Stell dir vor, du stehst auf dem Gipfel, nimmst das traumhafte Bergpanorama um dich herum wahr und genießt den Moment. Neben dir steht dein vierbeiniger Partner und schaut ebenfalls über die Berge, helchend, aber mit glänzenden Augen. Gemeinsam habt ihr diesen Gipfel bezwungen – und freut euch jetzt beide auf einen Snack. Das ist das Schöne beim Wandern mit Hund. Du teilst die Freude (und auch die Anstrengung) mit deinem vierbeinigen besten Freund.
Egal, ob Berge oder Flachland, Wandern mit Hund ist eigentlich überall möglich. Wir stellen dir hier unsere Lieblingstouren in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz vor. Es wird also bergig 😉 Aber keine Sorge: Für die meisten Touren brauchst du weder besondere Ausrüstung noch Kondition wie ein*e Marathonläufer*in. Ein gewisses Maß an Trittsicherheit und Grund-Fitness sind aber für dich und deinen Hund empfehlenswert.
Wandern mit Hund in den Bergen: Das solltest du beachten
Viele beliebte Urlaubsziele liegen in oder in der Nähe von Naturschutzgebieten und Nationalparks. Informiere dich am besten vorher, welche Regeln es zu beachten gilt. Generell kannst du davon ausgehen, dass du deinen Hund an der Leine führen musst. So kommt er gar nicht erst in die Verlegenheit, Wildtiere hochzuscheuchen oder andere Wanderer (die vielleicht Angst vor Hunden haben) zu erschrecken.
Darüber hinaus solltest du die Hinterlassenschaften einsammeln. Hundekot, vor allem in Massen, kann sich schädlich auf die Umwelt, insbesondere auf die Grundwasserqualität, auswirken. Auf Almen führt Hundekot in den Wiesen zudem dazu, dass das Heu, das am Ende daraus wird, verunreinigt wird und die Tiere krank macht. Vor allem tragende Kühe sind dann gefährdet, da Hunde einen Erreger in sich tragen, der Ursache für Fehlgeburten ist.
In den Alpen kann es zudem immer wieder sein, dass dich Wanderwege durch Kuhherden führen. Hier gelten bestimmte Verhaltensregeln, damit sowohl du als auch dein Hund nicht verletzt werden. Gerade Mutterkühe können aggressiv reagieren, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Kälber in Gefahr sind.
Eine gute Zusammenfassung, wie du dich mit Hund in Kuhherden bewegen solltest, findest du hier.
Bevor wir dich jetzt zu unseren Lieblingswanderungen mitnehmen, fassen wir dir noch einmal zusammen, was du auf eine Tour mitnehmen solltest. Und zwar im Sommer und im Winter. Denn auch im Winter lässt es sich wunderbar in den Alpen wandern. Allerdings solltest du vorher nachschauen, welche Wege begehbar sind und im Zweifel lieber leichtere und kürzere Strecken wählen, wenn du keine (alpine) Erfahrung hast.

Sommerwanderung mit Hund in den Bergen: Das brauchst du
- Ausreichend Wasser für dich und deinen Hund (Schau auch vorher deine Strecke an. Vielleicht gibt es dort Wasserquellen. Verlassen solltest du dich aber gerade im Sommer nicht darauf.) Ein faltbarer Hundenapf kann einfach außen an den Rucksack gehängt werden.
- Je nach Länge der Strecke: Snacks für dich und deinen Hund, damit ihr auch noch Energie für den Rückweg habt 😉
- Hundekotbeutel und eine Mülltüte
- Ein kleines Handtuch um deine Füße und evtl. auch deinen Hund abzutrocknen, falls ihr euch in einem Bergbach abgekühlt habt. Auch praktisch, wenn ihr in einen Regenschauer gekommen seid und dein Hund schnell friert.
- Gutes Hundegeschirr, evtl. mit Griff, sodass du deinem Vierbeiner bei schwierigen Passagen besser helfen kannst. Und natürlich Leine und ggf. Halsband
- Maulkorb, falls du planst eine Bergbahn zu nehmen oder mit den Öffis anzureisen
- Decke oder Unterlage für die Pause
- Erste-Hilfe-Set, Zeckenzange/Pinzette, Desinfektionsspray
Winterwanderung mit Hund in den Bergen: Das brauchst du zusätzlich
- Isolierflasche, damit das Wasser nicht eiskalt wird oder sogar friert.
- Isolierende Unterlage für die Pause für dich und deinen Hund.
- Pfotenschuhe zum Schutz vor Salz und Split in den Ortschaften und auf viel begangen Wegen.
- Vaseline oder Ähnliches, damit bei langhaarigen Hunden der Schnee nicht zwischen den Ballen kleben bleibt.
Unsere Lieblingswanderungen für den Urlaub mit Hund in Deutschland

