Wenn du dir um Nachhaltigkeit Gedanken machst, hast du sicherlich schon über deine Ernährung nachgedacht. Der enorme Fleischkonsum sowie die daraus resultierende Massentierhaltung und der riesige Bedarf an Futtermitteln hat ein solches Ausmaß erreicht, dass jeder einzelne seinen Speiseplan überdenken sollte. Eine vegan-vegetarische Lebensweise erscheint beinahe alternativlos. Auch oder gerade auf Reisen.
In der Tourismusbranche hat das neue Bewusstsein der Verbraucher schon einiges erreicht – In vielen Hotels sind mittlerweile vegane und vegetarische Gerichte fest im Menü verankert. Oft sind es sogar die Hotels selbst, die eine Vorreiterrolle in Richtung “Planetary Health Diet” einnehmen. Genau solche stellen wir dir gleich vor. Zuvor schauen wir uns aber nochmal ein paar Argumente rund um das Thema Ernährung an.

Vorteile einer vegan-vegetarischen Ernährung
Ich selbst bin keine Veganerin, doch es hilft, sich die Vorteile einer (hauptsächlich) pflanzlichen Ernährung immer mal wieder vor Augen zu führen:
#1: Klimaschutz: Eine hauptsächlich pflanzliche Ernährung verbraucht deutlich weniger CO2-Emissionen als tierische. Laut dem Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung ist Margarine viermal emissionsärmer als Butter und ein Teller Linsen verbraucht 20-mal weniger CO2 als ein Rinder-Steak und enthält dabei sogar noch mehr Proteine!
#2: Tierschutz: Veganer*innen sind an Massentierhaltung und Tierquälerei unschuldig. Falls du noch nicht ganz auf Fleisch verzichten kannst, achte darauf, woher es kommt und kaufe wenn möglich Bio-Fleisch.
#3: Soziale Gerechtigkeit: Würden statt Futtermittel Nahrungsmittel für Menschen angebaut, könnte dies gegen den Welthunger helfen.
Auf die Frage, ob die vegane Ernährung auch gesundheitliche Vorteile (oder Nachteile) hat, hat die Wissenschaft unterschiedliche Antworten. Der Punkt ist, dass generell ernährungsbewusste Menschen (also sowohl Veganer als auch Menschen, die nur gelegentlich Fleisch essen) sehr viel gesünder leben und ein geringeres Risiko für Übergewicht und diverse Krankheiten haben.
Tipp: Wenn du deinen Fleischkonsum nicht aufgeben, aber reduzieren willst, beginne damit, alle Fertigprodukte mit Fleisch sowie verarbeitetes Fleisch (Würstchen, TK-Schnitzel, Aufschnitt etc.) von deinem Speiseplan zu streichen. Zahlreiche Studien belegen, dass speziell der Verzehr von verarbeitetem Fleisch eine Ursache für Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.
Vegan-vegetarisch Reisen? In Italien kein Probem!
Wenn du bereits vegetarisch oder vegan lebst, möchtest du natürlich auch im Urlaub eine Unterkunft, die deiner Ernährungsweise entspricht. Hier können wir dir Norditalien als wunderbar Vegan-freundliche Reisedestination empfehlen, denn hier gibt es gleich mehrere Hotels, die sich ganz auf eine vegan-vegetarische Ernährung fokussiert haben.
LA VIMEA: “pure vegan” Hotel in Südtirol
Die Einstellung zu Fleisch ist im LA VIMEA klar: „Wir akzeptieren Fleischkonsum in keiner Weise und glauben nicht, dass dieser in irgendeiner Form nachhaltig sein kann.“ Das Hotel in Naturns war das erste vegane Hotel in ganz Italien und bietet dir kreative vegane Gerichte wie gefüllte Zucchiniblüten, gegrilltes Steinobst, Risotto oder Heusuppe.
Das Hotel hat zudem darauf geachtet, dass die ganze Ausstattung ebenfalls vegan ist. Weiterhin gehören zum nachhaltigen Wohlfühlprogramm ein Salzwasserpool, ein Naturbadeteich und tägliche Yoga-Angebote.

