Einfach „Yoga“ gibt es eigentlich gar nicht. Hinter dem Begriff verbergen sich ganz unterschiedliche Stilrichtungen. Manche bringen dich ins Schwitzen, andere helfen dir dabei, zur Ruhe zu kommen. Doch welcher Yogastil passt zu dir? Um dies herauszufinden, haben wir mit Yogalehrer*innen unserer Green Pearls® Partner gesprochen. Ihre Antworten reichen von sportlichen Flow-Einheiten in Tirol bis zur traditionellen Yogaphilosophie in Nepal.
Eines haben uns dabei fast alle bestätigt: Der Yoga-Stil ist wichtig, mindestens genauso entscheidend ist aber die Person, die ihn unterrichtet. Jede*r Lehrer*in bringt eigene Erfahrungen, Schwerpunkte und Persönlichkeit mit in die Stunde.
Traditionelles Yoga oder moderner Trend?

Bevor wir dir die verschiedenen Yogastile vorstellen und zeigen, wo du sie im Urlaub ausprobieren kannst, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Ursprünge des Yoga. Seine Wurzeln reichen mehrere tausend Jahre zurück.
Laut der Yoga Alliance stammt das Wort Yoga vom Sanskrit-Begriff yuj und bedeutet „verbinden“ oder „vereinen“. Gemeint ist die Verbindung von Körper, Geist und Atem – ein Gedanke, der bis heute den Kern der Yogapraxis bildet.
Im traditionellen Verständnis ist Yoga ein ganzheitlicher Lebensweg. Meditation, Atemtechniken, Philosophie und Achtsamkeit gehören genauso dazu wie die bekannten Körperübungen. Erst im Laufe der vergangenen rund 100 Jahre entstanden viele der Yogastile, die heute in Studios und Hotels angeboten werden. Sie greifen Elemente des klassischen Yoga auf und verbinden sie mit modernen Einflüssen – etwa aus Sportwissenschaft, Anatomie, Tanz oder sogar Akrobatik.
Welche Yogastile gibt es? Die Favoriten unserer Green Pearls® Partner
Von klassischem Hatha Yoga über dynamische Flows bis hin zu speziellen Kursen für Schwangere – in vielen Hotels und Studios, und so auch bei den Green Pearls® Partnern, kannst du ganz unterschiedliche Yogastile kennenlernen. Wir stellen sie dir alphabetisch vor, erklären die wichtigsten Unterschiede und stellen dir jeweils ein passendes Hotel vor, das diesen Stil anbietet.
Hatha Yoga: Die Grundlage vieler moderner Yogastile

Sagten wir gerade alphabetisch? Vor dem A müssen wir beim H beginnen. Denn Hatha Yoga ist die Basis vieler moderner Stile.
Die Ursprünge des Hatha Yoga reichen bis ins mittelalterliche Indien zurück. Historiker*innen datieren seine Entstehung etwa zwischen das 9. und 14. Jahrhundert. Damals ging es jedoch nicht darum, möglichst beweglich oder sportlich zu sein. Die Körperhaltungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Meditation sollten den Körper auf längere Phasen der Meditation vorbereiten.
Auch der Name erzählt etwas über die Philosophie dahinter. Einerseits wird Hatha mit „Kraft“ oder „Anstrengung“ übersetzt – ein Hinweis darauf, dass Yoga durchaus Disziplin verlangt. Andererseits werden die beiden Silben oft symbolisch gedeutet: „Ha“ steht für die Sonne, „Tha“ für den Mond. Yoga soll diese Gegensätze miteinander verbinden – Aktivität und Ruhe, Kraft und Gelassenheit.
Hatha Yoga heute
Wenn du heute einen Hatha-Yoga-Kurs buchst, erwartet dich meist eine ruhige und achtsame Praxis. Die einzelnen Haltungen werden bewusst aufgebaut und etwas länger gehalten als bei dynamischeren Yogastilen. Es gibt genügend Zeit, den Atem wahrzunehmen und in den eigenen Körper hineinzuspüren. Genau deshalb eignet sich Hatha Yoga besonders gut für Anfänger*innen.
So unterrichtet Stefanie Hatha Yoga im Hotel Bella Vista Zermatt