Mit Hund in Franken wandern – Die Wildnis am Rathsberg und der Tenneloher Forst

Tour 1 – Wildnis am Rathsberg
Nördlich von Erlangen erwartet dich der urwaldähnliche Wald rund um den Rathsberg. Der sogenannte Schluchtwald besteht aus uralten Ahorn-Bäumen und Eschen, steilen Hängen und vielen Quellen und Bächen. Ein Paradies für Kleintiere aller Art! Immer wieder ragen Sandsteinfelsen neben den Pfaden auf.
Generell sind die Wege naturbelassen und wirklich eher als Waldpfade zu bezeichnen. Es kann also nach Regenfällen auch mal matschig werden. Dein Hund wird die vielen Waldgerüche aber lieben. Versprochen!
Tour 2 – Tenneloher Forst
Über 936 Hektar erstreckt sich das Naturschutzgebiet des Tenneloher Forsts auf einem ehemaligen Militärgelände. Es ist eines der letzten großen Sandökosysteme in Süddeutschland und besticht durch seine steppenartige Anmutung. Damit das erhalten bleibt, grasen Wildpferde und Pfauenziegen auf den Flächen und verhindern so das Zuwuchern. Rund um die Pferde- und Ziegengehege kann man unbesorgt wandern. Im Rest des Tenneloher Forsts solltest du auf den geschotterten Wegen bleiben aufgrund der Munitionsgefahr.
Übrigens: Im Walderlebniszentrum Tennenlohe gibt es das ganze Jahr über besondere Veranstaltungen und Führungen für Kinder und Erwachsene. Auch ein Lehrpfad ist dort angelegt.
Wandern mit Hund im Nationalpark Berchtesgaden – Die Aschauer Klamm

Wanderung durch die Aschauer Klamm
Die bekannten Klammen im Nationalpark Berchtesgaden, wie die Almbachklamm oder die Wimbachklamm können im Sommer schnell ziemlich voll werden. Auch wenn wir dir die Wanderungen dort sehr ans Herz legen können, zieht es dich und deinen Vierbeiner im Sommer vielleicht doch eher in weniger belebte Gegenden. Dann ist die Aschauer Klamm genau richtig für dich.
Auf der knapp neun Kilometer langen Tour habt ihr beide viele Möglichkeiten euch abzukühlen und in der Klamm wird es generell nicht so schnell drückend heiß wie außerhalb. Beachten solltest du allerdings, dass es auch einige kniffligere Passagen gibt, bei denen du deinen Hund eventuell unterstützen musst, besonders wenn er eher zu Tollpatschigkeit neigt. Zu den Herausforderungen gehören Holzbrücken und Gitterbrücken ohne Geländer. Besonders Gitterroste sind für Hundepfoten unangenehm. Manchen Hunden macht das gar nichts aus, allerdings gibt es auch empfindlichere Kandidaten.
Die Aschauer Klamm ist eine super Übungsstrecke, wenn du mal ausprobieren willst, wie ihr auch an schmaleren Ecken und mit seltsamen Untergründen klarkommt. Eine perfekte Vorbereitung also auf lange Touren 😉
Wandern mit Hund im Allgäu – Hoch auf’s Riedberger Horn

Mit dem Hund auf das Riedberger Horn
Diese Tour empfehlen wir dir besonders zum Sonnenauf- oder untergang. Warum? Zum einen wäre da mal der fantastische Blick über die sogenannte Hörnergruppe. Wenn dir das nicht reicht: In den Morgen- und Abendstunden ist weniger los, es ist weniger heiß und es ist ein kleines Abenteuer, den Weg in der Dämmerung mit Kopflampe oder Taschenlampe zu gehen Die Tour ist mit knapp fünf Kilometern für beinahe jede Mensch-Hund-Kombination locker zu bewältigen, sofern ihr beide ein normales Fitnesslevel mitbringt.
Unsere Lieblingswanderungen für den Urlaub mit Hund in Österreich

