Manchmal braucht es nur eine kleine Entscheidung oder ein sprichwörtliches Stellschräubchen und schon hat dein Alltag einen nachhaltigen Dreh. Gemeinsam mit unseren Partnerhotels von Green PearlsⓇ haben wir überlegt, wie genau diese scheinbar winzigen Veränderungen aussehen, die im (Hotel-)Alltag aber besonders viel bewirkt haben. Viele dieser Ideen lassen sich auch ganz einfach in dein Leben integrieren.
„Unsere Gäste erwähnen häufig, wie kleine Details unser tiefes Engagement für Nachhaltigkeit zeigen – das regt zu Gesprächen an und inspiriert sie, auch zu Hause Veränderungen vorzunehmen.“ – Hotel Korinjak, Kroatien
1. Energie: Umdenken mit großem Effekt

Energie ist der größte Verursacher von CO₂-Emissionen; an erster Stelle steht dabei die Umwandlung von Kohle in Strom. Schon kleine Umstellungen im Alltag können hier einen riesigen Unterschied machen.
- Stromanbieter wechseln: Entscheide dich für echten Ökostrom aus 100 % erneuerbaren Quellen. Verzichte bewusst auf Kohlestrom – und auch auf Atomstrom. Zwar verursacht dieser weniger CO₂, birgt aber enorme Risiken für Umwelt und Menschheit. (Für Deutschland findest du einen guten Ökostromanbieter-Vergleich bei Utopia.)
- Energieeffiziente Geräte anschaffen: Vom Toaster bis zur Waschmaschine – achte beim Kauf auf die beste Energieklasse. Wie das Hotel Milano Scala erzählt, machen sich solche Investitionen besonders in der Hotelküche bemerkbar. Bei Neuanschaffungen von Backöfen und Herdplatten setzt das Hotel auf energiesparende Modelle. Das Stadthotel in Mailand bezieht seinen Strom aus Erdsonden und ist als „Null-Emissions-Hotel“ bekannt.
- Netzfreischalter nutzen: Mit einem sogenannten Bio-Electric-Switch kannst du abends per Knopfdruck die Stromzufuhr zu allen Geräten – auch zum WLAN – trennen. Kein Standby, kein Licht. Im Albergo Diffuso Relais del Maro in Ligurien berichten Gäste, dass sich dadurch ihre Schlafqualität spürbar verbessert hat.
- Licht löschen, Heizung runterdrehen, Wasser sparen: Das klingt simpel, ist aber sehr wirksam. Im Hotel Bella Vista Zermatt (ein familiengeführtes Hotel mit Blick aufs Matterhorn) erinnern stilvoll gestaltete Hinweise im Zimmer daran, auch im Urlaub bewusst mit Energie und Ressourcen umzugehen.
2. Plastik sparen: Ressourcen schonen und Müll vermeiden

Einwegplastik zu vermeiden, ist ein einfacher und wirkungsvoller Einstieg in ein bewussteres Leben. Wenn du in das Thema umfangreicher einsteigen möchtest, empfehlen wir dir den Artikel Goodby Einwegplastik. Doch hier schon mal ein paar Beispiele:
- Verzichte auf Einwegartikel wie Strohhalme, Becher oder Rührstäbchen. So handhabt es z. B. das Hotel Korinjak auf der Insel Iz in Kroatien und konnte dadurch bereits viel Müll sparen.
- Kaffeekapseln aus Holz statt Plastik – biologisch abbaubar und nachhaltig. Der Birkenhof***** Spa & Genussresort in Oberpfalz verwendet beispielsweise die Holz-Kaffeekapsel von Rezemo. „Wir setzen auf nachhaltige Details, die einen großen Unterschied machen”, berichtet das Luxusresort in der Oberpfälzer Seenlandschaft.
- Mehrweg statt Tetrapaks: Das Eco-Hotels Okelmann’s in Niedersachsen berichtet: “Wir haben auf Mehrwegflaschen für Haferdrink umgestellt. Unglaublich, wie viel Müll dadurch eingespart wird. Das ist eine kleine Sache, die super viel bewirkt.”
- Trinkflaschen auffüllen statt kaufen. Das APIPURA hotel rinner auf dem Ritten in Südtirol ist Mitglied bei Refill und hat dadurch gemerkt, dass deutlich weniger Trinkflaschen im Müll liegen. Refill hat auch eine App, mit der du leicht eine Station zum Auffüllen in deiner Nähe findest.
3. Wasser neu denken: bewusster Genuss

