Golfen im Urlaub - Nachhaltig oder Umweltsünde?

Golfen im Urlaub: Nachhaltig oder Umweltproblem?

Golfen im Urlaub: Nachhaltig oder Umweltproblem?
©tunedin | Stock.Adobe.com

Golf gilt als Ökosauerei. Es gibt Plätze, die im Jahr mehrere Millionen Liter Wasser verbrauchen. Anstelle von Natur findest du stark überdüngte Rasenflächen ohne jeglichen biologischen Wert. Die Kritik am Golfsport ist nicht unberechtigt. Doch auch hier findet langsam ein Umdenken statt und Überlegungen werden laut, wie naturnahes Golfen im Urlaub möglich wäre.

 

Ökologische Aspekte beim Golfen – Wie schlimm ist es wirklich?

Ein Golfplatz benötigt viel Fläche und einen dichten, grünen Rasen mit 2 bis 5 Millimeter Schnittlänge. Das klingt nicht wirklich wie ein Paradies für Biodiversität, oder? Allerdings heißt es auch nicht automatisch, dass jeder Golfplatz eine absolut negative Ökobilanz hat. Hier einige Punkte, die darüber entscheiden:

 

#1 Fläche

Ein Standard-Golfplatz mit 18 Löchern (18 Spielbahnen) benötigt etwa 40 bis 90 Hektar Land. Einige Golfanlagen haben auch nur 9 Löcher.

Die Frage ist: Wofür würde oder wurde das Land sonst genutzt? Handelt es sich um industrielle Landwirtschaft (z. B. Maisanbau oder Weideland für Kühe) oder soll ein Gewerbegebiet (versiegelte Fläche) erschlossen werden? In beiden Fällen wäre ein Golfplatz von den Emissionen her besser. (Stichwörter: Dünger, Wasser und Emissionen) Müssen dagegen Naturflächen (oder naturnahe Brachen) verschwinden, so ist ein Golfplatz schlechter für die Umwelt.

 

#2 Wasserverbrauch von Golfplätzen

Ein Golfplatz in der Wüste.
Das Grün eines Golfplatzes zwischen den Kakteen der Wüste – hier raufen Umweltaktivist*innen sich die Haare ©Andrea Izzotti | Stock.Adobe.com

 

Der Wasserverbrauch ist sehr unterschiedlich und es wird auch nicht der ganze Golfplatz bewässert. Bewässert werden Abschlagsfläche, Fairway und das Grün.

  • Laut HR-Inforadio verbraucht z. B. der Golfclub Praforst (27 Loch Anlage (18+9) in Ostdeutschland bei einem einzigen Bewässerungsdurchgang000 bis 600.000 Liter Wasser. (Das wären dann bei 150 Tagen (April bis September) Bewässerung 45 bis 90 Millionen Liter)
  • Wie der RBB berichtet, dürfen die drei größten Golfplätze Berlins pro Jahr bis zu 270.000 Kubikmeter (= 270 Millionen Liter) Wasser im Jahr nutzen.
  • In diesem Artikel der Los Angeles Times ist sogar von 1 Million Gallonen (=3,79 Millionen Liter) für eine einzige Bewässerung die Rede.
  • Der Greenkeeper vom Golfclub Bad Gastein in Salzburg, Österreich, berichtet, er benötige auf seiner 45 Hektar großen 18-Loch-Anlage für eine Bewässerung zwischen 40.000 und 60.000 Liter. Dieser wird im Standard bei den Golfplätzen erwähnt, die dank einer günstigen Lage nur “wenig” Wasser benötigen.

Wie du siehst, ist der Wasserverbrauch enorm. Auch in wasserreichen Ländern wie Deutschland oder Österreich. In wasserarmen Ländern (Stichwort Wüsten-Golfplätze) kann man diesen extremen Süßwasserverbrauch wirklich nicht schönreden. Den Protest einer Klimaschutzgruppe, die Golflöcher auf Spanien mit Zement aufgefüllt hat, können wir daher gut nachvollziehen.

 

Welche Ansätze gibt es, um den Wasserverbrauch ökologischer zu gestalten?

Die schlechtesten Möglichkeiten sind die Anzapfung des Grundwassers und der Ankauf von Trinkwasser. Entsalzenes Meerwasser, was z. B. in den Golfstaaten oder auf den Kanaren einige Golfplätze nutzen, kann auch nicht als bedeutend ökologischer angesehen werden. Denn solche Meerwasser-Entsalzungs-Anlagen schonen zwar das Grundwasser, haben aber einen hohen Energieverbrauch (CO2-Emissionen). Auch das Abwasser aus diesen Anlagen wird als Problem angesehen.