Wandern mit Hund in der Region Seefeld– Hochalmwanderung

Hochalmwanderung oberhalb des Gaistales mit Hund
Wenn du auf der Suche nach einer längeren Tour bist, für die du den ganzen Tag brauchst, dann bist du in Seefeld richtig. Rund um den bekannten Urlaubsort gibt es zahlreiche Wanderwege für jedes Fitnesslevel. Den, den wir euch vorstellen wollen, ist der circa 24 Kilometer lange Hochalmenwanderweg über dem Gaistal. Es gibt entlang der gesamten Strecke Einkehrmöglichkeiten und immer wieder wirst du vom Panorama und den Ausblicken begeistert sein.
Die Tour führt dich obendrein durch Wildgebiete, in denen du mit ein bisschen Glück Murmeltiere und Gämse beobachten kannst. Außerdem kannst du zwischendrin immer wieder wählen: schwierigerer und steilerer Steig oder moderater Anstieg. Für gänzlich unerfahrene Hund-Mensch-Teams ist die Runde eher nicht geeignet. Zum einen aufgrund der Länge, aber auch weil von Hund und Mensch ein gewisses Maß an Trittsicherheit vorausgesetzt wird. Das übt ihr am besten auf einer kürzeren Strecke, ehe ihr euch an diese Tour wagt.
Wandern mit Hund im Nationalpark Hohe Tauern – Gletscherweg Innergschlöss

Wanderung auf dem Gletscherweg Innergschlöss
Schönstes Talschloss der Ostalpen – So wird die Region auch genannt, in die wir dich jetzt mitnehmen. Von Matrei in Osttirol aus startet ihr direkt zu Fuß oder nutzt einen Taxi-Service (Achtung: Vorher wegen des Hundes anfragen!) um ins Gschlösstal zu gelangen. Am Ende des Tals beginnt dann der Aufstieg in die Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern. Vorbei am Salzbodensee und dem „Auge Gottes“ erlebt ihr die raue Natur hautnah. Das Highlight ist natürlich der Blick auf den Gletscher am Fuß des Großvenedigers.
Der Weg ist anspruchsvoll und du solltest dir vorab die Routenführung auf dein Handy laden. Auch ein Wanderführer ist hilfreich, zumal du darin auch immer wieder interessanten Fakten über die gletschergeformte Landschaft nachschauen kannst.
Wanderurlaub mit Hund in der Schweiz

Wandern mit Hund in und um Zermatt – Fünf-Seen-Tour

Fünf-Seen-Tour in Zermatt
Perfekt für eine morgendliche oder abendliche Wanderung im Sommer. Die gut siebeneinhalb Kilometer laufen sich locker weg, auch wenn der Weg einmal über Wiese, Stock und Stein führt.
Wichtig zu wissen: Start der Tour ist an der Bergstation „Blauherd“ der Sunnega Bahn. Hunde dürfen gratis mit der Standseilbahn und der Gondel mitfahren.
Vom Blauherd aus ist es gar nicht weit bis zum ersten See und dann reiht sich ein Highlight ans andere. Natürlich sind die traumhaft schönen Seen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, die Stars der Tour. Aber immer wieder zieht das Matterhorn unseren Blick auf sich. Die Seen, die ihr erlebt, sind der Stellisee, der Grindjisee, der Grünsee (der Name ist Programm), der große Stausee Moosjisee und der Leisee, der zu einem abschließenden Bad einlädt. Perfekt also für eine morgendliche Wanderung, bei der man, bevor es zu heiß und zu voll wird, wieder vom Berg verschwindet 😉 Die erste Bahn geht ab Juli um 8:10 Uhr vom Sunnega hinauf zum Blauherd.
Wandern mit Hund – Abenteuer im Urlaub oder vor der Haustür
Zum Abschluss möchten wir dich dazu einladen, nicht nur den Urlaub zum Wandern mit Hund zu nutzen, sondern auch einmal die alltägliche Gassirunde auszudehnen. Oder erkunde an einem Wochenende deine nähere Umgebung zu Fuß. Du wirst erstaunt sein, welche Ecken du bei einer Tageswanderung entdeckst!
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