Hitzewelle in Deutschland, bis zu 50 Grad auf Sizilien, erste Hitzetote in der Türkei – 2025 ist „Coolcation“ nicht ohne Grund wieder das Sommer-Schlagwort schlechthin. Aber was steckt dahinter? Und muss es wirklich Island oder Norwegen sein – oder „reicht“ auch ein Urlaub in den Bergen?
Ein kleiner Spoiler vorab: Es kommt auf die Höhe an. Und auf die Haltung. Denn wer vor der Hitze flieht, sollte nicht gleichzeitig das Klima weiter aufheizen. Extremwetter sind eine Folge der globalen Erderwärmung – und es ergibt wenig Sinn, dem 40-Grad-Sommer zu entkommen, indem man für ein Wochenende nach Dubai fliegt und sich dort in klimatisierten Shoppingmalls abkühlt.
Stattdessen schlagen wir vor: Reise bewusst zu Orten, die sich längst für nachhaltigen Tourismus einsetzen.
Wofür steht Coolcation?
Coolcation bedeutet Urlaub (Vacation) mit angenehm kühlen Temperaturen und eignet sich zum Entfliehen der Sommerhitze. Geeignet sind Länder im Norden Europas oder auch in den Bergen oder dort, wo gerade Winter statt Sommer ist.
Warum du ab 1.000 Höhenmetern durchatmen kannst

Mit jedem Höhenmeter sinkt die Temperatur – und das ziemlich zuverlässig. Pro 1.000 Meter wird’s rund 6,5 Grad kühler als auf Meereshöhe. Kein Wunder also, dass du selbst im Hochsommer schneebedeckte Gipfel entdeckst – auf der Nordseite der Alpen liegt die Schneegrenze bei etwa 2.500 Metern.
Physikalisch gesehen hat das mit dem Luftdruck zu tun: Je höher du kommst, desto weniger Druck herrscht und desto stärker dehnt sich die warme Luft aus – und verliert dabei Wärme. Doch nicht nur die angenehmeren Temperaturen machen die Berge zu einem idealen Sommerziel. Auch in Sachen Nachhaltigkeit punkten sie gleich mehrfach:
- Keine Klimaanlage nötig: Das spart Energie – und vermeidet die klimaschädlichen Treibhausgase, die in den Anlagen eingesetzt werden.
- Bessere Luftqualität: Ab 1.000 Metern Höhe sind deutlich weniger Schadstoffe und Allergene in der Luft. Auch gut für Allergiker!
- Reisen außerhalb der Saison: Viele Bergregionen (insbesondere die bekannten Skigebiete) haben im Sommer Nebensaison – das bedeutet weniger Besucher*innen, weniger Belastung für Natur und Gemeinden, dafür mehr Ruhe für dich.
6 nachhaltige Hotels für deine Coolcation
Sommer auf der Seiser Alm: Paradiso Pure.Living Vegan Hotel

Mitten in den Dolomiten, auf 2.020 Metern Höhe, liegt das Paradiso Pure.Living Vegan Hotel – ein veganes Hideaway mit Weitblick. Alleinlage auf Europas größter Hochalm, klare Bergluft und ein kreatives Hotelkonzept. Wanderwege und Biking-Trails starten hier direkt vor der Hoteltür und zusätzlich kannst du im Outdoor-Whirlpool oder bei Yoga-Kursen entspannen.
Lange Zeit war das Paradiso das erste vegetarische Hotel der Dolomiten. Mittlerweile hat es komplett auf pflanzliche Küche umgestellt und bleibt seiner Pionierrolle weiterhin treu. Sogar Fine Dining geht hier ganz ohne tierische Produkte – und das auf Gourmet-Niveau von Star-Köchin Aggeliki Charami.
Neben kulinarischer Nachhaltigkeit setzt das Haus auch auf kulturelle Impulse: Zeitgenössische Kunst ist fester Bestandteil des Hotelkonzepts – mit wechselnden Ausstellungen und Arbeiten internationaler Künstler*innen.
Coolcation mit Matterhornblick: Hotel Bella Vista in Zermatt

Zermatt auf 1.620 Metern Höhe ist im Sommer sehr beliebt – nicht nur, weil es angenehm kühl bleibt, sondern auch, weil du hier mitten in der spektakulären Gletscherwelt der Alpen unterwegs bist. Gletscherwandern auf dem Gornergletscher, ein Besuch im unterirdischen Eispalast oder einfach nur Staunen – das geht hier alles.
Dein Rückzugsort: das charmante Hotel Bella Vista Zermatt, ein kleines Boutique-Hotel mit nur 21 Zimmern, liebevoll geführt von der Gastgeberfamilie Anthamatten. Der Blick auf das Matterhorn ist inklusive – am besten bei einem Glas Eistee auf der Sonnenterrasse.
Das Bella Vista legt Wert auf umweltfreundliches Wirtschaften und herzliche Gastfreundschaft – auch Vierbeiner sind willkommen.
Angenehm Urlauben auf dem Ritten: Bergluft und sanfter Luxus in Südtirol
Der Ritten ist bereits seit hunderten von Jahren ein Sommerexil für die Bozener. Ideal für alle, die im Sommer dem Hitzechaos entkommen wollen – und zwar ohne Auto, sondern mit Zug und Gästekarte. Mit rund 900 bis 1.200 Metern Höhe bietet die Hochebene südlich von Bozen angenehm kühle Temperaturen, frische Luft und viel Natur direkt vor der Haustür.
Abkühlung am See: Familienfreundliches Hotel Weihrerhof

