Hotel-Hopping oder Slow Stay: Was ist nachhaltiger?

Hotel-Hopping oder Slow Stay: Was ist nachhaltiger?

Hotel-Hopping oder Slow Stay: Was ist nachhaltiger?

Slow Stay ist zum Trendwort für bewussteres Reisen geworden: lieber länger an einem Ort bleiben, statt nach ein oder zwei Nächten weiterzuziehen. Doch ist das tatsächlich die bessere Wahl? BILD: Pexels

 

Länger bleiben spart vor allem Wege  

Der größte Hebel liegt häufig nicht beim Hotel, sondern bei der Mobilität. Eine Studie im Journal of Cleaner Production zu Urlaubsreisen nach Südfrankreich identifizierte die Anreise als größten Beitrag zum untersuchten CO₂-Fußabdruck; Verkehrsmittel und Aufenthaltsdauer spielten dabei eine wesentliche Rolle.

Das zeigt schon eine einfache Rechnung. Angenommen, dein Urlaubsort liegt 500 Kilometer entfernt:

1 × 12 Tage Urlaub: 1.000 km Hin- und Rückweg
2 × 6 Tage Urlaub: 2.000 km Hin- und Rückweg
4 × 3 Tage Urlaub: 4.000 km Hin- und Rückweg

Gleiche Zahl an Urlaubstagen, aber bis zu viermal so viele Anreisekilometer. Wie groß der Unterschied bei den Emissionen tatsächlich ist, hängt natürlich davon ab, ob du mit Bahn, Auto oder Flugzeug reist.

Auch eine internationale Untersuchung von 32 Destinationen kommt zu dem Schluss, dass kürzere Aufenthalte für dieselbe Zahl an Übernachtungen mehr Ankünfte und damit mehr Transport erfordern.

 

Und was ist mit dem Hotel?

Auch dort spricht einiges für mehrere Nächte: Check-in, Check-out, Zimmeraufbereitung und bestimmte Reinigungsprozesse fallen bei jedem Gästewechsel erneut an. Bei drei oder fünf Nächten verteilen sich diese Abläufe auf einen längeren Aufenthalt.

 

Aber verteilt Hotel-Hopping nicht das Geld besser?

Das kann ein Argument sein: Wer verschiedene Unterkünfte nutzt, verteilt zumindest seine Übernachtungsausgaben auf mehrere Betriebe. Doch länger bleiben bedeutet nicht automatisch, dass das Geld nur an einem Ort landet. Eine Studie mit 5.300 Norwegen-Reisenden weist darauf hin, dass längere Aufenthalte mehr Zeit lassen, auch kleinere Betriebe und weniger zentrale Orte einer Region zu besuchen. Slow Stay kann die regionale Wertschöpfung also ebenfalls breiter verteilen – nur auf eine andere Weise

Hotel-Hopping muss deshalb kein Widerspruch zu Slow Travel sein. Eine Woche mit der Bahn durch Südtirol, mit jeweils einigen Nächten an zwei oder drei Orten, kann regionale Wertschöpfung verteilen. Ohne ständig lange neue Anreisen zu verursachen.

 

Unser Fazit: Nicht die Zahl der Hotels entscheidet. Wichtiger sind Entfernung, Verkehrsmittel und Reisetakt. Lieber seltener weit anreisen und vor Ort langsam weiterziehen, als für jeden Kurztrip wieder von vorne zu starten.


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