Stefanie Arquint von der Gastgeberfamilie des Boutiquehotels Bella Vista Zermatt unterrichtet überwiegend Hatha Yoga und ergänzt ihre Stunden durch Elemente aus dem Yin Yoga.
„Es geht mir nicht darum, den Körper in die Asanas zu bringen, sondern die Asanas zu nutzen, um tiefer in den Körper hineinzuspüren.“ – Stefanie
Ihre Stunden sind bewusst entschleunigt. Die Haltungen werden achtsam aufgebaut und immer wieder durch kleine Pausen zum Nachspüren ergänzt. Unterstützt wird die Praxis durch sanfte Yin-Elemente, eine bodenständige Spiritualität und – wie Stefanie selbst sagt – „eine Prise Humor“. Ab 2027 wird sie nach ihrer Babypause wieder regelmäßig Yoga im Hotel anbieten. Bis dahin findest du hier das Yoga Angebot vom Hotel Bella Vista
Aerial Yoga: Yoga zwischen Himmel und Erde

Und jetzt zum A wie Aerial Yoga. 🙂
Kannst du dir vorstellen, Yoga schwebend in einem Tuch zu praktizieren? Genau das erwartet dich beim Aerial Yoga. Der moderne Yogastil entstand Anfang der 2000er-Jahre in den USA und verbindet klassische Yoga-Asanas mit Elementen aus Akrobatik, Pilates und Tanz.
Falls du bisher dachtest, Umkehrhaltungen seien nur etwas für Fortgeschrittene, könnte Aerial Yoga eine Überraschung sein.
Das Tuch nimmt einen Teil deines Körpergewichts auf und unterstützt dich bei vielen Übungen. Gleichzeitig trainierst du Balance, Körperspannung und Tiefenmuskulatur – und genießt ein Gefühl der Schwerelosigkeit.
So erlebst du Aerial Yoga im Hotel Korinjak auf der Insel Iž
Yoga gehört im Hotel Korinjak in Kroatien seit vielen Jahren zum ganzheitlichen Gesundheitskonzept. Neben Hatha, Vinyasa, Yin und weiteren Yogastilen hat das Hotel sein Angebot nun um Aerial Yoga erweitert.
„Aerial Yoga stand schon lange auf unserer Wunschliste. Umso mehr freuen wir uns, dass wir unseren Gästen den Stil jetzt in unserer neu gestalteten Yogahalle anbieten können.“ – Hotel Korinjak
Für die neue Saison wurde die größte Yogahalle komplett renoviert und mit Aerial-Tüchern ausgestattet. Neben Aerial-Yoga-Einheiten werden dort auch Gong-Bäder angeboten –sanfte Klänge umhüllen dich, während du entspannt im Tuch liegst. Durch die ruhige Lage auf der Insel Iž und die Nähe zum Meer wird die Yoga-Praxis hier ganz bewusst mit der Natur verbunden.
Ashtanga Yoga: Dynamisch, kraftvoll und mit festen Abläufen

Du möchtest im Yoga nicht nur entspannen, sondern auch ins Schwitzen kommen? Dann könnte Ashtanga Yoga dein Stil sein. Entwickelt wurde diese Form des Yoga im 20. Jahrhundert in Südindien von Pattabhi Jois auf Grundlage der Lehren seines Lehrers T. Krishnamacharya. Charakteristisch ist eine festgelegte Abfolge von Asanas, die fließend und synchron mit der Atmung ausgeführt werden. Anders als beim Vinyasa Yoga bleibt die Reihenfolge dabei immer gleich.
Ashtanga gilt als körperlich anspruchsvoll und fordert Kraft, Beweglichkeit und Konzentration gleichermaßen. Viele moderne Yogastile – darunter auch Power Yoga und Vinyasa Flow – wurden von Ashtanga beeinflusst.
Kraftvoller Flow im Lifestyle Resort Zum Kurfürsten

Im Lifestyle Resort Zum Kurfürsten an der Mosel verbindet Yogalehrerin Kristin die kraftvollen Elemente des Ashtanga Yoga mit der fließenden Dynamik des Vinyasa Yoga.
„Mein Yoga-Stil ist eine fließende, kraftvolle Kombination aus Vinyasa und Ashtanga.“ – Kristin
In ihren 60-minütigen Yoga-Flow-Kursen gehen Atem und Bewegung bewusst ineinander über. Ergänzt wird die Praxis durch Übungen aus dem Pilates. So entstehen Einheiten, die Kraft, Beweglichkeit und Balance gleichermaßen fördern und gleichzeitig den Kopf frei machen.
Flow Yoga: Wenn Bewegung und Atmung eins werden
Wir verlassen jetzt noch einmal die alphabetische Reihenfolge. Denn bevor wir weitere einzelne Yogastile vorstellen, ist gerade ein Begriff aufgetaucht, den du beim Yoga immer wieder hören wirst: Flow.
Flow bedeutet, dass die einzelnen Asanas nicht isoliert geübt werden. Anders als beim Hatha Yoga bleibst du nicht lange in einer Haltung stehen und spürst nach. Stattdessen fließen die Bewegungen im Rhythmus deines Atems ineinander über. Viele beschreiben dieses Gefühl deshalb als eine Art Meditation in Bewegung.
Zu den bekanntesten Flow-Stilen gehören Vinyasa Yoga und das daraus entwickelte Inside Flow.
Vinyasa: Kraftvoll oder meditativ – beides ist möglich