Wo wir schon bei dem kostbaren Gut Wasser sind: Mach dir bewusst, dass es ein großer Schatz ist, dass bei dir (wahrscheinlich) sauberes Wasser direkt aus der Leitung kommt. Durch eine sinnvolle Nutzung handelst du fair und umweltfreundlich.
- Trinke Leitungswasser statt Mineralwasser. Das spart Transport und Verpackung und somit Ressourcen. Wie Gastgeber Klaus Pichler vom Hotel Weihrerhof berichtet, sei der Umstieg von Mineralwasser auf Leitungswasser erstaunlich gut von den Gästen aufgenommen worden. Gelegen auf 1.200 Metern auf dem Rittner Hochplateau in Südtirol, freut sich das Hotel über eine exzellente Wasserqualität.
- Quellwasser abfüllen und Verkaufserlös spenden. So macht es z. B. das Wellnesshotel My Arbor bei Brixen, die reines Plose-Quellwasser beziehen. „Für jede verkaufte Flasche spenden wir 1 Euro an regionale Organisationen wie z. B. das Weiße Kreuz oder die freiwillige Feuerwehr”, berichten die Gastgeber. Idee für zu Hause: Wenn du von gekauftem Wasser auf Leitungswasser umsteigst, kannst du dir errechnen, wie viel Geld du dadurch sparst und den Betrag spenden. (Eine passende Organisation ist meiner Meinung nach z. B. “WIR – Water Is Right”, die sich für sauberes Trinkwasser weltweit einsetzt.
4. Ernährung & Küche: Regional, bio und bewusst

Was wir essen, hat direkten Einfluss auf unsere Umwelt. Viele Hotels setzen auf bewusste Kulinarik – und du kannst das auch.
- Eigener Kräutergarten & hausgemachter Kräutertee: Eigene Kräuter kannst du selbst bei geringem Platz anpflanzen und in der Küche nutzen. Das Hotel Korinjak auf Kroatien stellt aus ihren Kräutern auch Kräuterteemischungen her. Den Tee können die Gäste den ganzen Tag über kostenlos als Erfrischung genießen – nachhaltig, geschmackvoll, individuell. Vielleicht ist das auch etwas für dich zu Hause?
- Vegane Küche: Es muss nicht gleich der Komplett-Umstieg auf die vegane Lebensweise sein. Verzichte doch einfach mal bei einer Mahlzeit oder an einem Tag auf tierische Zutaten und genieße stattdessen pflanzlich. Untersuchungen und Berechnungen kommen immer wieder zu dem Ergebnis, dass vegane Ernährung am klimaschonendsten ist. Das deutsche Bundesumweltamt und Statista haben ermittelt, dass Fleischesser*innen einen CO2-Ausstoß von durchschnittlich 1.730 kg verursachen, Vegetarier*innen 1.280 kg und Veganer*innen 1.040 kg. Das Hotel LA VIMEA in Naturns hat als erstes Hotel in ganz Italien den Schritt gewagt, komplett vegan zu werden. Hierdurch sparen sie nicht nur selbst Ressourcen, sondern konnten auch andere Hotels und Gastronomiebetriebe inspirieren.
- Bio-Produkte verwenden: Generell ist Bio die ökologischere Wahl, insbesondere wegen des Verzichts auf Pestizide (Stichwörter: Bodengesundheit, Grundwasserschutz, Biodiversität). Das OLM Nature Escape in Südtirol berichtet: “Die Entscheidung, so viele Bio-Produkte zu verwenden (Weine, Bier, Tee, Brot, Milchprodukte …) war die absolut richtige und passt perfekt zur Energie-Autarkie des Hauses.”. Allerdings solltest du darauf achten, dass die Bio-Produkte auch möglichst regional sind und nicht von sonst woher eingeflogen wurden.
- Produkte aus der lokalen Landwirtschaft: Einige der Green PearlsⓇ Unterkünfte wie das My Arbor in Südtirol oder das Gut Sonnenhausen in Bayern verfügen über eine eigene Landwirtschaft. So kommt das Essen besonders frisch und nachhaltig auf den Teller. Vielleicht kannst du dir auch einige Gemüse selbst ziehen oder findest einen Bauernhof mit Hofladen in deiner Nähe als Bezugsquelle.
- Bio-Fair-Trade-Kaffee genießen: Es gibt Produkte, die kaufst du regelmäßig – z. B. Kaffee. Sieh doch mal auf das Etikett, ob die Plantagenarbeiter*innen hierbei auch ihre Rechte erhalten und ob die Plantagen ökologisch bepflanzt werden. Seit das Hotel Bella Vista Zermatt entschieden hat, die Marke zu wechseln, gibt es bei ihnen Kaffee, der umweltfreundlicher und fairer ist. Hinzu kommt, dass er “köstlich schmeckt”, wie Gastgeberin Fabienne Anthamatten schwärmt.
5. Reinigungsmittel: weniger Chemie, mehr Natur

