Regionale Lebensmittel sind aus vielerlei GrĂŒnden nachhaltig: ihr unterstĂŒtzt die lokale Wirtschaft, bekommt frische Lebensmittel und habt aufgrund der kĂŒrzeren Wege einen besseren CO2-FuĂabdruck. Aber wusstet ihr, wie viel gesĂŒnder es tatsĂ€chlich ist, regional einzukaufen?
Forscher haben festgestellt, dass unter ungĂŒnstigen Bedingungen die empfindlichen Vitamine in eurem Obst und GemĂŒse bis zu 100 Prozent verloren gehen können. Je nach Vitaminart reagieren sie dabei auf verschiedene Faktoren sehr unterschiedlich. So sind beispielsweise Vitamin A, D und E empfindlich gegenĂŒber Sauerstoff und Licht, wĂ€hrend Hitze sie eher âkaltâ lĂ€sst.
DafĂŒr zerstört Hitze die meisten B-Vitamine. Besonders empfindlich ist Vitamin C. Denn es ist sowohl wasserlöslich als auch hitzelabil und licht- und luftempfindlich. Es wird daher als Indikator genutzt: Geht wenig Vitamin C verloren, gilt das in der Regel auch fĂŒr alle anderen Vitamine und Mineralstoffe.
Vitamin C baut sich in den verschiedenen Lebensmitteln unterschiedlich schnell ab. Wenn ihr euren Spinat bei Raumtemperatur lagert, gehen beispielsweise innerhalb von zwei Tagen 79 Prozent und innerhalb von vier Tagen das komplette Vitamin C verloren.
Umso besser, wenn die Lebensmittel also ganz frisch vom Feld direkt auf euren Teller kommen, finden auch die KĂŒchenchefs unserer Green PearlsÂź Partner. Ein groĂes Projekt diesbezĂŒglich hat die ADLER Lodge RITTEN in diesem Jahr gestartet. Sie können sich sogar vorstellen, ihren 4000 Quadratmeter-Garten in Zukunft durch eine Tierhaltung zu erweitern.

So viel wie möglich selbst anbauen
Auch das CERVO Mountain Resort in Zermatt möchte sein Angebot an selbstangebauten Lebensmitteln erweitern.
Hier werden schon seit vielen Jahren KrĂ€uter angebaut, doch seit diesem Jahr habt ihr erstmals selbst die Möglichkeit, KrĂ€uter frisch fĂŒr euren Tee zu pflĂŒcken. Das Angebot wurde im letzten Jahr durch FruchtstrĂ€ucher ergĂ€nzt â ein Test, um zu sehen, welche Pflanzen in diesen Höhen und im alpinen Klima denn tatsĂ€chlich wachsen.
Der langfristige Plan des Hotels ist es, dass auf den FrĂŒhstĂŒckstisch hauptsĂ€chlich selbst angebaute Lebensmittel kommen: Alle FrĂŒchte fĂŒr KonfitĂŒren und TrockenfrĂŒchte sollen aus dem eigenen Anbau kommen â ebenso wie NĂŒsse und Honig. Die ersten sechs Bienenvölker ziehen dafĂŒr schon in diesem Sommer ein.
Sein Fleisch bezieht das CERVO von einem regionalen Natura-Beef Bauern und kauft ganze Tiere nach dem Nose-to-Tail-Prinzip. So weiĂ das Cervo wie das Rind aufgezogen wird und haben bei der Schlachtung komplette Mitsprache, wie das Tier zerlegt, gelagert und gereift wird.
Im Berghotel Rehlegg im AllgĂ€u wird das Ă€hnlich gehandhabt. âWir glauben, dass bei âbilligenâ Lebensmitteln am Ende alle draufzahlen. Mensch und Tier und Umweltâ, lautet die Einstellung im bayerischen Hotel.
Was das KĂŒchenteam verarbeitet, stammt fast ausschlieĂlich aus der Region, oft sogar direkt vom Nachbarhof. Das Fleisch, dass ihr im Rehlegg genieĂen könnt, kommt von einem benachbarten Landwirt, mit dem das Berghotel eine Kooperation hat. Fisch stammt aus den Bergseen des Berchtesgadener Land und Wild aus dem Nationalpark Berchtesgaden. Das vom Aussterben bedrohte Schwarze Alpenschwein wird sogar vom Partnerbauer extra gezĂŒchtet.

