Ein König und seine grünen Visionen
Eines der ersten Projekte rief König Bhumibol 1969 ins Leben, die „Royal Agriculture Station Angchon“. Mit diesem Projekt erforschte er Pflanzen, die sich besonders gut für den lokalen Anbau eignen, um die traditionelle Landwirtschaft profitabel zu machen.
Gleichzeitig konnte er damit den weitverbreiteten Opiumanbau eindämmen. Seitdem sind zahlreiche Initiativen und Projekte entstanden, die auf seiner Philosophie einer ganzheitlichen und nachhaltigen Wirtschaftsweise fußen. Seine Vision, die sensiblen Ökosysteme der Natur zu bewahren, die Bevölkerung zu unterstützen und dabei auch das kulturelle Erbe seines Landes zu erhalten, trägt bis heute Früchte und hat das Land nachhaltig geprägt.
Nachhaltig Reisen in Thailand?
Auch die Tourismusbranche blieb davon nicht unberührt. Die Tourism Authority in Thailand (TAT) entwickelte 2011 unter anderem die „7 Greens Initiative“ mit dem Ziel, den nachhaltigen Tourismus im ganzen Land zu fördern. Die damit entstandenen Richtlinien tragen dazu bei, ein Bewusstsein für nachhaltiges Handeln bei allen Beteiligten zu schaffen (Touristen, Hotels, Attraktionen, Transportmittel usw.), insbesondere um die kulturelle Vielfalt und die Schönheit Thailands zu bewahren. Die Ideen sind vielseitig und facettenreich. Zusammen mit Partnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor setzt sich die TAT, ein Einwegplastik zu reduzieren, Besucher von Nationalparks werden dazu bewegt, weniger Müll zu produzieren. Denn Plastik und Müll sind neben Overtourism, eine der größten Herausforderungen in Thailand.
Thailand engagiert sich: von Beach Clean Up bis plastikfrei
Aber auch ganze Inseln engagieren sich. Eines der beliebtesten Urlaubsziele in Thailand, Koh Samui, hat es sich mit der Initiative „Samui goes green“ zum Ziel gesetzt, Abfall und insbesondere Einwegplastik zu reduzieren. Auf der Insel Koh Tao haben sich mehrere Tauchschulen zusammengeschlossen, um gemeinsam an Naturschutzprojekten zu arbeiten, wie zum Beispiel regelmäßigen Beach oder Reef Clean Ups, der Korallenaufforstung und monatlichen Koh Tao Eco Days.
Die internationale Organisation Trash Hero hat in Thailand ebenfalls ihre Spuren hinterlassen. Immer mehr Menschen engagieren sich freiwillig an organisierten Beach Clean Ups. Um den Verbrauch von Plastikflaschen einzusparen, können Touristen zudem eine Edelstahlflasche von Trash Hero erwerben, die sie an zahlreichen Stationen, wie Bars, Boutiquen und Restaurants kostenlos mit Wasser auffüllen lassen können.

Nachhaltiger Urlaub schützt Flora und Fauna
Es gibt bereits mehrere Hotels in Thailand, die es sich zum Ziel gemacht haben, die natürliche Fauna und Tierwelt des Landes zu bewahren und so wenig wie möglich zu stören.
So beispielsweise das Luxus-Eco-Hotel Tongsai Bay auf Koh Samui, welches bereits 1985 entstanden ist. Der Gründer des Hotels verliebte sich damals in die paradiesische Bucht. Er lag ihm ganz besonders am Herzen, dass die natürliche Inselumgebung bei Errichtung des Hotels in seiner ursprünglichen Beschaffenheit erhalten blieb – kein Baum sollte gefällt werden, kein Tier verletzt werden und die Architektur sollte sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Dieser achtsame Umgang mit der Natur und der Umwelt spiegelt sich in der einzigartigen Schönheit des Hotelgeländes wieder und Thanakorn Hoontrakul gilt seitdem als Pionier der nachhaltigen Hotellerie.
Auf Augenhöhe: Community Based Projects & Homestay
Eine andere Art des Reisens und authentischere Einblicke in das Land und die Kultur Thailands vermitteln Reiseveranstalter sogenannter Gemeinschaftsbasierter Projekte. Durch ausgewählte Projekte in Zusammenarbeit mit Einheimischen finden wertvolle Begegnungen auf Augenhöhe statt. So können nicht nur vom Aussterben bedrohte Traditionen am Leben erhalten werden, sondern auch Einheimische darin unterstützt werden, ein zusätzliches Standbein aufzubauen. So zum Beispiel, Grandma Kanya, die immer noch mit Begeisterung den Lakhon Chatri, eine Mischung aus Tanz und Gesang, an die nächste Generation weitergibt. HiveSters ist einer dieser Veranstalter für authentische Reiseerlebnisse.
Eine weitere Möglichkeit der einheimischen Bevölkerung besonders nah zu kommen sind sogenannte Homestays. Ein besonderer Ansatz stellt beispielsweise das Dorf Tung Dap dar, eine ländliche Gastfamilieninitiative. Dort könnt ihr als Gäste ins Dorf kommen und bei einer Gastfamilie unterkommen. Ihr nehmt am Leben der Bewohner teil, ob Angeln, Gemüseanbau, Kultur oder Kunsthandwerk. Ihr erhaltet so einen ganz besonderen Einblick in den Alltag und die Kultur der einheimischen Bevölkerung. Auch hier bleiben die Einnahmen bei den Einheimischen.
Nachhaltiger Tourismus ist kein Verzicht
Nachhaltiger Tourismus muss kein Verzicht sein. Nachhaltiger Tourismus macht es möglich, die ursprüngliche Schönheit des Landes und seiner Kultur noch für viele weitere Generationen zu erhalten. Darüber hinaus kommt man aber auch in den Genuss von einzigartigen und unvergesslichen Reiseerlebnissen, die wirklich in der Erinnerung haften bleiben. König Bhumibol machte damals den ersten bedeutsamen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Seitdem sind ihm viele gefolgt und Thailand gilt sogar als Vorbild für andere südostasiatische Schwellenländer. Wichtig ist, dass jeder dazu beitragen kann, dem Land zu helfen, weiter voranzuschreiten. Ihr könnt den Unterschied machen, indem ihr auf Reisen einen bewussten Umgang mit Müll und Plastik findet und z.B. nachhaltige Hotels, gemeinschaftsbasierte Projekte oder Homestays für euren nächsten Urlaub in Thailand wählt.
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