Das Hotel Weihrerhof (1.200 m) liegt direkt am Wolfsgrubener See – einer der saubersten Badeseen Italiens. Allerdings sorgt hier das kristallklare Wasser nicht nur für Abkühlung, sondern ist auch Basis für die exklusive Naturkosmetiklinie „BergSea“ des Hauses.Hier wirst du rundum verwöhnt, mit dem besten was die Natur zu bieten hat und der herzlichen Betreuung von Familie Pichler.
Genuss & Natur: Nachhaltige All-Inclusive-Ferien in der ADLER Lodge RITTEN

Die ADLER Lodge RITTEN verwöhnt dich mit einem großzügigen Außenpool mit Blick auf die Dolomiten. Das „Farm to Table“-Konzept bringt im Rahmen eines All-Inclusive-Angebots frische Produkte aus eigener Landwirtschaft und den Partnerbetrieben in der Umgebung direkt auf den Tisch. Dies beinhaltet neben leckeren Mahlzeiten auch Getränke und kleine Köstlichkeiten auf der Terrasse.
Außerdem gibt es eine tolle Betreuung: Mit erfahrenen Guides geht’s zum Wandern und E-Biken durch die Berge.
Eco-Wellness mit Bienenluft: Das APIPURA hotel rinner
Das APIPURA hotel rinner ist einzigartig in Sachen Wellness: Hier erlebst du Api-Wellness mit Luft direkt aus dem Bienenstock. Das familiengeführte Hotel betreibt eine Bio-Imkerei und stellt eigenen Honig her. Bio ist hier Programm.
Das Hotel ist Teil von „Bio Fair Südtirol und der Honig ist Demeter zertifizeirt. Auch Fleisch kommt ausschließlich aus regionaler Biohaltung. Schon gewusst: Bienen sind kleine Klimaregler – sie fächeln im Sommer mit ihren Flügeln oder verteilen Wasser, um den Stock zu kühlen.
Höhenluft statt Hitzewelle: Inkaterra Machu Picchu Pueblo in den Anden Perus

Okay – für eine einwöchige Abkühlung ist Peru nicht das ideale Ziel. Aber wenn du sowieso eine längere Reise planst oder schon lange von einer Trekkingtour in Südamerika träumst, dann lohnt sich ein Blick in die peruanischen Anden. Von Juni bis September ist hier Winter! Und das bedeutet angenehm frische Temperaturen – besonders in der Höhe.
Rund um Cusco und Machu Picchu erwarten dich je nach Höhenlage zwischen 15 und 25 °C (unter 1.000 m) und frostige Temperaturen oberhalb der 5.000-Meter-Marke. Auf etwa 2.500 bis 3.500 Metern – der typischen Andenreiseroute – ist es meist angenehm mild: um die 12–20 °C.
Achtung: Je höher du kommst, desto dünner wird die Luft – also plane unbedingt ein paar Tage zur Akklimatisierung ein. Was du bei einer Reise in die Anden noch beachten solltest, haben wir dir in einem Green Travel Guide zusammengefasst.
Als erster Stopp nach ein paar Tagen Aufenthalt in tieferen Lagen eignet sich das Inkaterra Machu Picchu Pueblo Hotel. Idyllisch gelegen auf 2.430 Metern ist es umgeben von natürlichem Nebelwald. Statt Klimaanlage gibt’s hier frische Bergluft, Natur pur und echtes Engagement für Arten- und Umweltschutz. Im hauseigenen Garten wachsen über 370 Orchideenarten, und mit hoher Wahrscheinlichkeit kannst du Kolibris und Schmetterlinge beobachten. Geführte Touren bringen dich zu kulturellen Highlights wie der Inkastadt Machu Picchu und damit auch mitten hinein in die beeindruckende Natur der Anden.
Fazit: Cool bleiben – und bewusst reisen
Die Klimakrise macht Sommerurlaube in vielen Regionen zur Belastungsprobe. Statt Hitzestress, Klimaanlage und Emissionsschleudern braucht es neue, nachhaltige Arten in solchen Zeiten zu reisen. Eine Coolcation in den Alpen oder anderen hochgelegenen Regionen der Welt wie den Anden kann genau das sein: Erholung, Abkühlung und Achtsamkeit in einem. Wenn sie nachhaltig und durchdacht gemacht wird.
Unsere vorgestellten Hotels zeigen, dass nachhaltiger (und kühler) Komfort keine Kompromisse bedeutet, sondern neue Standards setzt. Und das ganz ohne Klimaanlage.
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