Eco Park Hotel Azalea – 100 Prozent Pflanzenküche
In Trentino gibt es das Eco Park Hotel Azalea, welches dir eine rein pflanzenbasierte Küche serviert. Hierbei wird darauf geachtet, dass die Produkte möglichst regional sind. Mehl und Getreide stammen aus einer traditionellen italienischen Steinmühle, die Wildkräuter werden selbst auf den Wiesen gepflückt und das Leitungswasser kommt aus den Dolomiten. In dem familiengeführten Hotel wirst du dich als Veganer*in oder Vegetarier*in sehr wohlfühlen. Wie du schon am Hotelnamen erkennen kannst, steht hier übrigens alles im Zeichen der Blumen und Blüten – die ein oder andere wirst du auch auf deinem Teller entdecken 😉

Paradiso Pure.Living – Vegetarisch Reisen in den Dolomiten
Im Paradiso Pure.Living soll die vegan-vegetarische Speisekarte dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Das Hotel war das erste rein vegan-vegetarische Hotel in den Dolomiten und hat die beste Lage für einen Aktivurlaub (im Sommer wie im Winter) in der Natur.
Tipp: Das Paradiso Pure.Living hat uns übrigens sein Hummus-Rezept verraten. (Falls du noch auf der Suche nach einer pflanzlichen Proteinquelle oder einem gesunden Brotaufstrich bist). Ich selbst mach auch fast jede Woche Hummus. Wir essen es am Wochenende zum Frühstück mit frischem Brot. Sehr lecker, sehr gesund und lange sättigend.
Fleischkonsum? Aber bitte bewusst!
In der autofreien Stadt Zermatt mit Blick auf das Matterhorn, gibt es das außergewöhnliche CERVO Mountain Resort. Hier gibt es gleich drei verschiedene Restaurants, wovon eines, das Restaurant “BAZAAR”, zu 100 Prozent vegetarisch ist. In den anderen beiden Restaurants gibt es zwar Fleisch auf der Speisekarte, allerdings mit einem Aufpreis, um das zusätzlich verursachte CO2 auszugleichen. Das Rindfleisch stammt vom Bauer Edgar Imhoff, der etwa 30 Kilometer außerhalb von Zermatt eine tierfreundliche Rinderfarm betreibt.
“Zu einem nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Natur gehört eine durchdachte Wertschöpfungskette.”
CERVO Mountain Resort
Fleisch von eigenen Schweinen

Im bayerischen Hotel HUBERTUS Mountain Refugio Allgäu wird Fleisch als fester Bestandteil der heimischen Küche verstanden. Doch zur Nachhaltigkeit gehöre, dass die „Schweinderl“, Kälber und Rinder ein artgerechtes Leben haben. Hotelier Marc Traubel sagt im Interview mit Green Pearls: „Wir haben für unsere Gäste sehr, sehr viele eigene Schweine (…) Die Schweine sind jetzt da unten, die werden den Sommer über gefüttert, die haben ein schönes Leben und irgendwann landen sie dann halt bei uns auf dem Grill.“
Ein vegetarisches Angebot ist allerdings ebenfalls ein fester Bestandteil des täglichen Menüs. Komplett vegan ist sogar auch möglich, doch das musst du vorbestellen!
Unser Fazit: Vegan-vegetarisch oder Fleisch – Du machst den Unterschied
Wie du siehst, muss man nicht immer auf die Big-Player warten, damit sich am Tierschutz und Umweltschutz etwas ändert. Erinnere dich z. B. an die Eier aus Käfighaltung. Laut der Verbraucherzentrale stammten 2008 noch 60 Prozent der deutschen Eier aus Käfigen. 2021 sind es nur noch 5 Prozent aus „Kleingruppenhaltungen“ (= vergrößerte Käfige). Der Grund war, dass die Verbraucher es irgendwann einfach abgelehnt haben, die Eier von gequälten Hühnern zu essen und auch bereit sind, dafür mehr Geld auszugeben. So könnte es auch mit Fleischprodukten laufen.
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