Der Klimawandel betrifft uns alle und das Reisen steht dabei immer wieder im Fokus. Wir haben mit unseren Partnern auf der ganzen Welt gesprochen, wie sie den Klimawandel wahrnehmen – und zeigen euch auch, was sie dagegen tun.
Schwalben im Schuppen statt im Süden
Im Bio-Familienhotel Gut Nisdorf an der Boddenküste konnten wir im Oktober selbst beobachten, wie sich der Klimawandel auf die Vögel auswirkt: Im Fahrzeug-Schuppen neben dem Spielplatz werden wir von einer Schwalbe begrüßt – die eigentlich schon längst auf den Weg in den Süden sein sollte. „Die Schwalben hier sammeln sich in der Regel Ende August und ziehen dann Anfang September los,“ erzählt Hotelbesitzer Jürg Gloor. „Im Oktober hatten wir noch nie Schwalben hier.“
Ob die Schwalbe nun wegen des (noch) guten Futterangebots oder aus Versehen hiergeblieben ist, lässt sich schwer sagen. Jürg hat beim Zoodirektor in Stralsund nachgefragt, der es in jedem Fall bemerkenswert findet. Die Schwalbe allerdings über den Winter zu bekommen ist aussichtslos, auch für die Fachleute im Zoo. Schwalben sind auf fliegende Insekten angewiesen und tatsächlich hatten wir Temperaturen von 15 Grad im Oktober in Nisdorf – und Mückenschwärme. Das könnte ein Grund für ihre Verwirrung sein. Leider lassen sich die fliegenden Insekten nicht ersetzen und eine Alternative wie Mehlwürmer rühren die Vögel nicht an.

Übrigens haben es Schwalben aufgrund des Klimawandels immer schwerer: Sie finden kaum noch geeignetes Nistmaterial und ihre Nester werden von Menschen wegen des Kots, der aus dem Nest fällt, entfernt. Außerdem kehren sie dank steigender Temperaturen zu früh zurück. Wird es dann aber noch mal kalt, überleben die Küken nicht, denn die Schwalben finden zu wenige fliegende Insekten zum Füttern.
Gefährdete Korallenriffe auf den Malediven
Wer selbst gerne taucht, konnte es in den letzten Jahren schon beobachten: Die Korallenbleiche – und somit das Absterben der Korallen – nimmt immer mehr zu. Gerade kleine Inseln wie die Malediven sind besonders vom Klimawandel bedroht und der steigende Meeresspiegel ist eine ernstzunehmende Bedrohung geworden. „Der Einfluss des Klimawandels wird insbesondere an unserem Hausriff deutlich,“ berichtet Smrutica, Meeresbiologin im Reethi Faru Resort. „Die Korallenbleiche betrifft inzwischen mehr als die Hälfte der Korallen. Jeden Sommer, wenn die Temperaturen weiter ansteigen, werden wir mit den Auswirkungen auf die Korallenriffe konfrontiert. Man sieht, wie sie aufgrund der steigenden Wassertemperatur absterben und wie die eigentlich braunen, lebenden Korallen nach und nach heller werden und irgendwann komplett weiß sind.“

Die Gäste des Eco-Resorts werden spätestens beim Tauchgang auf die Problematik aufmerksam. „Ich werde sehr oft nach Klimawandel und Nachhaltigkeit gefragt, insbesondere seit der letzten Korallenbleiche,“ erzählt Smrutica. Viele Gäste wollen aktiv werden – und das können sie bei zwei Projekten: Im „Reethi garden“ werden Korallenstücke an Rahmen gebunden, sodass sie dort neu wachsen und nach einigen Jahren ans Hausriff transplantiert werden können. Beim Manta ID Projekt und dem Turtle ID Projekt könnt ihr Rochen und Schildkröten mit einer Unterwasserkamera fotografieren und Forscher so helfen, mehr über die Tiere zu erfahren und sie zu studieren.
Hitze im Schwarzwald
Im SCHWARZWALD PANORAMA in Bad Herrenalb haben die Mitarbeiter und Gäste den Klimawandel insbesondere in den letzten zwei Jahren hautnah erleben können: Die steigende Hitze führte bei vielen zu Überhitzung, weniger Kraft und allgemeinem Unwohlsein. „Durch das eigene Erleben des Klimawandels gibt es vielleicht auch eine höhere Empathie gegenüber nachhaltigen Angeboten“, überlegt Stephanie Schießl, Nachhaltigkeitsbeauftragte des SCHWARZWALD PANORAMA. „So steigt auch das Bewusstsein für die Wichtigkeit und Notwendigkeit von Nachhaltigkeit.“
Kaltfronten im peruanischen Regenwald
Auch in Peru wird der Klimawandel über die steigenden Temperaturen erlebt: Es wird immer wärmer und insbesondere an der Küste mit ihrem teils wüstenähnlichen, teils tropischen Klima, verwischt der Übergang zwischen Sommer und Herbst stärker. In der Regenwaldregion rund um den Amazonas nehmen vor allem die „friajes“, Kaltfronten mit Regen und starkem Wind, zu. Sie bringen Temperaturen von circa 12-20°C mit sich und bleiben in der Regel für drei Tage. „Während der Trockenzeit zwischen April und November gab es bisher lediglich zwei bis drei ‚friajes‘, inzwischen kommen sie nahezu jeden Monat.“, erzählt uns Claire Andre von Inkaterra.

Auswirkungen auf den Hotelbetrieb – nicht nur im Jagsttal
Die heißen, immer längeren Trockenphasen im Sommer sind auch für das Mawell Resort in Baden-Württemberg ein Grund zur Besorgnis: Die Fördermenge über den eigenen Brunnen wird immer geringer, dabei ist dieser auch für die Bewässerung des Naturteichs zuständig. Die steigenden Temperaturen wirken sich auch direkt auf den Hotelbetrieb aus. „Selbst bei der heutigen optimalen Bausubstanz mit Dämmung und Co. reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus, um eine Erhitzung des Gebäudes zu verhindern. Der Gast erwartet allerdings ein klimatisiertes Hotelzimmer – Klimawandel hin oder her.“, erklärt Julia Schneider vom Mawell Resort. „Zukünftige Investitionen müssen daher nicht nur in die Klimatisierung von Bestandsgebäuden getätigt werden, auch in weitere Beschattungsmöglichkeiten muss investiert werden.
Zero Waste auf Phuket
Die thailändische Insel Phuket hat dieses Jahr eine der stärksten Dürren aller Zeiten erlebt. „Was viele von uns durch diese Erfahrung gelernt haben ist, dass wir nicht mehr damit zufrieden sein können, was wir schon alles im Sinne der Nachhaltigkeit gemacht haben. Wir müssen viel stärker noch Konsum reduzieren und Ressourcen schützen – egal ob dies durch neue Service-Standards oder innovative Initiativen geschieht.“, bekräftigt Samornpun Somnam (Tarn), Executive Director des Keemala, das Engagement.

Das Keemala legt schon immer – wie alle unserer Green Pearls® Partnerhotels – großen Wert auf Nachhaltigkeit. So wird auf eine Minimierung des Plastikmülls geachtet, beim Bau auf den Erhalt von Bäumen und die Verwendung von nachhaltigen Materialien gesetzt und es gibt im Resort Gärten mit natürlich und organisch gewachsenem Gemüse, Obst und Kräutern. Das Engagement soll in Zukunft aber noch vertieft werden – und dafür sind wir sehr dankbar.
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