Regionaler geht es nicht
Obwohl das Biohotel Sturm kein Bauernhof ist, gilt eine TeilflÀche des Gartens als landwirtschaftliche FlÀche.
Auch der HoteleigentĂŒmer Matthias Schulze Dieckhoff zĂ€hlt sich selbst zu den Landwirten der Region. Der KrĂ€uter- und Naschgarten misst stolze 3500 Quadratmeter und wird vollstĂ€ndig ökologisch bewirtschaftet. Dies bietet vor allem den Vorteil den Garten multifunktional zu nutzen. Nicht nur, dass euch so eine groĂe ErholungsflĂ€che mitten im GrĂŒnen geboten wird (Snacks inklusive đâ) â es können auch diverse Lebensmittel direkt aus dem eigenen Garten in der KĂŒche verwendet werden.
NatĂŒrlich ist das mit einem höheren Personalaufwand verbunden. Das Hotel braucht eine festangestellte GĂ€rtnerin und hat einen höheren Zeit- und Personalaufwand in der KĂŒche um die frischen Lebensmittel zu verarbeiten. Die Gastgeberfamilie Schulze-Dieckhoff wertet das jedoch nicht als Nachteil. Denn so bekommt ihr Speisen in einer erstklassigen QualitĂ€t. Und vielleicht findet ihr sogar die ein oder andere Blume auf eurem Teller wieder, die ihr vorher noch beim Spaziergang im Garten entdeckt habt.
Das Naturhotel Aufatmen in Leutasch hat zwar selbst nur einen kleinen Garten,
dafĂŒr arbeiten das Hotel eng mit einigen Bauernhöfen aus der Umgebung zusammen. Das Bio-GemĂŒse beziehen die Besitzer gröĂtenteils von einem Hof, der gerade einmal zehn Minuten vom österreichischen Hotel entfernt ist. âEs wird zweimal pro Woche geerntet und wir bekommen die Lieferung immer gleich nach der Ernteâ, erzĂ€hlt Inhaber Wolfgang Pfeiffer.
Einer der gröĂten Vorteile hierbei? Wenn extra KrĂ€uter oder BlĂŒten gebraucht werden, dann kann Köchin Justine jederzeit den Hof besuchen und es wird frisch geerntet. Sollte der Bestand des Hofes nicht ausreichen, gibt es einen etwas gröĂeren Hof in circa 40 Kilometern Entfernung, der die Ernte ergĂ€nzt.
KrĂ€utergĂ€rten sind fast ĂŒberall machbar
Weiter im Osten Ăsterreichs findet ihr das Naturhotel Outside. Auch hier gibt es einen eigenen KrĂ€utergarten, der einen guten Grundstock fĂŒr die KĂŒche schafft. Auch Brot und Marmeladen werden in Matrei in Osttirol selbst gemacht. Das Fleisch bekommen sie von der Metzgerei MĂŒhlstĂ€tter in Matrei. Milch, GemĂŒse und FrĂŒchte stammen aus der Region und sind in Bio-QualitĂ€t.
Auch auĂerhalb von Europa funktionieren diese GrundsĂ€tze natĂŒrlich â so zum Beispiel in Thailand. Das Keemala setzt sich besonders fĂŒr das âToward Zero Food Wasteâ-Programm ein. Lebensmittel werden lokal bezogen, wobei Keemalas âEnchanted Gardenâ KrĂ€uter, GemĂŒse, Obst und Pilze liefert, die etwa 50 % des eigenen saisonalen KĂŒchenbedarfs decken. Lokale Fischer liefern nachhaltig gefangene MeeresfrĂŒchte direkt von Phukets KĂŒste. Dazu kommen Enteneier aus Freilandhaltung: Und zwar von den Tieren, die auf dem GrundstĂŒck leben und die ihr tĂ€glich beobachten könnt.
Der Garten des thailĂ€ndischen Villen-Wunderlandes wurde kĂŒrzlich erst erweitert. Nun finden sich dort noch mehr einheimische GemĂŒsesorten, die fĂŒr ihre immunstĂ€rkende Wirkung bekannt sind, wie beispielsweise MalidjoblĂ€tter und grĂŒne Chireta.
LebensmittelabfĂ€lle werden vor Ort kompostiert und dem Boden wieder als organischer DĂŒnger zugefĂŒhrt â ein perfekter Kreislauf!
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