Oft sieht man im Badezimmer von Hotels die Aufforderung Handtücher mehrfach zu verwenden. Bestimmt habt ihr auch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass dies leider nicht nicht immer konsequent umgesetzt wird und zu oft auch saubere Handtücher ausgewechselt werden. Dabei entstehen in Hotels jährlich weltweit unzählige Tonnen an Wäsche. Ein einzelner Waschgang mit 10 kg benötigt aber mindestens 50 Liter Wasser und ca. 1,2 kWh Strom – da sind Kosten und Belastung durch Waschmittel noch nicht einmal eingerechnet. Beispiele von einigen großen Hotels mit 700 Zimmern konnten durch eine konsequente Umsetzung der Mehrfachverwendung von Wäsche durch die Gäste bereits 125.000 Handtücher pro Jahr einsparen! Das entspricht circa 129.000 Litern Wasser und 1,6 kg CO2.
Dazu belastet neben den Ressourcen wie Strom und Wasser auch die Verwendung von konventionellem Waschmittel die Umwelt. Die Duftstoffe, sowie bleichende und antibakterielle Inhaltsstoffe, Konservierungsmittel und Füllstoffe werden von Kläranlagen häufig nicht oder nicht vollständig herausgefiltert und gelangen so in die Umwelt. (Wie wir an anderer Stelle schon einmal berichtet haben, spielt das Mikroplastik aus Wäsche ebenfalls eine wichtige Rolle —> hier geht’s zum Artikel). Einmal in der Umwelt angekommen, entfalten diese Stoffe ihre schädigende Wirkung für die Umwelt und auch für unsere Gesundheit, indem sie wichtige Mikroorganismen vernichten und Allergien auslösen. Die Natur wird insbesondere durch die enthaltenen Salze, Phosphate und Bleichmittel belastet.
Im Urlaub und auf Reisen
Natürlich ist das Thema nicht nur im Urlaub relevant, schließlich waschen wir alle jede Woche unsere Kleidung. Es lohnt sich daher durchaus, das Thema einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Es gibt also eigentlich nur gute Gründe für Hotels um auf umweltfreundliche Waschmethoden umzusteigen oder das tägliche Wechseln konsequent zu vermeiden. Bei den Green Pearls® Partnerhotels ist das übrigens ein wichtiges Kriterium. Deswegen zeigen wir euch natürlich auch drei Beispiele, die das „Wäscheproblem“ hervorragend gelöst haben, und geben Tipps für Zuhause!

Effizienz ist alles
Wie auch bei allen anderen Lieferanten und Partnern, legt das SCHWARZWALD PANORAMA auch bei der Wahl der externen Wäscherei großen Wert auf umweltfreundliches Arbeiten. Dazu gehört die Verwendung von Ecolab-zertifiziertem Waschmittel, genauso wie die effiziente, moderne und ressourcenschonende Strom- und Heizversorgung der Maschinen. Neben diesen eher technischen Hintergründen nimmt das SCHWARZWALD PANORAMA zudem die Reinigungswünsche seiner Gäste sehr ernst, was wir super finden! Seit kurzem gibt es daher (neben den üblichen Hinweisen zum Handtuchwechsel) kleine Lavendelsäckchen auf den Zimmern. Die könnt ihr draußen an die Tür hängen und so den Reinigungskräften direkt mitteilen, ob ihr Zimmerservice wünscht oder nicht.
Vegan Waschen
Das Biotiquehotel LA VIMEA in Südtirol und die Bio-Agrivilla i pini in der Toskana waschen ihre Wäsche selbst. Der wichtigste Tipp ist hier (und natürlich auch zuhause 😉 ), die Maschinen nur anzustellen, wenn sie tatsächlich voll beladen sind. Dazu werden passend zur Philosophie nur vegane und biologisch abbaubare Waschmittel verwendet. Eine Dosieranlage sowie eine Wasserrückgewinnungsanlage im LA VIMEA reduzieren den Wasser- und Energieverbrauch. Das i pini hat den großen Vorteil, dass es in der Toskana liegt: das warme Klima dort trocknet die Wäsche im Nu! Bett- und Tischwäsche sind zudem aus Leinen, sodass auch das Bügeln gleich ganz wegfällt.
Diese Beispiele zeigen, wie mit dem richtigen Ansatz nicht nur die Umwelt geschont werden kann, sondern den Hotels auch gleichzeitig einen finanziellen Anreiz bieten. Ganz nebenbei profitieren die Gäste auch noch von den sanften Reinigungsmethoden. Ein Gewinn für alle!
Unsere Tipps für Zuhause
Nicht nur auf Reisen spielt das Waschen eine Rolle, sondern natürlich auch Zuhause. Hier noch mal die Tipps zusammengefasst und weitere Ideen, wie ihr selbst auf umweltverträgliches Waschen achten könnt:
- Verwendet umweltfreundliches Waschmittel: Es gibt hier inzwischen einige Möglichkeiten, von zertifiziertem Öko-Waschmittel, über selbst gemachtes Mittel aus Kastanien (Link), Waschnüsse oder Waschkugeln mit effektiven Mikroorganismen
- Stellt die Waschmaschine nur an, wenn sie wirklich voll ist.
- Verwendet einen Auffangbeutel für Mikroplastik (z.B. GuppyBag)
- Gerade im Winter stellt das Trocknen in kleinen Wohnung eine Herausforderung dar, insbesondere auch aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit. Vergesst nicht, regelmäßig zu lüften (mindestens 10 Minuten morgens und abends) um Schimmelbildung zu vermeiden.
- Lüftet eure Kleider: Weder die Textilien, noch die Maschine leben bei übermäßig häufigen Waschgängen lange.
- Weichspüler ist nur was für Weicheier 😉 Wer dennoch eine Portion Extra-Duft mag, kann es mit einigen Tropfen ätherischem Öl probieren. Ohne Duft, dafür schön weich, wird Wäsche mit einem Schuss Haushaltsessig.
- Schaut euch Betriebsanleitung der Maschine an: Eco-Programme und Anweisungen zur schonende Nutzung sind dort auch beschrieben (zum Wohle der Maschine und der Kleidung).
- Reduziert die Temperatur: Bei einigen Waschgängen meinen wir es mit der Temperatur zu gut.





Recht vielen Dank für die Bio Ideen! Vielleicht gibt es ein natürliches Desinfektionsmittel zum Waschen? Unserem Hostel würde es nicht schaden, denn die Bettwäsche soll doch nach jedem Besucher geschniegelt und gebügelt aussehen.
Liebe Helga,
danke für deinen Kommentar!
Was eine zusätzliche Desinfektion angeht, sind wir tatsächlich etwas überfragt. Man könnte es einmal mit den „typischen“ natürlichen Mitteln für den Alltag probieren, z.B. mit Essig.
Wir testen es mal und lassen Sie uns gerne auch wissen, wenn Sie eine gute Möglichkeit gefunden haben. Dann nehmen wir das auch im Artikel als Tipp mit auf.
Liebe Grüße
Hanna