Bessere Lösungen sind:

  1. Eigene Seen: Einige Golfplätze z. B. in der DACH Region verfügen über eigene Seen, aus denen sie das Wasser entnehmen. Ähnlich wie bei Stauseen, die für Schneekanonen verwendet werden, argumentieren die Golfplätze, dass sie das Wasser somit nicht von der Bevölkerung abziehen.
  2. Ein Fluss, der direkt ins Meer mündet: In diesem Idealfall, kann argumentiert werden, dass das Wasser “problemlos” entnommen werden kann.
  3. Klärwasser: Das Abwasser von Haushalten und Industrie wird bekanntlich aufbereitet. Theoretisch hat es nach der Reinigung wieder eine Trinkwasserqualität, wird jedoch nicht als Trinkwasser verwendet, sondern stattdessen in Flüsse und Seen geleitet. Man kann Klärwasser aber auch zur Bodenbewässerung nutzen, wodurch es dann ebenfalls in den Wasserkreislauf zurückgelangt.

Für die Zukunft könnten auch neue Rasenarten interessant sein. Schon jetzt wurden Arten gezüchtet, die längere Wurzeln haben und somit weniger häufig gegossen werden müssen. Das „Problem“: Das Gras färbt sich schnell bräunlich und sieht dann (obwohl gesund) nicht so schön aus.

 

Bewässerung mit nur 300 Litern

Golfplatz in Burkina Faso der mit nur 100 bis 300 Liter Wasser auskommt.
Golfplatz in Burkina Faso. So könnte die Antwort auf den Klimawandel aussehen. ©Ms | Stock.Adobe.com

 

Eine weitere Möglichkeit – welche bisher allerdings vom Regelwerk abgelehnt wird – wäre es, einfach gar nicht mehr auf so viel Rasen zu bestehen. Wer sagt denn, dass Sportregeln in Stein gemeißelt sind und in Zeiten des Klimawandels nicht angepasst werden können? In Burkina Faso gibt es beispielsweise einen Golfplatz, der mit nur 200 bis 300 Litern Wasser für die Bewässerung auskommt! “Wir spielen in der Natur, die wir haben”, sagt der Platzbetreiber.

 

#3 Einsatz von Pestiziden

Golfplätze sind bekannt dafür, große Mengen an Kunstdünger zu verwenden, damit das Gras dicht, grün und makellos bleibt.

Es gibt einige Clubs, z. B. mit einer “Gold & Natur”-Zertifizierung, die ihre Nutzung von Pflanzenschutzmitteln und Düngern stark einschränken. Es wird dann beispielsweise nur noch bei Bedarf gedüngt und auch nur auf den Grüns und nicht mehr bei den Fairways und Abschlägen. Berechnungen ergaben, dass solche Golfplätze sogar besser dastehen, als die industrielle Landwirtschaft (z. B. Kartoffelanbau), aber niemals besser als Bio-Landwirtschaft.

 

Können Golf und Natur zusammenpassen?

Golflatz an der South Ayrshire Coast in Schottland.
Golflatz an der South Ayrshire Coast in Schottland. Grünes Gras gehört hier zum natürlichen Landschaftsbild. ©Maciej Olszewski | Stock.Adobe.com

 

Ja, das können sie schon. Der Deutsche Golf Verband hat zu diesem Zweck das Label “Golf & Natur” initiiert. Mitglieder bei diesem Siegel mit Goldstatus, wie z. B. der Golfclub Würzburg, zeichnen sich dadurch aus, dass große Teile des Golfplatzes naturbelassen sind. Es werden sogar Biotope angelegt.

Die Befürworter*innen von Golf (z. B. Bernd Müllender, Autor der taz-Kolumne “Eingelocht”) argumentieren, dass Golfen sehr viel naturnaher ist als viele andere Sportarten. z. B. Fußball und anderer Stadien-Sport. (Solche Dinge wie “Formel 1” erwähnt er noch nicht mal.)

Wenn man so argumentieren will, ist es allerdings wichtig zu beachten, dass wirklich nur die Golfplätze einen ökologischen Wert haben, die auch darauf achten z. B. weite Bereiche mit Bäumen, Seen und Biotopen auszustatten und nicht einfach nur grüne, kunstgedüngte Wiese zu präsentieren, mit der kein einziger Marienkäfer etwas anfangen kann! Zum Glück gelten solche Plätze ganz ohne Natur ohnehin inzwischen als “langweilig”.

 

Nachhaltigen Urlaub und Golf verbinden

Wenn du deinen Golfurlaub möglichst nachhaltig gestalten möchtest, so solltest du zunächst eine Region wählen, die nicht unter Wassermangel leidet. Länder wie England, Schottland, Irland, aber auch die Alpenregion (Schweiz, Österreich, Südtirol) sowie Deutschland oder die skandinavischen Länder haben (in der Regel) viel Oberflächenwasser, sodass es ökologisch nicht sooo problematisch ist, einen Golfplatz zu bewässern.

 

Golfen im UNESCO-Biosphären Reservat Rhön

Landschaft in der Rhön beim Sonnenuntergang
Die sanfte Hügellandschaft der Rhön ist von Natur aus grün. ©Eduard | Stock.Adobe.com

 

Die Rhön in Mitteldeutschland ist als Biosphärenreservat ausgewiesen. Das heißt, es ist eine Modellregion, wie Natur und Mensch nachhaltig im Einklang leben können.

