Glitzernder Schnee, der Anblick schneebedeckter Berge und die Vorfreude auf die nächste Abfahrt… Entstehen vor deinem inneren Auge auch solche Bilder, wenn du an Winterurlaub denkst? Dann geht es dir so wie uns. Doch wahrscheinlich stehst du genau vor derselben Herausforderung wie wir: Kann man mit Blick auf die Klima- und Energiekrise noch mit gutem Gewissen Skiurlaub machen? Und wie könnte ein nachhaltiger Skiurlaub aussehen?
Wintertourismus und seine Folgen für die Umwelt
Millionen Schneebegeisterte und Wintersportler*innen reisen jährlich in die Skigebiete. In Europa sind vor allem die Alpen die Destination der Wahl. Das gilt natürlich auch für Wanderer und Radsportler*innen im Frühjahr, Sommer und Herbst. Doch gerade das Skifahren bleibt für die Natur nicht ohne Folgen. In den Hochzeiten der Skisaison wie über Silvester und in den Winterferien kommen zu viele Menschen in die Täler, die Präparation der Pisten greift massiv in das natürliche Ökosystem ein und das Fahren abseits der Strecken sowie Nachtskiläufe stören die Wildtiere. Dazu kommen die Einflüsse des menschengemachten Klimawandels. Die wärmeren und schneeärmeren Winter bereiten vor allem niedrigliegenden Skigebieten Probleme.

Kunstschnee für die Wirtschaftlichkeit
Damit die vom Wintertourismus abhängigen Skiregionen trotz ausbleibenden Schnees wirtschaftlich aufrecht erhalten bleiben, werden Schneekanonen eingesetzt. Diese belasten jedoch stark die Umwelt. Zum einen benötigen sie für die Herstellung von Kunstschnee eine Menge Wasser (welches der umliegenden Natur dann häufig fehlt): Pro Hektar in einer Saison kommen gern mal mehr als 4.700.000 Liter zusammen. Zum anderen verbrauchen die künstlichen Beschneiungsanlagen viel Energie – pro Jahr etwa so viel wie 130.000 4-Personen-Haushalte. Doch nicht nur das: Kunstschnee ist chemisch anders zusammengesetzt als natürlicher Schnee. Er ist luftundurchlässiger, kompakter und weniger wärmedämmend, was den Boden und die Vegetation belastet. Das zusätzliche Schmelzwasser im Frühjahr ist ein weiterer Problemfaktor.
Nachhaltigkeit und Skifahren: Geht das zusammen?
Schon nach diesem kurzen Abriss, der wirklich nur einen winzigen Teil der Auswirkungen des Skitourismus‘ auf die Umwelt zeigt, wirst du dir vermutlich die Frage stellen, ob denn ein Skiurlaub überhaupt nachhaltig sein kann. Kurz: Nein. Komplett nachhaltig kannst du (können wir!) keinen Skiurlaub machen. Oder überhaupt verreisen.
Aber wir können unsere negativen Auswirkungen minimieren und die positiven verstärken. Denn nicht alles am Skitourismus ist schlecht. Viele Regionen sind vom (Ski-)Tourismus abhängig. Und auch wenn die meisten touristischen Regionen in den Alpen bzw. generell in den Bergen verstärkt versuchen, auch die anderen Jahreszeiten für Urlauber*innen attraktiv zu machen, so bleibt der Wintertourismus ein wichtiges Standbein, auf dem Existenzen aufbauen.
Wie umweltbewusstes Verhalten im Skiurlaub vor Ort aussehen kann, worauf du bereits bei der Urlaubsplanung und -vorbereitung achten kannst und welche Green Pearls® Partner dir die dafür passenden Unterkünfte bieten, zeigen wir dir jetzt.

7 Tipps für deinen nachhaltigen Skiurlaub
1. Vermeide Massentourismus und reise außerhalb der Stoßzeiten
Falls du nicht an Schulferien gebunden bist, kannst du deine Skiferien außerhalb der Hauptferienzeiten buchen. Zum einen sparst du ein paar Euro, zum anderen teilst du die schneebedeckten Berge nicht mit ganz so vielen Menschen wie zu den Stoßzeiten. Das ist gut für die eigenen Nerven und gut für die Umwelt. Wenn sich viele Menschen an (abgelegenen) Urlaubsorten drängen, ist das für die jeweiligen Gegenden eine große Belastung. Man spricht dann von „Overtourism“, der besonders in den empfindlichen alpinen Ökosystemen schwerwiegende Folgen hat.
2. Gestalte deine Anreise umweltfreundlich
Die Fahrt in den Winterurlaub lässt sich wunderbar mit der Bahn planen. Viele Green Pearls® Partner haben gute Anbindungen an die öffentlichen Verkehrsmittel. Falls du doch mit dem Auto fährst, weil du zum Beispiel deine Ausrüstung nicht durch die Bahn schleppen willst, dann wähle Skigebiete in deiner Nähe oder mit möglichst kurzem Anfahrtsweg. Balderschwang im Allgäu ist zum Beispiel eine der schneesichersten Regionen Deutschlands mit bis zu zwölf Metern Schnee pro Saison.
3. Kaufe und pflege deine Skiausrüstung nachhaltig
Auch bei der Anschaffung deiner Ausstattung kannst und solltest du auf Nachhaltigkeit achten. Wenn du ohnehin nur einmal in der Saison fährst oder dir nicht sicher bist, ob du das Hobby weiterführst, dann miete dir die Sachen einfach vor Ort. Oder, was meinst günstiger ist, in einem Sportgeschäft an deinem Wohnort. Falls es doch eine eigene Ausrüstung sein soll, dann schau mal nach Skibasaren in deiner Gegend. Meist finden diese im Spätherbst statt und du kannst dort für einen Bruchteil des Neupreises gut erhaltene, oftmals nur eine Saison genutzte Wintersportausrüstung kaufen. Fährst du häufiger Ski und du willst dir deine Ausrüstung neu anschaffen, greife auf nachhaltige Firmen zurück. Dazu zählen u. a. Atomic, Vaude und Stöckli. Wenn du Skier und Board dann noch mit umweltfreundlichem Wachs ohne Erdöl präparieren lässt, leistest du einen weiteren kleinen Beitrag für die Umwelt.

