachten ins Piemont zu fahren. 

 

Mit den Schneeschuhen auf den Gipfel

Jeden Tag schlüpfen wir in die Schneeschuhe, packen die Wanderstöcke und etwas zu Trinken ein und machen uns auf den Weg: durch die Lärchenwälder, vorbei an zum Teil verlassenen, zum Teil bereits renovierten, immer typisch piedmontesischen Häusern und Weilern, bis wir ganz oben auf dem Bergkamm ankommen. Beim Schneeschuhwandern wird einem schnell warm und die Sonne hat schon ordentlich Power und so fallen die Pausen auf den Bergen jeden Tag etwas länger aus 😉 Hier scheint die Zeit still zu stehen, wir hören fast nichts, außer hier und da mal einen Vogel und das Knirschen des Schnees unter unseren Schuhen.

Mal auf ausgetretenen Pfaden, dann wieder durch unberührten Tiefschnee erkunden wir die Natur, entdecken verschiedene Tierspuren und sehen nur wenige andere Menschen. Wenn wir nachmittags wieder in der Sagna Rotonda sind und die Sonne auf die Bänke vor der Tavernetta di Sagna scheint, genießen wir hier noch einen Kaffee oder ein Bier. Die Langsamkeit, Ruhe und Entspannung tut gut. 

 

Weiterlesen: Entschleunigen statt Party: Silvester im Piemont

 

Tavernetta di Sagna Valle Maira Piemont
Unser Restaurant für Silvester: die Tavernetta di Sagna © Hanna Bossmann 

 

Piemontesische Gastfreundschaft in der ‚Tavernetta di Sagna‘

Zwar verpflegen wir uns eigentlich selbst, für die Silvester-Nacht haben wir uns allerdings einen Tisch in der Tavernetta di Sagna reserviert und bekommen von den Restaurantbetreibern Fabio und Paula ein regionaltypisches 4-Gänge-Menü kredenzt. Schon nach der Vorspeise sind wir eigentlich satt, aber es schmeckt einfach so gut! Kurz vor Mitternacht kommen Giovanni und Teresina ebenfalls dazu und um 12 Uhr stoßen alle Feriengäste der Sagna Rotonda gemeinsam mit Sekt an. 

 

Outdoor-Abenteuer, Kulinarik und ganz viel Gastfreundschaft: Locanda Mistral

Seit einem Monat arbeitet Green Pearls® auch mit dem kleinen, familiengeführten Boutiquehotel Locanda Mistral zusammen, das ebenfalls hier im Valle Maira liegt. Natürlich wollen wir es uns auch persönlich ansehen und die Besitzer Renato und Manuela kennenlernen. In der Bar der Locanda Mistral unterhält sich Renato schon mit einigen Gästen als wir ankommen: der erfahrene Bergführer besteigt auch zwischen den Jahren täglich mit seinen Gästen die Berge – mal mit Schneeschuhen, mal mit Tourenski. 

 

Renato Valle Maira Locanda Mistral Tourenski
Tagsüber könnt ihr mit Renato Skitouren unternehmen und abends vor dem Kamin oder in den gemütlichen Zimmern der Locanda Mistral entspannen © Locanda Mistral

 

Weiterlesen: Für Outdoor-Fans und Bierliebhaber: 4 besondere Wandertouren

 

Im Gespräch merken wir schnell, wie sehr ihm die Natur im Valle Maira am Herzen liegt und wie viel er über die Region, ihre Architektur und Kultur weiß. Insgesamt, so erzählt uns Renato, würde das Tal noch einiges mehr an Tourismus vertragen. Denn mit ihm werden die immer kleiner werdenden Dörfer wieder belebt und es ziehen mehr junge Leute ins Tal. Und bis die Region überlaufen wäre, müsste noch einiges geschehen. Wichtig ist dabei aber natürlich die Umwelt und die Kultur zu berücksichtigen und für einen sanften Qualitätstourismus zu sorgen – da sind sich Renato und Giovanni einig. 

Stolz führt Renato uns durch die Gebäude der Locanda Mistral und zeigt uns auch den modernen, aber immer noch stilgerechten Anbau des Restaurants. Eine breite Fensterfront öffnet sich zum Garten hin, in dem im Sommer die Gäste sitzen und Bio-Lebensmittel angebaut werden. Diese werden dann von Manuela in der Küche zu leckeren, typischen Gerichten verarbeitet. Auch wir bekommen eine kleine Kostprobe von Manuelas Kochkünsten und sind begeistert! Für dieses Jahr ist unter anderem der Bau eines kleinen Wellnessbereich mit Steinsauna geplant – perfekt für die Muskeln nach einem anstrengenden Tag auf den Bergen. Wir sind in jedem Fall gespannt, und kommen bald wieder!

 

Valle Maira Winter Piemont
Winterwunderland im Valle Maira im Piemont © Hanna Bossmann

 

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