Vinyasa Yoga entstand im 20. Jahrhundert auf Grundlage des Ashtanga Yoga. Im Gegensatz zu den festen Übungsreihen des Ashtanga dürfen die Lehrenden ihre Stunden jedoch frei gestalten. Genau deshalb sieht kaum eine Vinyasa-Stunde aus wie die andere.
Und genau hier zeigt sich, wie unterschiedlich derselbe Yogastil interpretiert werden kann.

Laura Seyrling-Rieß: Musik, Dynamik und jede Menge Energie
Im Hotel Klosterbräu in Seefeld gehört Yoga seit vielen Jahren fest zum Wellnessprogramm. Laura Seyrling-Rieß von der Gastgeber-Familie ist selbst ausgebildete Vinyasa-Flow-Lehrerin und bringt bei ihren Retreats bewusst Bewegung, Musik und Leichtigkeit auf die Matte.
„Bei mir gibt es eine Mischung aus Tanz, durch den modernen Inside Flow Yogastil, und leichte bis mittelschwere Vinyasa Flow Einheiten.“ – Laura Seyrling-Rieß
Bei Laura darf geschwitzt werden. Musik spielt eine zentrale Rolle; die Bewegungen gehen fließend ineinander über. Ihre Stunden richten sich eher an Menschen, die bereits Yoga-Erfahrung mitbringen. Anfänger*innen empfiehlt sie zunächst klassische Hatha-Kurse, um die Grundlagen der Asanas kennenzulernen.
Marnie Spögler: Kraft aus der Ruhe
Ganz anders interpretiert Marnie Spögler den Vinyasa-Gedanken im Paradiso Pure.Living Vegan Hotel auf der Seiser Alm.
Seit über 20 Jahren praktiziert sie Yoga und kombiniert in ihren täglichen Stunden Vinyasa mit Ashtanga, Yin und Restorative Yoga. Die Bewegungen fließen zwar ebenfalls harmonisch ineinander über, stehen hier aber weniger für Dynamik als für Achtsamkeit und die Verbindung mit der beeindruckenden Natur der Dolomiten.
Die täglichen Yogastunden sind für alle Hotelgäste inklusive und finden sowohl im Yogaraum als auch im Freien statt (immer mit Blick auf die Bergwelt der Seiser Alm).
Yin Yoga: Geduld statt Tempo

Wenn dir beim Yoga weniger nach Bewegung und mehr nach Entspannung ist, dann sieh dich nach einem Yin-Yoga-Kurs um. Im Gegensatz zu dynamischen Yogastilen werden die Asanas hier meist drei bis sieben Minuten gehalten. Entwickelt wurde Yin Yoga in den 1980er-Jahren in den USA. Wie uns Yogalehrerin Maren Geisler-Oklemann berichtet, verbindet Yin Yoga Elemente des Hatha Yoga mit Erkenntnissen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Im Mittelpunkt stehen dabei Faszien, Bindegewebe und die bewusste Entschleunigung.
Die Übungen so lange zu halten kann durchaus herausfordernd sein. Nicht, weil du viel Muskelkraft brauchst, sondern weil du lernst, Stille auszuhalten, loszulassen und deinen Körper bewusst wahrzunehmen.
Maren Geisler-Okelmann: Jede Yogastunde ist anders
Im Hotel Okelmann’s in Niedersachsen leitet Gastgeberin Maren Geisler-Okelmann ganzjährig Yoga-Retreats und Mini-Retreats. Obwohl sie ausgebildete Yin-Yoga-Lehrerin ist, kombiniert sie ihre Stunden bewusst auch mit Hatha Yoga und Vinyasa Flow Elementen.
„Ich würde sagen, dass es immer sehr stark von der Persönlichkeit der Yogalehrerin abhängig ist. Klar gibt es Grundregeln für die Unterscheidung und Ausführung der Yogastile, aber der Stundenaufbau, die gewählte Asana-Abfolge und der individuelle Charakter lassen die unterschiedlichsten Yogastunden entstehen.“ – Maren Geisler-Okelmann
Sie selbst beginnt ihre Stunden gern mit der präzisen Ausrichtung der Haltungen aus dem Hatha Yoga und baut anschließend fließende Vinyasa-Sequenzen ein. Den Abschluss bildet oft Yin Yoga.
„Yin Yoga ist für mich einfach unschlagbar, um tiefsitzende Emotionen im Körper zu lösen und das Fasziengewebe sowie die Meridiane anzusprechen. Einmal alle Muskelanspannung loslassen zu können und mindestens drei Minuten in einer Haltung zu bleiben, reguliert dein Nervensystem nachhaltig.“ – Maren Geisler-Okelmann
Schwangerschaftsyoga: Begleiter in einer besonderen Zeit