Weniger ist mehr – das gilt auch bei Reinigungsmitteln. Viele Hotels setzen längst auf ökologische Alternativen, die Umwelt und Gesundheit schonen. Für dein Zuhause kannst du dir da einige Tipps abgucken.
- Umstieg auf ökologische Reinigungsmittel: Diese sind oft nicht nur biologisch abbaubar, sondern auch frei von aggressiven Inhaltsstoffen. Im Naturhotel Outside in Osttirol (Wanderhotel mitten im Nationalpark Hohe Tauern) wird mit nachhaltigen Produkten geputzt – und das mit großem Erfolg. Der Effekt: weniger Chemie in Luft und Abwasser, besser für Mensch und Natur.
- Dosierung überdenken: Meist genügt eine deutlich kleinere Menge, als wir automatisch verwenden würden oder als auf der Verpackung angegeben. Auch bei Wasch- oder Spülmitteln lohnt sich ein bewusster Blick auf die Dosierung, da diese abhängig von der jeweiligen Wasserhärte ist. Ein umsichtiger Umgang schont Ressourcen – und Geldbeutel.
- Alternative Putzmittel selber machen: Essig, Natron oder Zitronensäure sind erstaunlich wirksam und lassen sich leicht kombinieren. Vielleicht ist das ja ein kleiner Selbstversuch für dich? (Hier findest du unser Rezept für einen Do-it-yourself Allzweckreiniger)
6. Badezimmer: kleine Stellschrauben, große Wirkung
Auch im Bad kann man viel verändern – und das, ohne auf Komfort zu verzichten.
- Naturkosmetik aus dem Spender: Statt kleiner Portionsverpackungen setzen viele Hotels auf nachfüllbare Spender mit zertifizierter Naturkosmetik. In diesem Artikel erfährst du, auf welche Marken, unsere Partner setzen. Auch für das eigene Bad gibt es Großpackungen oder Nachfüll-Packs.
- Produkte ohne Verpackungsmüll: Flüssigseife, Shampoo, Duschgel – dies kann man auch als feste Produkte kaufen. Es gibt wiederverwendbare Wattepads aus Stoff, die Miswak-Zahnbürste aus Holz, und viele weitere nachhaltige Alternativen.
7. Nachhaltigkeit im Alltag: Textilien bewusst auswählen und pflegen

Bettwäsche, Handtücher, Kleidung – Textilien begleiten uns ständig. Wer hier bewusste Entscheidungen trifft, tut viel für Umwelt und Klima.
- Handtücher mehrfach nutzen: Ein Klassiker aus dem Hotel, der auch zu Hause funktioniert – und den du wahrscheinlich (hoffentlich!) ohnehin umsetzt. Andere Textilien wie zum Beispiel Jeanshosen kannst du deutlich seltener waschen, wenn du sie zum Lüften aufhängst. Das lässt deine Kleidung auch länger halten.
- Nachhaltig waschen: Weniger oft, bei niedriger Temperatur und ohne Weichspüler – so bleiben Textilien länger haltbar und die Umwelt wird geschont. Das gilt für Hotelwäschereien ebenso wie für deine Waschmaschine zu Hause. Auch die Wahl deines Waschmittels ist ein kleiner Schritt: In diesem Artikel erfährst du mehr über Öko-Waschmittel und Alternativen.
- Bio-Baumwolle & faire Produktion: Achte beim nächsten Kauf auf Siegel wie GOTS oder Fair Wear Foundation. Diese garantieren Umweltstandards und faire Arbeitsbedingungen.
8. Mobilität: Sei sanfter unterwegs

