1911 wurden die Inka-Ruinen von Machu Picchu durch den Archäologen Hiram Bingham entdeckt und 1983 dann in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Die Ruinenstadt ist ohne Frage sehr beeindruckend und für viele Peru-Reisende ein absolutes Muss. Inzwischen besuchen fast 6.000 Menschen die Stätte täglich – viel zu viele, denn die Auswirkungen der Massen sind groß. Schon 2016 hatte die UNESCO daher gedroht, den Weltkulturerbe Status zu entziehen, sollte sich nichts ändern. Bereits im Januar gab es daher von der peruanischen Regierung eine neue Regelung, die Besucherströme strenger lenken und kontrollieren sollen. Gerade findet eine weitere Testphase statt, in der Touristen nur noch drei Stunden bleiben um drei besondere Bereiche zu entdecken: den Sonnentempel, den Tempel des Kondors und den Intihuatana-Stein.
Neben der Regierung arbeiten allerdings auch weitere Organisationen und Menschen vor Ort daran, Machu Picchu und das vom Tourismus lebende, dazugehörige Dorf Aguas Calientes (auch bekannt als Machu Picchu Pueblo) sauber zu halten und die Auswirkungen des Tourismus auf die Natur und das Kulturerbe so klein wie möglich. Zu ihnen gehört insbesondere die Inkaterra Gruppe, die in dem kleinen Ort mit ihren Hotels ebenfalls präsent ist. Seit einiger Zeit engagieren sie sich hier noch einmal verstärkt für einen sanfteren und nachhaltigeren Tourismus und Umgang mit der Natur und Kultur am Machu Picchu. Dafür haben sich Inkaterra und die eigene Inkaterra Asociación (ITA) mit der AJE Group (ein multinationaler Getränkekonzern in peruanischem Familienbesitz) zusammengeschlossen. Wir zeigen euch drei besondere Initiativen, die dem ganzen Ort dienen.

1. Biodiesel-Anlage
Die Anlage wurde Mitte 2017 in Betrieb genommen und verarbeitet seit dem verbranntes Pflanzenöl zu Biodiesel. Ziel ist unter anderem, die Verschmutzung des durch den Ort fließenden Vilcanota-Flusses zu verhindern. Laut Studien verseucht ein Liter verbranntes Öl 1.000 Liter Wasser – lange schütteten 90% der Anwohner und Betriebe ihr Öl ungefiltert in den Fluss. In einem zeitaufwändigen Prozess wird das Öl in der Anlage zunächst von Wasser und Sedimenten getrennt und anschließend in die eigentliche Anlage umgefüllt. Dort wird es mit zwei Chemikalien gemischt und erwärmt. Es entstehen Biodiesel und Glycerin: das Glycerin wird zum Waschen und Putzen verwendet werden, der Biodiesel beispielsweise für Autos. Inkaterra ermutigt alle lokalen Anwohner, Hotels und Restaurants, ihre gebrauchten Öle zu spenden. Das ist allerdings alles andere als leicht, denn die Abgabe ist natürlich keine Pflicht. Bei einem Besuch des Machu Picchu Pueblo Hotels von Inkaterra könnt ihr übrigens auch die Biodiesel-Anlage auf dem Gelände besichtigen.

2. PET-Müllverdichtungsanlage
Die vielen Touristen, die Machu Picchu täglich besuchen, lassen leider auch jede Menge Plastikmüll zurück. Die Müllverdichtungsanlage war daher Ende 2016 das erste Projekt der ITA mit AJE. Sie kann täglich bis zu 14 Tonnen Abfall verarbeiten, der dann per Bahn zu den Recyclinganlagen transportiert wird. Eine tolle Initiative, dennoch muss in Zukunft verstärkt daran gearbeitet werden, dass Plastikmüll grundsätzlich deutlich reduziert wird. Bis dahin ist diese Initiative für die Abfallmanagementkrise des Welterbes allerdings von großer Bedeutung und ein wichtiger Schritt für den Erhalt des UNESCO-Status.

3. Organische Abfallaufbereitungsanlage
Dies ist die neueste Initiative von Inkaterra, AJE und der Stadtverwaltung von Machu Picchu Pueblo: die organische Abfallaufbereitungsanlage kann täglich sieben Tonnen Abfall mit Hilfe der Pyrolyse (chemischer Zerfall durch hohe Temperaturen in Abwesenheit von Sauerstoff) zu Bio-Kohle umwandeln. So entsteht quasi „von allein“ ein natürlicher Dünger, der dann wiederum zur Aufforstung des Andinen „Cloud Forest“ rund um Machu Picchu sowie zur Unterstützung der lokalen Landwirtschaft verwendet werden kann. Die Bio-Kohle wird unter anderem vom National Service of Natural Areas Protected by the State (SERNANP) für die Pflanzung von einer Million Bäumen im Bereich des Machu Picchu verwendet.
Wir sind froh, dass unser Partner Inkaterra mit diesen Initiativen vorausgeht und sich für den Schutz und Erhalt des Weltwunders einsetzt. Jetzt fehlt nur noch, dass auch die Touristen ein stärkeres Gewissen und Interesse entwickeln und ihren Teil beitragen – ob durch Verzicht auf Flaschen, das Halten an Besuchsregeln (z.B. nicht auf die Steine klettern, Markierungen beachten) oder durch die Unterstützung von nachhaltigen Initiativen, Geschäften und Hotels vor Ort.
Ihr sucht nach Tipps, wie ihr nachhaltiger Reisen könnt? Wir haben hier 10 Tipps für euch zusammengestellt:
Gefällt Dir der Artikel? Teile ihn!