Auch während der Schwangerschaft musst du nicht auf Yoga verzichten. Im Gegenteil: Speziell entwickelte Kurse unterstützen werdende Mütter dabei, sich auf die körperlichen Veränderungen einzustellen. Sanfte Bewegungen, Atemübungen und Entspannung können helfen, Verspannungen zu lösen, den Beckenboden zu stärken und sich bewusst Zeit für sich und das Baby zu nehmen. Vorkenntnisse sind dafür in der Regel nicht notwendig. Wichtig ist lediglich, vor Beginn Rücksprache mit Ärzt*in oder Hebamme zu halten.
Ein Hotel, das sich besonders auf werdende Eltern eingestellt hat, ist das Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa in Bayerisch Gmain, dessen Babymoon-Angebot zu den bekanntesten in Deutschland gehört
Das kommt nicht von ungefähr. Das Wellnesshotel verfügt über ein eigenes medizinisches Gesundheitszentrum und wird von Arzt Dr. Andreas Färber geleitet. Viele werdende Eltern fühlen sich deshalb besonders gut aufgehoben. Neben individuellen Gesundheitsangeboten gehören Yogaeinheiten für Schwangere zum Aktiv-Programm vom Klosterhof.
Wie finde ich den Yogastil, der zu dir passt?

Wenn du jetzt denkst: „Das klingt alles spannend – aber womit soll ich anfangen?“, dann bist du nicht allein. Genau diese Frage haben wir auch Ajoy Biswas in Nepal gestellt. Er arbeitet schon seit über 20 Jahren in den Bereichen Yoga und Wellness. Bei unserem Green PearlsⓇ Partner The Pailions Himalayas – The Farm wird ein eher traditioneller Ansatz im Yoga verfolgt.
Für Ajoy beginnt die Antwort nicht bei einem bestimmten Yogastil.
„Entscheide dich nicht für den Yogastil, der gerade am beliebtesten ist, sondern für den, den dein Körper, dein Geist und deine aktuelle Lebenssituation gerade brauchen.“
Wenn du Entspannung und innere Ruhe suchst, empfiehlt er eine sanfte Hatha-Praxis. Möchtest du Kraft, Beweglichkeit und Energie aufbauen, könne ein dynamischer Stil wie Vinyasa besser zu dir passen. Viel wichtiger als der Name des Yogastils ist für ihn jedoch etwas anderes:
„Die eigentliche Essenz des Yoga bleibt immer dieselbe: Harmonie zwischen Körper, Atem, Geist und Seele zu schaffen.“
Nach seiner Erfahrung wird Yoga heute häufig auf Fitness reduziert. Dabei seien die Asanas nur ein Teil einer viel größeren Praxis. Sie bereiten Körper und Geist auf Meditation vor und helfen dabei, mehr Achtsamkeit, Mitgefühl und innere Balance zu entwickeln – auf der Yogamatte und im Alltag.
Fazit: Die Verschmelzung der Stile ist yogisch
Zu Beginn sollte dies ein Yoga-Artikel mit der Auflistung verschiedener Stile in lexikalischer Reihenfolge sein – allerdings habe ich das Vorhaben dann direkt wieder verlassen, denn die Stile lassen sich kaum losgelöst voneinander betrachten (ähnlich wie Körper und Geist, die ja auch beim Yoga zu einer Einheit verschmelzen sollen).
Unsere Empfehlung: Starte einfach mit dem Stil, der dich spontan anspricht. Im Urlaub hast du den Luxus der Zeit und kannst oft verschiedene Kurse ausprobieren oder bei einem Retreat tiefer in eine bestimmte Richtung eintauchen. Yoga ist eine persönliche Reise, die sich mit dir verändern darf.


