FSC, GOTS, FAIRTRADE – bestimmt sind euch diese Siegel beim Einkaufen schon mal über den Weg gelaufen. Natürlich gibt es noch weitaus mehr Siegel, hinter denen sich Zertifizierungen für nachhaltige Produkte verstecken – seien es Lebensmittel, Möbel, Kleidung, Kosmetik oder Reinigungsprodukte. Bei der Anzahl an vorhandenen Zertifizierungen verliert man jedoch leicht den Überblick, wofür die einzelnen Siegel genau stehen.
Mit unserem heutigen Beitrag möchten wir etwas mehr Klarheit schaffen, damit ihr wisst, worauf ihr bei eurem nächsten Einkauf achten könnt. Da wir hier jedoch natürlich nicht alle verfügbaren Siegel beschreiben können, haben wir uns ein paar besonders anspruchsvolle für euch rausgesucht.

Biologische Landwirtschaft & gute Lebensmittel
EU-Bio-Siegel
Das Bio-Siegel der EU ist ein guter Anfang, aber es geht noch besser! Das Siegel regelt die Anzahl der Tiere pro Hektar, artgerechte Haltungsformen, Anforderungen an die biologischen Futtermittel, den Einsatz von Antibiotika, die Anzahl von Zusatzstoffen in verarbeiteten Lebensmitteln, den Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden und verbietet darüber hinaus Gentechnik. Alle folgenden Siegel gehen übrigens weit über die Anforderungen der EU hinaus.
Biokreis
Das Ziel von Biokreis ist, die ökologische Landwirtschaft in Deutschland im Sinne einer Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Zudem fördert der Verband die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und verarbeitenden Betrieben ökologische und soziale Standards einzuhalten.
Bioland
Die Richtlinien für die Erzeugung von Bioland-zertifizierten Produkten gehen weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Der Bioland-Verband möchte die organisch-biologische Landwirtschaft fördern, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Erhalt von fruchtbaren Böden. Zu finden ist das Siegel in Deutschland.
Demeter
Demeter ist der älteste Bioverband Deutschlands, und bereits seit 1924 aktiv. Partner-Betriebe unterliegen den strengen Auflagen der biodynamischen Landwirtschaft, die durch ihre lebendige Kreislaufwirtschaft gekennzeichnet und damit eine der nachhaltigsten Landwirtschaftsformen ist. In den USA ist das Siegel unter dem Namen Demeter Biodynamic® vertreten.
Naturland
Der Verband Naturland ist weltweit aktiv und steht für hohe ökologische Standards bei der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln. Zusätzlich befolgt er soziale Richtlinien, wie etwa die Achtung von Menschenrechten und verhindert dadurch z.B. Kinderarbeit. Das gleiche gilt für Naturland fair, das sich zusätzlich für gerechte Handelsbeziehungen einsetzt. Dieses Siegel findet ihr auf Produkten wie bspw. Milch, Kaffee und Kakao.

Kleidung & Textilien
Fair Wear Foundation
Bei diesem Siegel geht es um faire Arbeitsbedingungen in der Textilbranche. Sofern die teilnehmenden Firmen bei den Audits gut abschneiden, dürfen sie das FWF Siegel tragen. Das Label bezieht sich ausschließlich auf die Arbeitsbedingungen und trifft keine Aussagen zur Umweltverträglichkeit der Textilien oder zu Produktionsprozessen.
GOTS
Das Siegel gehört zur Group on Global Organic Textile Standards und zertifiziert eine umwelt- und sozialverträgliche Produktion in der Textilindustrie. Vor allem der Verzicht auf chemische Pestizide beim Anbau der Naturfasern steht hier im Mittelpunkt. Das Ziel der Gruppe ist es, einen weltweit einheitlichen Standard sowie kontrollierbare soziale und ökologische Normen für die gesamte Produktionskette einzuführen. Deshalb findet ihr die Zertifizierung von GOTS auch weltweit auf Textilien.
Cradle to Cradle®
Das Siegel zertifiziert Produkte, die ohne die Entstehung von Abfall auskommen, da sie entweder komplett biologisch abbaubar oder vollständig recycelbar sind. Vergeben wird das Cradle to Cradle® Siegel in fünf Stufen, wobei Platin den höchsten Standard beschreibt. Ihr findet das Siegel in vielen europäischen Ländern sowie den USA.
Wenn ihr mehr zu nachhaltiger Mode erfahren wollt, schaut doch mal in unseren Beitrag zum Thema rein:
Nachhaltige Mode Teil 1: Was unsere Kleidung mit der Umwelt zu tun hat
Erfahrt noch mehr über nachhaltige Siegel im zweiten Teil. Eine umfangreiche Auflistung und Erklärung von weltweit verwendeten Siegeln findet ihr übrigens im Ecolabel index.



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