4. Mobilität vor Ort
Im Skiurlaub angekommen kannst du oft für den Rest der Zeit das Auto stehen lassen. An vielen Orten gibt es Skibusse, die direkt vor der Tür fahren, um dich von deiner Unterkunft aus zu den Talstationen der Skigebiete zu bringen. Vielleicht starten die ersten Pisten und Loipen auch unmittelbar am Hotel, wie beim Paradiso Pure.Living Hotel auf der Seiser Alm, beim HUBERTUS Mountain Refugio in Balderschwang im Allgäu oder beim Hotel Bella Vista im Schweizer Zermatt. Erkundige dich am besten im Vorfeld über die örtlichen und logistischen Gegebenheiten.
5. Schütze Pflanzen und Tiere
Nichts ist für einige Skifahrer*innen aufregender als unberührten Schnee zu befahren. Gut für die Natur ist das allerdings nicht. Daher solltest du unbedingt auf den präparierten Pisten, Loipen und Wegen bleiben, um wilde Tiere nicht zu gefährden und Pflanzen zu schonen. Langfristig haben alle Wintersportler*innen mehr davon, wenn diese abgesteckten Grenzen eingehalten werden. Das gilt übrigens auch für Wanderungen und sonstige Aktivitäten in den Bergen. Egal ob im Winter oder im Sommer.
6. Buche nachhaltige Unterkünfte
Wenn du auf Nummer sichergehen möchtest, dass auch bei deiner Unterkunft alles dafür getan wird, dass dein Urlaub möglichst nachhaltig und im Einklang mit der Natur gestaltet wird, dann buche bei einem unserer Green Pearls® Partner. Sie geben täglich alles dafür, Ressourcen zu schonen, die Region zu stärken und den ökologischen Fußabdruck ihrer Häuser so gering wie möglich zu halten. Somit genießt du ohne schlechtes Gewissen deinen Winterurlaub. Neben den bereits erwähnten Hotels empfehlen wir dir außerdem wärmstens die Ferienhäuser The Peak in Sölden und die Summit Lodges Pfunds im Tiroler Oberland. Bei beiden kannst du aus den Hausschuhen direkt in Skischuhe schlüpfen und die Piste erobern.

7. Nachhaltige Skigebiete
Achte bei der Wahl des Skigebietes darauf, dass dieses möglichst ohne oder nur mit gezielter künstlicher Beschneiung auskommt. Auch die Nutzung regenerativer Energien und die Überwachung der Besucherzahl, um eine Überfüllung der Berge zu verhindern, gehören bei einem nachhaltigen Skigebiet dazu. In Südtirol zum Beispiel haben fast alle Wintersportgebiete in regenerative Energiegewinnung aus Sonne und Wasser investiert, um die Anlagen mit Elektrizität zu versorgen. Abfahrten sind so angelegt, dass sie möglichst wenig die Natur beeinträchtigen und kostenlose Skibusse verbinden Orte und Skigebiete.
Das Klimaskigebiet Carezza hat sich sogar verpflichtet, bis 2025 klimaneutral zu werden. Schon jetzt gibt es hier eine intelligente Steuerung der Schneekanonen und das Wasser für die künstliche Beschneiung stammt aus eigenen Speicherbecken und wird nicht der Natur entnommen. Wenn du dir unsicher bist, wie diese Themen im Skigebiet deiner Wahl umgesetzt werden, kannst du im Vorfeld bei den Tourismusbüros oder den Liftbetreibern nachfragen.
In den Alpen haben sich zum Beispiel 19 Ferienorte für einen umweltfreundlichen Tourismus zu den „Alpine Pearls“ zusammengeschlossen. Die Feriendestinationen unter dem Dach dieses Verbundes legen bei ihren vielfältigen Mobilitätsangeboten den Fokus auf sanfte Mobilität. Als Gast bewegst du dich hier durch innovative und klimaschonende Reise-Angebote umweltfreundlich durch die Region. Der Verzicht auf künstlich präparierte Pisten, die Nutzung regenerativer Energien und die Überwachung der Besucherzahl in den Bergen sind weitere wichtige und bewusste Maßnahmen der Alpine Pearls in Richtung nachhaltiger Ski-Tourismus.

Nachhaltiger Skiurlaub? Es geht!
Auch wenn wir niemals 100 % nachhaltig einen Skiurlaub machen können, so konnten wir dir mit diesen Tipps hoffentlich vermitteln, dass wir zumindest nachhaltiger verreisen können. Und das mit gar nicht so viel Aufwand, oder?
Wie praktizierst du als Wintersportler*in dein geliebtes Schnee-Hobby nachhaltig? Übernimmst du Verantwortung fürs Klima und unseren Planeten? Schreib es gern in die Kommentare.
Speichere dir deinen Lieblingspin für deine nächste Winterurlaubsplanung.




