Ende 2025 sorgte eine Nachricht aus der Türkei für Schlagzeilen: Hotelbuffets sollten 2026 verschwinden. Hintergrund war die enorme Lebensmittelverschwendung im Land. Der türkische Präsidialrat für Agrar- und Lebensmittelpolitik beschäftigte sich mit möglichen Maßnahmen gegen Lebensmittelabfälle – und dabei gerieten auch üppige Frühstücksangebote und offene Hotelbuffets in den Fokus. BILD: Pexels
Was ist aus dem geplanten Buffet-Verbot geworden?
Ein generelles Verbot von Hotelbuffets gibt es in der Türkei bislang nicht. Aus dem diskutierten Vorstoß ist nach aktuellem Stand keine entsprechende landesweite gesetzliche Regelung hervorgegangen.
Das Problem dahinter beschäftigt die Branche aber weiterhin. Im August 2026 bezifferte Hakan Saatçıoğlu, Präsident des türkischen Verbands professioneller Hotelmanager POYD, allein die Tellerreste in einem Hotel mit 1.000 Gästen auf rund 200 bis 220 Kilogramm pro Tag – etwa sechs Tonnen im Monat. Er fordert deshalb, Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung im All-inclusive-System gesetzlich zu verankern. Die Debatte geht also weiter.
Muss all-you-can-eat verschwinden?
Aus unserem Green Pearls® Netzwerk wissen wir: Ganz so einfach ist es nicht, Buffets abzuschaffen. Gerade beim Frühstück erwarten viele Gäste eine gewisse Auswahl und Flexibilität. Viele unserer Partner setzen deshalb auf Mischformen – etwa ein kleineres Buffet, ergänzt durch frisch zubereitete Eierspeisen (Waffeln, Rührei etc.) auf Bestellung.
Es kommt auf die Planung an
Viel wichtiger als die Frage „Buffet oder kein Buffet?“ ist deshalb, wie bewusst ein Hotel damit umgeht. Das beginnt bei der Planung: Wie viele Gäste sind im Haus? Wer ist gerade zu Gast und wie sehen deren Gewohnheiten aus? Statt große Platten bereitzustellen, können kleinere Mengen häufiger nachgefüllt werden. Gegen Ende der Frühstückszeit muss nicht noch einmal das komplette Buffet aufgefüllt werden – stattdessen kann das Team gezielt nachfragen, was die verbliebenen Gäste noch möchten.
Wie viel das ausmachen kann, zeigt das Hotel Luise in Erlangen. Dort arbeitet das Team unter anderem mit kleineren Platten und gezieltem Nachfüllen. Nach eigenen Angaben bleiben so im Durchschnitt lediglich fünf Gramm Lebensmittel pro Gast und Mahlzeit übrig.
Ein Buffet muss also nicht verschwinden, damit weniger Essen im Müll landet. Es braucht vor allem den Willen, Lebensmittelverschwendung wirklich zu reduzieren – und Planung, flexible Abläufe sowie eine gute Kommunikation mit den Gästen.