Hier befindet sich das Green PearlsⓇ Hotel STURM in Mellrichstadt. Das familiengeführte Hotel ist sehr auf Nachhaltigkeit bedacht und achtet auf natürliche Materialien und Bio-Lebensmittel aus der Region. Du entspannst hier zwischen einem großen, naturnahen Gartengelände mit Naturschwimmteich und Gartensauna.

Wir engagieren uns aktiv für einen nachhaltigeren Tourismus. Dabei sind wir uns bewusst, dass nachhaltiges Wirtschaften sowohl Verantwortung als auch finanzielle Ressourcen erfordert – für einen umweltbewussten Hotelbetrieb, der auch zukünftigen Generationen erhalten bleibt.“ – Julius Schulze Dieckhoff vom STURM

 

„Golf & Spa Days“ im Hotel Klosterbräu in Seefeld, Tirol

Außenansicht vom Hotel Kosterbräu Seefeld im Sommer
Hotel Kloserbräu ©David Johansson

 

Golf mit Wellness und Kurzurlaub in einem nachhaltigen Hotel verbinden? Das kannst du diesen Sommer im Hotel Klosterbräu. Im Zeitraum vom 22. Juni bis 13. Juli 2025 kannst du hier das Special „Golf & Spa Days“ ab 4 Übernachtungen buchen. 

Enthalten sind:

  • 4 Nächte mit Halbpension
  • 35 % auf das Greenfee der Golfclubs Wildmoos und Seefeld/Reith
  • Kostenloser Shuttle zum jeweiligen Golfplatz
  • Feel Spa Massage Voucher von 20 Euro pro Person

 

Golfen auf dem Ritten in Südtirol

Golf in den Dolomiten.
Ein Golfplatz in den Dolomiten. ©Bergfee | Stock.Adobe.com

 

Das Hochplateau Ritten in Südtirol ist ebenfalls eine gute Region, um einen naturnahen und nachhaltigen Urlaub zu verbringen. Das norditalienische Feriengebiet zeichnet sich durch viele nachhaltige Initiativen wie z. B. das Gastronomie-Projekt Bio-Fair Südtirol oder eine umweltfreundliche Mobilität aus. Mit der RittenCard kannst du alle öffentlichen Verkehrsmittel inklusive der Seilbahn kostenlos nutzen und bekommst Vergünstigungen in Museen und weiteren Attraktionen.

Das familienfreundliche Green PearlsⓇ Hotel Weihrerhof liegt auf 1.200 Metern direkt am Wolfsgrubener Badesee. Von hier aus erreichst du vier Golfplätze im Umkreis von 45 Kilometern.

Weitere nachhaltige Hotels auf dem Ritten sind die ADLER Lodge RITTEN, wo du einen entspannten Urlaub in Holz-Lodges und mit Farm-to-Table-Konzept genießen kannst und das APIPURA hotel rinner mit Bio-Lebensmitteln und eigener Imkerei.

 

Golfen rund um München

In der Region um München können wir das Gut Sonnenhausen empfehlen. Es handelt sich hierbei um ein schonend renoviertes ehemaliges Gutshaus inmitten der Natur. Die umliegenden Gärten werden nach dem Prinzip der Permakultur nachhaltig bewirtschaftet. Du erreichst innerhalb von 15 bis 25 Minuten Fahrzeit folgende Golfclubs:

 

Golf muss sich an den Klimawandel anpassen

Das Golfen soll im 13. Jahrhundert von Schäfern in Schottland erfunden worden sein. Es gab unendlich viel grünes Grasland – und auf diesem spielte man. Wunderbar. Im Laufe der Geschichte hat sich daraus eine elitäre Sportart mit riesigem Regelwerk und hohen Ansprüchen entwickelt. Der Umwelt-Aspekt wurde dabei jahrelang außer Acht gelassen. Das Umdenken beginnt zwar langsame doch inzwischen entstehen einige “Natur Golfplätze”, welche bei der Ressourcennutzung Verantwortung übernehmen.

Langfristig wäre es aber am besten, wenn man den Ansatz von Golfplätzen wie in Burkina Faso folgen würde, wo man auf dem Land spielt, “so wie es ist” und nicht auf Teufel komm raus die Landschaft, an jedem Ort dieser Welt, in schottisches Hochland verwandeln will.

 


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Zwei Männer posieren mit Golfschlägern auf einem grasbewachsenen Platz mit Palmen und strahlen eine lässige Atmosphäre aus. Der Text lautet „Nachhaltiges Golfen?“ und wirbt für umweltfreundliches Golfen.

Vier Bilder zeigen luxuriöse Hotels in üppigen, grünen Landschaften und betonen den umweltfreundlichen Urlaub. Ein zentraler Text wirbt für nachhaltige Golfurlaube.


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