Wie wir uns fortbewegen, beeinflusst unseren CO₂-Fußabdruck erheblich. Aber nachhaltiger unterwegs zu sein, kann auch für Inspiration und Abenteuer sorgen.
- Bahn statt Flugzeug: Für Reisen innerhalb Europas ist die Bahn oft eine komfortable Alternative. (Siehe hier unseren Artikel über neue Nachtzugstrecken) Einige Green PearlsⓇ Hotels wie das Hotel Klosterbräu in Südtirol bieten Abholservices vom Bahnhof an – so klappt die Anreise ganz ohne Auto. Weiterhin stellt das Hotel Klosterbräu seinen bahnreisenden Gästen E-Bikes und E-Scooter während des gesamten Aufenthalts kostenlos zur Verfügung.
- E-Bikes & öffentliche Verkehrsmittel nutzen: Das APIPURA hotel rinner bietet seinen Gästen 50 % Ermäßigung auf einen E-Bike Verleih. Zudem gibt es die RittenCard, mit der du kostenlos den gesamten Nahverkehr (inkl. Seilbahn) nutzt. So gelingt ein Urlaub ganz ohne Auto. Wie sieht es bei dir im Alltag aus? Könntest du die Strecke zur Arbeit auch mit einem E-Bike schaffen? Dies wäre nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch wesentlich gesünder!
- Urlaub in der Nähe entdecken: Muss es immer der lange Flug sein? Oft finden sich direkt vor der Haustür wunderschöne, nachhaltige Reiseziele – mit weniger Emissionen und mehr Zeit zum Genießen. Schau dich bei Green PearlsⓇ um, ob es vielleicht eine tolle Unterkunft in deiner Region gibt. 😉
9. Regionalität leben & fördern
Ob beim Frühstück oder in der Einrichtung – Regionalität schafft Nähe zur Umgebung und stärkt lokale Kreisläufe. Das Hotel Das Rübezahl bei Schloss Neuschwanstein im Allgäu stellt im Hotel beispielsweise lokale Künstler aus, dessen Kunstwerke dann dort gekauft werden können. Zudem wird eigener Honig produziert. Dies lässt sich natürlich nicht 1:1 für zu Hause umsetzen, doch kann man bei vielen Anschaffungen prüfen, ob es dies nicht auch regional gibt.
Ein Beispiel? Erst letzte Woche habe ich ein Geburtstagsgeschenk für meinen Bruder bestellt. Er hat sich eine sogenannte “Useless Box” gewünscht. Auf Amazon gibt es diese Dinge „Made in China“ und verpackt in Styropor. Einen wirklich nachhaltigen Produzenten habe ich selbst auf Etsy nicht gefunden, doch ich habe einen Bastler aus der Umgebung entdeckt, mit einer ganz einfachen Self-made-Webseite. Da habe ich lieber ihn unterstützt. Mein Bruder meint, die Verarbeitung sei hervorragend 🙂
10. Natur bewahren & erlebbar machen

Nachhaltigkeit bedeutet nicht Verzicht – sie schafft neue Erlebnisse und Verbindungen.
- Blumensamenkarten als Geschenk – solche gibt z. B. im Hotel Klosterbräu und dem SCHWARZWALD PANORAMA für die Gäste. Die Blumensamen können dann zu Hause von den Gästen eingepflanzt werden und fördern die Biodiversität im Garten.
- Weihnachtsbaum im Topf – wiederverwendbar statt gefällt, so machen es z. B. das Hotel Bella Vista Zermatt und das Hotel Luise in Erlangen. Lies hier mehr zum Thema Weihnachtsbäume mit gutem Gewissen.
- Kompostieren statt wegwerfen – auch im eigenen Garten umsetzbar. Das STURM in Mellrichstadt kompostiert Bio-Abfälle und verwendet die gewonnene Erde für den Naschgarten des Hotels. Lebensmittelabfälle werden zudem dadurch vermieden, dass die Portionen im “Live-Cooking” individuell an den Gast angepasst werden.
Fazit: Kleine Veränderungen im Alltag können viel für die Nachhaltigkeit bewirken
Auch 10.000 Schritte beginnen mit einem Schritt. Und wenn jeder von uns nur einen einzigen macht, kommt in der Summe ganz schön was zusammen. Jedes Mal, wenn du dich bewusst entscheidest – für Leitungswasser, Bio-Kaffee oder eine Tour mit dem Rad statt mit dem Auto – gestaltest du die Welt ein Stück nachhaltiger.
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