Pflanzenkohle - der nächste Hit nach Holzpallets?

Pflanzenkohle: Der nächste Hit nach Hackschnitzeln und Holzpellets?

Pflanzenkohle: Der nächste Hit nach Hackschnitzeln und Holzpellets?

Bei der Verbrennung von Hackschnitzeln oder Holzpellets wird ungefähr so viel CO₂ freigesetzt, wie der Baum zuvor aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Doch was wäre, wenn ein Teil des Kohlenstoffs gar nicht erst wieder in die Atmosphäre gelangt? Genau hier kommt Pflanzenkohle ins Spiel. (Bild: Balthasar Hauser mit selbst produzierter Pflanzenkohle, Screenshot vom Stanglwirt-Imagevideo zum Bio-Energiekraftwerk)

Was ist Pflanzenkohle?

Pflanzenkohle entsteht, wenn pflanzliches Material wie Holz unter Sauerstoffmangel erhitzt wird. Diesen Vorgang nennt man Pyrolyse. Dabei bleibt ein Teil des Kohlenstoffs in der Kohle gebunden und kann über Jahrhunderte gespeichert werden.

Holzpellets und Hackschnitzel sind Brennstoffe, Pflanzenkohle ist dagegen ein Nebenprodukt der Energieerzeugung. 

Pflanzenkohle hat eine poröse Struktur, wodurch sie Wasser und Nährstoffe aufnehmen kann. Als Bodenhilfsstoff kann sie deshalb die Bodenqualität verbessern. Allerdings enthält sie selbst kaum pflanzenverfügbare Nährstoffe und wird darum mit Kompost oder Gülle gemischt. 

Ist Pflanzenkohle wirklich gut fürs Klima?

Das Umweltbundesamt (UBA) sieht darin eine Möglichkeit zur langfristigen CO₂-Speicherung, weist aber auch auf Risiken bei der Herstellung hin. Bei unsachgemäßer Herstellung können Feinstaub, Methan und Schadstoffe entstehen.

Wenn du selbst Pflanzenkohle für deinen Boden kaufen möchtest, empfiehlt das UBA deshalb, unbedingt auf das European Biochar Certificate (EBC) zu achten. 

Professionelle Anlagen können den Herstellungsprozess kontrollieren und entstehende Gase sowie Abwärme energetisch nutzen.

Ein Hotel als Energiepionier

Genau das macht das Bio- und Wellnessresort Stanglwirt in Tirol. Seit 2024 betreibt das Green Pearls® Partnerhotel eine Holzvergaseranlage von SynCraft, die aus regionalem Hackgut Strom, Wärme und Pflanzenkohle erzeugt.

Laut Stanglwirt bleiben dabei rund 20 Prozent des ursprünglich im Holz enthaltenen Kohlenstoffs in der Pflanzenkohle gebunden. Diese wird anschließend verkauft, beispielsweise für die landwirtschaftliche Nutzung.

„So machen wir die Kohle zu Kohle“, erklärt Junior-Chef Johannes Hauser augenzwinkernd.

Soweit dem Stanglwirt bekannt, ist es die weltweit erste Holzvergaseranlage dieser Art in einem Hotel. Ein Beispiel für den Pioniergeist, den wir bei unseren Green Pearls® Partnern immer wieder entdecken!

Wie kann ich selbst Pflanzenkohle erleben und nutzen?

Wenn du im Bio- und Wellnessresort Stanglwirt zu Gast bist, kannst du das Bio-Energiekraftwerk des Hotels und die Pflanzenkohle-Produktion bei einer Führung erleben. Eine solche wird mehrmals wöchentlich angeboten und ist über die Stanglwirt-App buchbar.

Pflanzenkohle im Garten verwenden

Pflanzenkohle ist nicht nur für große landwirtschaftliche Betriebe interessant, sondern auch für den Garten:

  • Für den Kompost: Du kannst Pflanzenkohle unter frisches Kompostmaterial mischen. Sie nimmt Nährstoffe auf, die später mit dem fertigen Kompost in den Boden gelangen.
  • Für Gemüsebeete: Besonders bei sandigen Böden, die Wasser und Nährstoffe schlecht halten, kann Pflanzenkohle nützlich sein. 
  • Für die Bodenverbesserung: Sie kann die Wasserspeicherfähigkeit bestimmter Böden erhöhen. Gerade bei Trockenheit ist das interessant, allerdings hängt die Wirkung stark von Bodenart ab.

Theoretisch lässt sich Pflanzenkohle auch selbst herstellen, doch weist das UBA auf Risiken unsachgemäßer Verfahren hin.


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